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Olympia 2021 Vielseitigkeit: Deutschland auf Medaillenkurs – Wettkampf wird vom Tod eines Pferdes überschattet

von Regina Schweizek
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Die olympische Gelände-Prüfung war nicht nur bodentechnisch ein Auf und Ab, auch die Emotionen dürften bei dem ein oder anderen wohl Achterbahn gefahren sein. Denn während Julia Krajewski brillierte, wurde die Prüfung am Ende durch den Tod eines Pferdes überschattet.

Olympia 2021 Vielseitigkeit: Anspruchsvolle Aufgabe

Das anspruchsvolle Gelände in Tokio hatte viele Tücken. Viele Ecken, schmale Sprünge und vor allem viel bergauf und ab. Hinzu kommen die klimatischen Verhältnisse, die vielen Pferd-Reiter-Paaren zu schaffen machten. Bei vielen Paaren konnte man sehen, wie zum Ende des Kurs die Kraft fehlte und wie froh viele der Teilnehmer:innen über das bloße Beenden der Runde waren. Trotzdem war es ein fairer Kurs -eben auf olympischen Top-Niveau.

Deutschland mit Julia Krajewski auf Medaillenkurs

Nach den vielversprechenden Ergebnissen in der Dressurprüfung, rüttelte der Geländekurs die bisherigen Ränge ziemlich durcheinander. Einzig Julia Krajewski konnte durch ihren super Ritt im Gelände mit nur einer Sekunde über der Idealzeit und damit gerade mal 0,4 Strafpunkten den zweiten Rang in der Einzelwertung halten. Vor ihr liegt der Brite Oliver Townend und auf dem dritten Platz rangierte sich ebenfalls die Britin Laura Collett. Auf die Entscheidung im Springen blickt Krajewski positiv gestimmt. Ihre ,,Mandy“ sei ein ,,Super Jumper“, berichtet sie.

Vielseitigkeitsreiten bei Olympia: Pleiten, Pech und Pannen

Anders sah es bei ihren Teamkollegen aus. Sandra Auffahrt startete als zweite Deutsche. Leider wurde ihr der Aussprung aus dem Wasser in Kombination mit der darauffolgenden Ecke zum Verhängnis. Die Distanz passte nicht und so lief ihr Fuchs Viamant du Matz am Hindernis vorbei. 20 Fehlerpunkte kassierte das Paar dafür. Am Ende folgten noch 2,4 Punkte für die Zeitüberschreitung. Auffahrt fällt in der Einzelwertung somit auf Platz 32 von 49 zurück.

Ähnlich ungünstig verlief der Ritt auch für Michael Jung. Dieser startete als Vorletzter und hätte eigentlich seine Führung ausbauen können. Sein Chipmunk FRH lief eine gute Runde. Die beiden blieben sogar in der angegebenen Idealzeit. Allerdings löste auf ca. der Hälfte der Strecke das MIM-Sicherheitssystem an einem der Hindernisse aus. Das MIM-System ist eine Sicherheitsvorkehrung, damit die Paare, sollten sie die gewaltigen Hindernisse berühren, nicht an ihnen hängen bleiben und stürzen. Die verbauten Scharniere sorgen dann dafür, dass die Hindernisse nachgeben und fallen.

Das deutsche Team hat gegen die elf Strafpunkte Einspruch eingelegt. Das System hätte zu sensibel ausgelöst und Chipmunk das Hindernis nur ,,normal“ touchiert. Allerdings wurde der Einspruch von der Prüfungskommission abgelehnt. Somit liegt das deutsche Team in der Mannschaftswertung nun auf   .

Für die heutige Entscheidung im Springen, haben schon alle deutschen Pferde den Vet-Check ohne besondere Vorkommnisse passiert.

Schwerwiegende Verletzung bei Top-Pferd

Gegen 10.12 Uhr örtlicher zeit startete der Schweizer Robin Godel mit seinem Wallach Jet Set in das anspruchsvolle Gelände von Tokio. Das Paar startete mit einem frischen Galopp in den Kurs. Vor dem letzten Wasserkomplex konnte man zwar schon eine leichte Müdigkeit erahnen, aber dass der Kurs kräftezehrend war, zeigte sich ja auch schon bei vielen Paaren vor ihnen. Den Sprung im Wasser nahm der Wallach auch noch augenscheinlich problemlos. Allerdings ging er danach auf drei Beinen und mochte das rechte Vorderbein auch gar nicht mehr aufsetzten. Jet Set wurde daraufhin direkt in die Klinik gebracht und musste auch beim Verladen gestützt werden.

Traurige Gewissheit – Pferd musste eingeschläfert werden

Durch einen Ultraschall in der Klinik wurde ein Bänderriss oberhalb des Hufes diagnostiziert. Da der Schaden aber nicht operabel sei, entschieden sich Reiter und Besitzer Jet Set von seinem Leiden zu erlösen. Ein herber Schlag für den jungen Reiter, der voller Euphorie zu seinen ersten olympischen Spielen fuhr und natürlich für die Besitzer, die mit ansahen wie ihr Pferd den Kurs nicht beenden konnte. Godel verabschiedete sich von seinem Spitzenpferd auf den sozialen Medien und kündigte auch seine vorübergehende Abwesenheit auf der Plattform an.

Quelle: Spiegel, Frankfurter Allgemeine

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