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Die FN macht sich stark gegen sexualisierte Gewalt

von Regina Schweizek
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Spätestens seit der Kampagne ,,Use your voice equestrian“ von Lisa Marie Kreutz ist klar, dass sexualisierte Gewalt auch im Reitsport stattfindet. Viele Betroffene hatten sich damals bei ihr gemeldet. Ihre Geschichten durfte Lisa Marie anonym veröffentlichen. Das Ausmaß der Beteiligung an der Kampagne: gravierend und damit ein Weckruf an die Pferdeszene. 

 

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Sexuelle Gewalt im Pferdesport

Als erster Dachverband im Sport ist die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN nun auf Betroffene sexualisierter Gewalt im Reitsport zugegangen. Die FN ist der achtgrößte Sportverband in Deutschland. Vor allem viele junge Mädchen sind im Pferdesport aktiv. Das birgt ein gewisses Risiko, da Täter:innen die Pferde oft als Druck- oder Erpressungsmittel benutzen. Drohungen, das Pferd nicht mehr zur Verfügung zu stellen oder gar zum Schlachter zu bringen, sollte das Opfer reden, sind demnach keine Seltenheit. So werden Opfer oftmals moralisch erpresst und zum Schweigen gebracht.

Die FN setzt bei Betroffenen an

Bereits im Frühjahr rief die FN Betroffene dazu auf, sich zu melden. Denn zur Aufarbeitung möchte die FN künftig mit diesen Betroffenen zusammenarbeiten. Die Expertise und Erfahrungen der Betroffenen sollen bei der Präventions- und Interventionsarbeit helfen.

In Zusammenarbeit mit Psychologin Julia von Weiler von ,,Innocence in Danger“ wurde nun ein Betroffenenrat aufgestellt. Sie hat bereits mit Betroffenenräten in anderen Bereichen gearbeitet und als externe Expertin den Prozess der Betroffenenbeteiligung im Reitsportdachverband angestoßen und begleitet.

Betroffenen eine Stimme geben

Bis Ende April konnten sich Betroffene bei der FN melden, die sich ehrenamtlich gegen sexualisierte Gewalt im Reitsport engagieren möchten. Den ersten Kontakt mit Interessierten gab es einige Wochen später mit Julia von Weiler und Mitarbeitenden der FN. Schlussendlich erklärten sich neun Frauen und ein Mann zur Arbeit im Gremium bereit. Offiziell wurde das Ganze nach der ersten Zusammenkunft des Gremiums.

Der Grundstein ist gelegt

Dort haben sich alle Mitglieder erstmal persönlich kennengelernt. Nun beginnt die Arbeit. Laut der FN wurden bei der ersten Sitzung mögliche Themenfelder für die Arbeit der kommenden vier Jahre besprochen. Von Seiten der FN wird das Gremium von Maria Schierhölter-Otte unterstützt. Sie ist beim Dachverband für den Kinderschutz tätig.

Auch Julia von Weiler wird dem Betroffenenrat weiter zur Seite stehen. Die 10 Freiwilligen werden allerdings zunächst noch anonym bleiben.

Ein vergleichbares Netzwerk hat es bislang im Sport nicht gegeben. Umso schöner, dass die FN als Dachverband voran geht und die Probleme bekämpfen möchte!

 

Quelle: Deutschlandfunk

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