Erneute Barr-Affäre? FN erstattet Anzeige gegen Unbekannt

Die FN will Verantwortung für den Tierschutz übernehmen, sie erstatten Anzeige gegen Unbekannt. Der Grund – der Verdacht auf eine erneute Barr-Affäre. Die FN vermutet, dass der große deutsche TV-Sender RTL das Thema „Barren“ in einem Fernsehbeitrag aufnehmen will.

Die Barr-Affäre 1990

Vor gut 30 Jahren kam die erste Barr-Affäre ans Licht. Damals stand ein bekannter Springreiter im Mittelpunkt der Schlagzeilen. Videoaufnahmen von Stern TV zeigen, wie dieser seinen Pferden beim Sprung über ein Hindernis mit einer Holzstange gegen die Beine schlägt. Unglaublich, aber wahr. Damit sollten „geräumige Sprünge“ beigebracht werden. Diese Ausbildungstechnik war damals weit verbreitet und für Leute vom Fach nichts Neues. So entstand die damalige Barr-Affäre. Ein erneuter Vorfall würde einen herben Rückschlag im Tierschutz bedeuten.

RTL mit Videomaterial

Laut der FN habe der TV-Sender Videomaterial vorliegen, in dem es um das Thema Barren ginge. Dieses womöglich tierschutzwidrige Verhalten wollen sie in einem Fernsehbeitrag aufnehmen. Doch bisher ist unklar, was genau auf den Videos eigentlich zu sehen ist. Der Sender weigert sich auch auf wiederholte Nachfrage, der FN das Videomaterial zur Verfügung zu stellen. Doch die FN will trotz dessen nicht untätig sein. Aus diesem Grund erstatten sie Anzeige gegen Unbekannt.

„Wir vermuten, dass es RTL mit seinem Beitrag nicht um das Wohl der Pferde geht oder darum, eventuelles Fehlverhalten aufzudecken, sondern rein um die Skandalisierung der ihnen vorliegenden Szenen.“ – mit diesem harten Statement begründet die FN ihre Anzeige. Als Deutsche Reiterliche Vereinigung steht ihnen das Wohl der Pferde an erster Stelle, weswegen solch Bilder in einem so großen TV-Format keinen Platz finden dürfen. Außerdem müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Ihre Hoffnung ist, dass die Polizei der Anzeige nachgehen wird und das Videomaterial prüft. Dann kann festgestellt werden, ob es sich hierbei um eine Verletzung des Tierschutzes handelt oder nicht.

Barr-Affäre: Anfrage bereits 2020

Schon im vergangenen Sommer trat der TV-Sender mit einer Anfrage zum Einsatz von eventuell tierschutzwidrigen Methoden im Reitsport an die FN heran. Bereits hier betonte die FN, welche Vorhaben das Tierschutzgesetz, die Leitlinien zum Umgang mit und der Nutzung von Pferden unter Tierschutzgesichtspunkten sowie die Regelwerke der FN machen. Nach einiger Zeit und mehreren Gesprächen mit dem Sender wurde klar, dass es sich um das Thema Barren handeln soll.

Klares Statement der FN

„Für die FN steht das Wohl der Pferde an oberster Stelle. Wir lehnen aggressives Reiten sowie jegliche Trainingsmethoden ab, die dem Pferd Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Die Natur und Bedürfnisse des Pferdes setzen die Maßstäbe und Grenzen, an denen sich unser über Generationen gereiftes Ausbildungssystem und unsere Regelwerke ausrichten.“ – so die FN.

Aus diesen Gründen sehen sie es als Pflicht, gegen diese Art von Videomaterial vorzugehen. Laut Lauterbach könne es nicht sein, dass RTL diese Videos seit über einem Jahr unter Verschluss hält und seither womöglich weitere Pferde misshandelt werden.

Quelle: FN, Spiegel

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