Tierquälerei: Zwei Schuldsprüche im Fall des Kutschenbetriebes von Axams

Der 2019 begonnene Prozess gegen einen Tiroler Kutschereibetreiber und seinen Angestellten ist am Dienstag zum Abschluss gekommen. Im Fall des verstorbenen Postkutschenpferdes von Axams kam das Gericht zu einem eindeutigen Urteil.

2018 endete ein vermeintlich vergnüglicher Ausflug im Tiroler Axams mit einer Tragödie: nach einer einstündigen Fahrt bei sommerlichen Temperaturen brachen zwei Kutschpferde bei Ankunft am Zielort zusammen. Eines der Tiere verstarb noch an Ort und Stelle.

Kutscher ignorierte offensichtliche Erschöpfung seiner Pferde 

Ein Video zeigt deutlich, dass die beiden Pferde beim Ziehen der mit 19 Personen vollbesetzten Kutsche offensichtlich große Schwierigkeiten hatten. Ihre Bewegungen wirkten unkoordiniert: sie schwanken und lehnen sich immer wieder aneinander an. Durch Zeugenaussagen gestützt verstärkten diese Bilder den Verdacht, dass die Tiere offenbar völlig erschöpft und nicht in der Verfassung waren, den schwer beladenen Wagen zu ziehen. 

Wegen des Verdachts auf Tierquälerei erhob die Tiroler Staatsanwaltschaft nach eingehenden Ermittlungen schließlich Anklage gegen den Kutscher und den Kutschereibetreiber. Diese Anklage wurde nun vom Tiroler Landesgericht stattgegeben. 

Schuld steht außer Frage 

Laut Tiroler Tageszeitung sah Richterin Verena Offer den Tatbestand von Tierquälerei eindeutig erfüllt. Für den Kutscher sei demnach erkennbar gewesen, dass die Pferde am Ende ihrer Kräfte waren. Ebenso wies er Rückfragen der Gäste zurück, die auf den offensichtlich erschöpften Zustand der Pferde hinwiesen. Trotzdem habe er sie weiter mit der Peitsche angetrieben und ihnen die volle Leistung abverlangt. Vor diesem Tatbestand wurde der 45-Jährige somit zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro verurteilt.

Nicht der erste Fall von Tierquälerei

Freigesprochen wurde der Kutscherei-Inhaber in dieser Angelegenheit dennoch, allerdings musste er sich für einen anderen Fall von Tierquälerei in seinem Betrieb verantworten. Im Jahr 2015 wurde er bereits auffällig, als er Pferde, die vor einen Gladiatorenwagen gespannt waren, mit blutendem Maul über einen Veranstaltungsparcours traben lassen hat. 

Ursache für die Verletzungen war einen schlecht montierte Stange, die gegen die Nüstern geschlagen hatte. In diesem Fall wurde er durch eine Geldstrafe von 4800 Euro zur Rechenschaft gezogen. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig 

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