FEI beschließt: Pferde mit entfernten Tasthaaren künftig auf Turnieren nicht mehr zugelassen

Tasthaare sind für Pferde für unterschiedliche Dinge wichtig: Bereiche, die sie nicht mehr sehen können, ertasten sie durch die vielen feinen Haare an Maul, Augen, Nüstern und Ohren. Die Haare sind hochempfindlich und mit einer Vielzahl verschiedener Nervenzellen ausgestattet. Das Abschneiden der Tasthaare ist leider sehr verbreitet. Seit dem 01. Juli 2021 ist jedoch von der FEI beschlossen worden, dass es Reitern künftig untersagt ist, Pferde mit getrimmten Tasthaaren auf dem Turnier vorzustellen. Damit ist ein wichtiger Schritt in Sachen Tierschutz gemacht.

In Deutschland bereits schon lange verboten

Bereits seit 20 Jahren ist es in Deutschland verboten, Tasthaare abzuschneiden oder abzurasieren. Denn dies gilt als vorübergehende Amputation. In §6 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) ist das Verbot geregelt. Entsprechend ist das Entfernen der Tasthaare bei Pferden an den Augen und am Maul ebenso verboten wie das Scheren der Haare in den Ohren.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) zieht die Worte Dr. Karl Fikuarts heran, um zu erläutern, wieso das Abschneiden der Tasthaare als Amputation gilt: (1998 in einem Merkblatt der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz‘ (TVT):

„Bei den Tasthaaren, den ‚Vibrissen‘, die unter anderem besonders im Kopfbereich vorkommen, handelt es sich um Haare, die in hochempfindlichen, mit einer Vielzahl verschiedener Nervenzellen ausgestatteten Follikeln enden. Sie dienen dem Pferd u. a. dazu, den durch die Augen nicht kontrollierbaren Teil des Kopfes, etwa zur Prüfung des Futters bei der Futteraufnahme, zu nutzen oder die Kopfpartien vor ungewollten, möglicherweise schmerzhaften oder gefährlichen Berührungen zu schützen. Die Haare sind unabdingbarer Bestandteil eines Tastorganes, das bei ihrer Entfernung nicht mehr funktionsfähig ist. Hierzu liegen übereinstimmende wissenschaftliche Arbeiten vor. Durch das Entfernen der Haare wird willentlich eine Verhaltensänderung der Tiere bewirkt, die zu einer unnatürlichen Körperhaltung führt.“

In anderen Ländern nach wie vor erlaubt

In einigen europäischen Ländern sowie in Nord- und Südamerika ist das Abschneiden von Tasthaaren nach wie vor erlaubt. Auch in Deutschland starteten immer wieder Pferde mit gestutzten Tasthaaren.

Hinzu kommt, dass in einigen Ländern sogar Punktabzüge erfolgten, wenn diese nicht entfernt wurden. Nun jedoch ist das Verbot Teil der FEI-Veterinärbestimmungen und gilt somit für alle Pferde, die unter den Reglements der FEI in internationalen Prüfungen an den Start gehen.

FN sieht das Verbot kritisch

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) äußert sich dem Verbot gegenüber sehr kritisch, da ein wichtiger Teil ausgelassen wurde: „Diese Regel sollte – wie in Deutschland – auch für die Haare in den Ohren des Pferdes gelten, die ebenfalls Teil eines Organs sind und eine Schutzfunktion haben. Das Abschneiden der Haare, die aus der Ohrmuschel herausragen, ist zulässig“.

Dr. Karl Fikuart ergänzte in seinem Merkblatt zum speziellen Punkt der Ohrenhaare: „Die starke Behaarung des Ohreinganges dient dem Schutz des Tieres, da sie u. a. das Eindringen von Insekten oder Fremdkörpern in den Gehörgang verhindern soll. Insoweit sind diese Haare integraler Bestandteil der Hörorgans. Auch hier gilt das zuvor Gesagte.“

Quelle: Propferd

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