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Neues Körsystem des Westfälischen Pferdestammbuchs

von Malin Steiner
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Die frühe Ausbildung und das gezielte Training für Körungen von Junghengsten steht nun schon seit Längerem in der Debatte. Im Oktober 2020 veröffentlichte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine neue Leitlinie „Tierschutz im Pferdesport“. Diese sieht einige Änderungen des aktuellen Körsystems vor, daher sollte auch das westfälische System erneuert werden.

 

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Welche Punkte der Leitlinien stehen zur Debatte und welche bleiben unverändert?

  1. Eine Vorauswahl der Junghengste im Oktober steht im Widerspruch zu einer altersgerechten Ausbildung junger Pferde. In den Leitlinien sind die Fristen für den Trainingsbeginn mit jungen Pferden klar vorgegeben. Demnach sollten Vorauswahlen künftig erst im Dezember erfolgen.
  2. Der Ablauf der Vorauswahl wird beibehalten: Die Junghengste werden bei der Pflastermusterung sowie im Freilaufen inkl. Freispringen besichtigt. Im Anschluss erfolgen die Körurteile. Hengste, die dort positiv bewertet wurden, sind zur Körung II zugelassen.
  3. Bei dieser Vorauswahl soll nun eine Vermarktungsplattform geboten werden, sodass interessierte Aussteller die Möglichkeit haben, ihre Junghengste im Anschluss möglicherweise zu vermarkten, egal ob ein Hengst gekört wurde oder nicht.
  4. Im April des Folgejahres sollen dann die gekörten Hengste an zwei Tagen unter dem Reiter erneut besichtigt werden. Dort können die Hengste ihre Eintragung ins HB I für das Jahr als dreijähriger Hengst erhalten. Dabei wird dieses Vorgehen noch mit den anderen Verbänden abgestimmt.
  5. Um den Züchtern und Interessierten einen passenden Rahmen und attraktive Möglichkeit der Besichtigung des neuen Hengst-Jahrgangs zu bieten, soll bei dieser zweiten Veranstaltung die Prämierung, Benennung der Siegerhengste sowie eine Vermarktungsoption Teil der Veranstaltung sein.
  6. Die strengen Kontrollen in den Bereichen Medikation, Ausrüstung und Präsentation sowie die Anwesenheit von Stewards bleiben bestehen.
  7. Gamaschen werden auch weiterhin vom Verband gestellt.

Umsetzung erst ab 2022

Normalerweise finden jährlich Sitzungen der jeweiligen Zuchtverbände statt, diese fielen im Winter 2020 aufgrund der Corona-Pandemie aus und werden nun nachgeholt. Die Entscheidungen über mögliche Veränderungen des Körsystems werden dann jedoch erst ab dem kommenden Jahr 2022 greifen. Im laufenden Jahr bleibt das Körsystem unverändert.

Die Leitlinien für die Durchführung der Verbandskörungen werden auf Bundesebene durch die FN verabschiedet und anschließend für das westfälische Pferdestammbuch übernommen. Bis die Veränderungen der Leitlinien für diesen und auch die anderen Verbände in Kraft treten, wird es dementsprechend noch eine Weile dauern.

Quelle: westfalenpferde

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