Sollten Wildpferde gezähmt werden? Mustang Makeover in der Kritik

Sie stehen für Freiheit, Stärke und Unzähmbarkeit, doch das Leben der Mustangs ist nicht mehr so traumhaft, wie man es sich vorstellt. Heutzutage geraten die Tiere häufig in Probleme durch zu wenig Land und Futter. Aus diesem Grund wurde das „Mustang Makeover“ ins Leben gerufen.

Pferdetrainer kritisieren Mustang Makeover

Amerikanischer Mustang

Michael und Silke Strussione sind die Initiatoren des Events. Sie holten 2017 das erste Mal 16 Mustangs von Amerika nach Deutschland, um sie hier von renommierten Pferdetrainern wie Bernd Hackl, Birger Gieseke und Andrea Bethge für drei Monate trainieren zu lassen und dann zu verkaufen.

Einige der Trainer äußerten sich nun negativ zum Konzept. Die Pferdeexpertin und Stunttrainerin Hero Merkel erklärt, dass es sinnvoller wäre, mehr Zeit für die Suche nach einem passenden Besitzer zu investieren. Die jungen Mustangs gehören keinesfalls in unerfahrene Hände, allerdings bekommt jeder, der an der Auktion teilnehmen möchte, einen Platz, ohne jegliche Vorkenntnisse haben zu müssen. In der Finalen Vorstellung und Versteigerung dürfe zudem nichts Negatives über die Mustangs gesagt werden, damit der Preis nicht gesenkt wird. Die Trainerin betont, dass jedoch meist nicht alles rund läuft und es durchaus vorkommt, dass Unfälle beim Training passieren.

Die Veranstalter sind anderer Meinung und erklären, dass kaum ein Event so transparent sei wie dieses. Weiterhin gab es bisher nur einen Fall, in dem ein Käufer sich überschätzt habe und das Pferd zurückgegeben werden musste. Weiterhin besteht die Möglichkeit für alle Käufer, vor der Auktion Kontakt mit den Trainern aufzunehmen und die Mustangs kennenzulernen. So haben alle anderen Mustangs bisher immer ein schönes zu Hause gefunden, sagt Silke Strussione.

Doch auch der Parelli-Trainer Ralf Heil berichtet von unerfahrenen Käufern und Unfällen mit den Mustangs. Er berichtet vor allem über die Atmosphäre beim Event selbst. Die große Arena, in der sonst das CHIO Aachen stattfindet, ist beeindruckend und laut. So werden manche Pferde gestresst und unerfahrenere Trainer kommen an ihre Grenzen. Man sollte offensichtlich nicht nur der Erfahrung der Käufer, sondern auch der Trainer mehr Beachtung schenken.

Man sei zudem mit dem gesundheitlichen Zustand einiger Mustangs nicht zufrieden. Bei den Untersuchungen, die vor dem Abflug in Amerika durchgeführt werden, wurden manche Verletzungen oder Erkrankungen nicht festgestellt. So erging es der Trainerin Yvonne Gutsche, welche 2017 am Mustang Makeover teilnahm und ihre Stute Rose schlussendlich selbst kaufte. Sie bemerkte bei der Stute Allergieschübe und auch bestimmte Dinge, die im Training nicht gut liefen. Dies sollte auf der finalen Veranstaltung jedoch verschwiegen werden.

Ist das Mustang Makeover nun gut oder schlecht?

Es gibt zu viele Mustangs in Amerika.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Pferde in den USA nicht weiter so leben können, wie sie es jetzt tun. Zurzeit leben etwa 50.000 Mustangs in Auffangstationen in den USA. Es gibt zu viele Mustangs für zu wenig Land und dadurch wird im Winter das Futter knapp. Die Tiere magern ab. Zudem wurde unter der Regierung von Donald Trump das Budget für die Mustangs gekürzt und sie dürften nun legal als Fleischlieferanten ins Ausland verschifft werden. Die Situation kann nur verbessert werden, indem der Bestand der Mustangs verkleinert wird.

Man muss etwas tun und es ist toll, dass durch dieses Event Aufmerksamkeit auf die Probleme dort gelenkt wird. Das Event selbst gibt es erst seit 4 Jahren. Das ist eine sehr kurze Zeit und da ist es normal, dass es noch viele Kritikpunkte gibt. Zudem weiß jeder, der sich mit Pferden beschäftigt, dass selten alles glatt läuft. Für die Veranstalter sind die Meinungen ihrer Teilnehmer einfach eine super Möglichkeit, Feedback einzuholen und mit Sicherheit ein Anreiz dafür, ihre Aktion noch weiter zu verbessern. Möglicherweise wird die Trainingszeit in Zukunft von nur 90 Tagen auf 180 Tage erhöht. Das wäre sicher ein sinnvoller Schritt, um den Mustangs und Trainern mehr Sicherheit zu geben und durch mehr Zeit auch passendere Käufer zu finden und noch transparenter zu sein. Wir sind gespannt, wie sich das Mustang Makeover in den nächsten Jahren entwickelt.

Wenn Du selbst einen Eindruck vom Event bekommen möchtest, dann schau Dir das folgende Video an:

Quelle: cavallo.de

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