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Studium im Ausland – Und was ist mit meinem Pferd?

von Kerstin Georgens
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Dass Studenten ihren Hund oder ihre Katze für ein Semester im Ausland mitnehmen, kommt wohl häufiger vor. Oft können Haustiere auch einfach bei der Familie zuhause bleiben. Bei einem Pferd gestaltet sich die Mitnahme des geliebten Haustieres allerdings schon etwas schwieriger. Schließlich kann man sein Pferd nicht mit in das WG-Zimmer nehmen oder in den Garten stellen.

Option 1: Das Pferd mitnehmen

Die Wahl des richtigen Stalls

Wer auf sein Pferd also nicht verzichten möchte, sollte sich zunächst nach einem geeigneten neuen Stall im fremden Land umsehen. Doch je nach Entfernung kann man das neue zu Hause des geliebten Vierbeiners vorher nicht besichtigen. Wie kann man also sichergehen, dass es dem Schatz im neuen Heim auch genau so gut geht wie zu Hause?

Sollte man nicht die Möglichkeit haben, sich den Stall vor Ort anzusehen, ist es oft hilfreich, bei verschiedenen Anlaufstellen anzurufen oder zu mailen (zum Beispiel Hotels) und sich nach Reitställen in der Umgebung der Hochschule oder der eigenen neuen Wohnung zu erkundigen. So kann man sich erst einmal einen groben Überblick verschaffen. Auch das Internet bietet da sicherlich einige gute Tipps. Viele Websites werden leider nicht so gut gepflegt und sind oft nicht ganz aktuell. Ein Anruf bei dem Stall der Wahl ist also unverzichtbar! Ist erst einmal Kontakt zu verschiedenen Höfen aufgenommen, merkt man schnell, was überhaupt in Frage kommt und wie wohl man sich bereits am Telefon mit dem Stallbesitzer gefühlt hat. Denn auch das ist natürlich wichtig!

Dennoch sollte man nicht die allerhöchsten Ansprüche haben. Die Aufenthaltsdauer ist schließlich begrenzt und oft gibt es im Ausland nicht die gleichen Standards für unsere Vierbeiner, wie zu Hause. Viele Hofbesitzer senden auch gerne auf Wunsch aktuelle Fotos und Videos zu, danach sollte man auf jeden Fall fragen.

Die richtige Vorbereitung

Ist die Entscheidung auf ein zukünftiges Zuhause gefallen, gibt es natürlich noch einen Haufen Papierkram für den eigenen und den Aufenthalt des Pferdes zu bewältigen. Denn je nach Land müssen auch für euer Pferd verschiedene Einreisebestimmungen. Am Besten hilft in so einem Fall der Tierarzt des Vertrauens. Auf eine ausführliche Beratung sollte niemand verzichten, um spätere Schwierigkeiten beim Transport des Pferdes zu verhindern.

Oft ist das weniger kompliziert, als zunächst angenommen: Das Ausfüllen mehrseitiger Formulare und ein Besuch des Amtsveterinärtierarztes, bei dem das Pferd als gesund diagnostiziert werden muss, reichen meistens aus. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass der Tierarzt frühestens zwei Tage vor dem Transporttermin die Untersuchung durchführen darf! Nun kann es also bald los gehen. Der Tag vor der Abreise ist sicherlich spannend, um nicht den Überblick zu verlieren, ist es daher sinnvoll, schon einige Tage im Voraus das Wichtigste für euch und euren vierbeinigen Wegbegleiter zusammen zu packen.

Die Reise

Ist der Tag der Abreise bekommen gibt es natürlich auch beim Transport eures Pferdes einiges zu beachten. Am Besten plant man bereits vorher eine Route und überlegt sich, wo es sich anbietet zu rasten. Sollte eure Reise mehrere Tage dauern, muss sich natürlich im Vorhinein auch um Übernachtungsmöglichkeiten für euren Liebling gekümmert werden. Besonders wichtig ist es, dem Pferd während der Fahrt auch immer wieder Wasser anbieten zu können. Ist euer Pferd sehr unruhig, solltet ihr keine längeren Pausen machen und das Pferd zwischendurch auch nicht abladen, wenn es nicht unbedingt sein muss. So erspart ihr ihm oder ihr eine Menge Stress.

Frau pflegt ihr Pferd vor dem Stall

Die Mitnahme eines Pferds gestaltet sich in der Regel schwierig.

Option 2: Das Pferd zu Hause lassen

Mit Hilfe von Stallkollegen

Es kann natürlich auch sein, dass es euch aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist euer Pferd mit ins Ausland zu nehmen. Für viele Besitzer zunächst eine Katastrophe! Mehrere Monate getrennt vom liebsten Freizeitpartner? Zunächst unvorstellbar!
Doch es gibt natürlich Alternativen, euer Pferd in dieser schweren Zeit gut versorgt zu wissen. Handelt es sich um einen kürzeren Auslandsaufenthalt von zwei bis drei Monaten, gestaltet es sich in einer guten Stallgemeinschaft oft als wenig schwierig eine oder mehrere Personen zu finden, die das Pferd in dieser Zeit gut versorgen können. Vor der Abreise sollte dies allerdings getestet werden, um zu sehen, wie die Stallkollegen mit dem fremden Pferd klarkommen und woran vielleicht im Vorfeld noch gearbeitet werden muss. Auch ein Ansprechpartner (z.B. eine gute Freundin oder ein Familienmitglied) sollte für Notfälle zur Verfügung stehen und Entscheidungen treffen können.

Das Pferd zur Verfügung stellen

Für viele zunächst abschreckend wirkt der Gedanke daran, den geliebten Vierbeiner „zur Verfügung“ zu stellen. Natürlich ist es ein komisches Gefühl, das Pferd einer meist fremden Person komplett anzuvertrauen. Doch auch diese Option bietet einige Vorteile! Bei einem Pferd zur Verfügung übernimmt die verantwortliche Person im Regelfall die laufenden Kosten, die für das Pferd anfallen. So spart ihr euch viel Geld für die Stallmiete, den Schmied oder ähnliches, welches ihr gut für euren Auslandsaufenthalt verwenden könnt. Außerdem hat das Pferd über diese Zeit weiterhin nur eine feste Bezugsperson und muss sich nicht täglich an andere Pfleger & Helfer gewöhnen. Und wer weiß, vielleicht kümmert sich diese Person so gut um euren Liebling, dass ihr sie gar nicht mehr missen wollt, wenn ihr wieder da seid. Und mal ehrlich: Ein Tag frei tut doch jedem mal gut!

Ein längerer Auslandsaufenthalt mit (oder ohne) Pferd ist also zwar schwierig zu realisieren und mit sehr viel organisatorischem Aufwand verbunden aber durchaus machbar! Traut euch!

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