Flika und Saskia

Flika - eine schöne Fuchstute mit dem ganz besonderen Charakter. Eigentlich läuft Flikas und meine Geschichte über Umwege mit ehorses zusammen. Dennoch hätten wir beide niemals einen gemeinsamen Weg gefunden, würde es diese Seite nicht geben. Neben dieser einzigartigen Stute habe ich auch Menschen kennen gelernt, die mir seither sehr am Herzen liegen. So fing alles gar nicht mit Flika sondern mit der Friesenstute Frida an. Frida war eine nette Friesenstute die einem alten Bekannten meiner Familie gehörte. Sie stand zusammen mit einem kleinen weißen Pony direkt dort bei denen zuhause am Hof. Leider war der Vater des Bekannten vor zwei Jahren gestorben und somit kümmerte sich seitdem niemand mehr so wirklich um die zwei Pferde. Sie wurden gemistet, gefüttert und rausgebracht. Mehr war allerdings nicht drin.

Es wusste auch niemand so recht wie, da die Leidenschaft für Pferde nicht auf den Sohn oder die Enkel übergeschwappt war. So wurde ich also gebeten nach einem neuen Heim möglichst für beide Pferde zu suchen. Inseriert auf ehorses kamen auch sehr schnell zahlreiche Anfragen für die beiden. Ich suchte mir die zwei bislang besten Interessenten heraus und lud sie zu einem ersten Kennenlernen ein. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die zweiten Interessenten (ein Ehepaar) perfekt für die beiden waren. Sie entschieden sich für Frida sowie das Pony und nahmen alle direkt am nächsten Wochenende mit nach Hause. Zurück blieb allerdings die andere Interessentin Janina. Janina ist eine junge Frau in den Zwanzigern so wie ich. Wir verstanden uns auf Anhieb prima. Es tat mir sehr leid, dass wir keine positive Nachricht für sie hatten aber sie hätte keine Möglichkeit gehabt beide Pferde zu übernehmen. Auch hatte Janina zu dieser Zeit noch ein Pferd. Dieses hätte sie gerne eingetauscht und da Frida ja nur im Auftrag zu verkauf war, hätte es für uns bedeutet, dass wir uns mit einkaufen müssten.

Zudem erzählte uns Janina auch ganz offen, dass ihre Stute derzeit nicht wirklich reitbar war. Im Umgang meist zwar ganz freundlich aber unter dem Sattel leicht „hysterisch“, nenne ich es mal. Nach reichlicher Überlegung hatten wir uns zwar für das Ehepaar aber nicht gegen Janina entschieden. Ein paar Tage vergingen und mir und der Frau meines Vater ging die Geschichte von Janina nicht mehr aus dem Kopf. Sie wurde gemein reingelegt mit einem ruhig gestellten Pferd und einem gemeinen Vertrag der die Rückgabe unmöglich machte. So entschieden wir uns dazu ihr ein Angebot zu machen. Wir selbst hatten zu der Zeit 4 Pferde zuhause. Wir haben einen kleinen Hof mir eigenen Stallungen, Reitplatz und Wiese. Unsere Stallgasse ist mit 5 Boxen ausgestatten. Also war ja noch ein Stall frei. Wir haben immer selbst gezogen und unsere vierjährigen auch selbst eingeritten und ausgebildet. Ein wenig Erfahrung meinerseits und viel Erfahrung meiner Eltern waren also da.

Wir entschieden uns dafür Janina vorzuschlagen, dass sie Problempferd Flika zu uns bringen kann. Ich werde sie reiten und versuchen so viel es geht zu verbessern, damit Janina sie im Anschluss verkaufen kann. Ich nahm kein Geld von ihr und hoffte einfach ich könnte ihr und gerade auch dem Pferd helfen. So kam Flika also im Dezember 2015 zu uns auf den Hof. Schnell kristallisierten sich viele Probleme heraus, die die Arbeit mit ihr für mich sehr schwer machten. Eigentlich war sie ein sehr unsicheres Pferd. Unter dem Sattel gab es für sie nur die Flucht nach vorne und versuchte man sie zu regulieren schlug sie ununterbrochen mit dem Kopf. Hielt man dennoch gegen, stieg und bockte sie. Sie hatte Angst vor dem Gebiss und davor, dass man ihr im Maul reist. Bei Janina war ihr nie etwas Schlimmes passiert. Da konnte sie einfach Pferd sein. Sie hatte die Stute ca. 8 Monate vorher bei einem Händler erworben. Bei uns sollte sie wieder richtig ans Arbeiten kommen. Das gefiel ihr erstmal gar nicht. Flika ist ein Pferd, das man nie für etwas bestrafen darf. Man muss immer so tun als sei nichts gewesen: „einfach weiter reiten“ lautet die Devise. An einem Tag wollten wir das springen probieren. Was soll ich sagen es war schrecklich. Sie sprang zwar erstmal über alles drüber, allerdings ging nach dem Sprung direkt die komplette Bremsung rein und sie schlug mit dem Kopf jedes Mal so stark nach oben, dass ich aufpassen musste ihn nicht ins Gesicht zu bekommen.

Je mehr ich versuchte sie zu beruhigen umso schlimmer wurde es. Ich fühlte mich verloren und hatte das Gefühl zum ersten Mal auf einem Pferd zu sitzen. Diese Stute brachte mich der Verzweiflung nahe. Als ich für mich schon aufgegeben hatte kam dieser eine Satz von meiner Stiefmutter „So schwierig es auch ist, Saskia, denk dran du bist die einzige Chance die diesem Pferd noch bleibt. Nur du kannst ihren Irrsinn brechen“. Ich kann sagen, dass ich dadurch einen richtigen Motivationsschub bekommen habe. Und dann war es so weit, es zeigten sich plötzlich kleine Verbesserungen. Sie wurde ruhiger in der Box, ließ sich ohne Probleme putzen und satteln und veränderte sich auch beim Reiten endlich in eine positive Richtung. Die tägliche Arbeit tat ihr gut, dadurch konnte sie ausgelassener werden. Beim Fressen zeigte sie Auffälligkeiten. Wir ließen also den Zahnarzt kommen. Dieser stellte fest, dass in Flikas Maul zahlreiche alte Verletzungen zu sehen sind. Narben von einer zu harten Hand. Sogar ein Zahn war durchgebrochen worden dabei. Ab diesen Tag stellte ich sie auf ein Gummigebiss um. Auch das brachte noch einen sichtlichen Schritt in Richtung Entspannung unterm Reiter. Leider wurde mit der Zeit allerdings auch klar, dass man Flika unmöglich verkaufen kann.

Meine Eltern wollten sie nicht kaufen. Ein ganz eigenes Pferd konnte ich mir im Ankauf nicht leisten und auch wäre Flika niemals ein Pferd mit dem man einfach losreiten könnte. Das Ausbilden von jungen und unverbrauchten Pferden ist eine ganz andere Sache als das Korrekturreiten eines Pferdes, dass unterm Sattel nicht gerade viele gute Erinnerungen teilen kann. Fest stand allerdings das Janina gerne ein anderes Pferd wollte und zwei Pferde zu unterhalten war auch hier nicht möglich und abgesehen davon auch nicht sinnvoll. Es musste also eine Lösung her. Eine die gut für alle Parteien war. Anfang März kam Janina dann mit einer Lösung, mit der sich meine Familie bis heute noch schwer tut. Auch für mich ist es nicht leicht, hat Janina doch letztes Jahr um diese Zeit sehr viel Geld in diese Stute investiert. Sie wollte mir Flika schenken oder überlassen wie auch immer man es nennen mag. Dieses verrückte aber auch liebenswerte Pferd sollte einfach so mir gehören. Unter der Voraussetzung natürlich meine Eltern sind einverstanden und ich kann sie zuhause stehen lassen. Nach reichlicher Überlegung sind wir uns auch hier alle einig geworden. Mittlerweile bin ich also stolze Besitzerin des Flikapferdchens. Janina kommt uns fast jedes Wochenende besuchen und auf Turnieren kommen wir ohne Probleme durch ein A Springen. Sogar im Gelände können wir entspannt alleine oder in der Gruppe unsere Galoppstrecken genießen und auch auf dem Platz wird es langsam aber sicher immer und immer besser. Ich bin gespannt wo was wir noch erreichen werden und wann wir den Sprung in einen ganz normalen „Reitalltag“ geschafft haben. Ich finde, wir sind auf dem besten Weg dorthin!♥

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Flika und Saskia

Flika - eine schöne Fuchstute mit dem ganz besonderen Charakter. Eigentlich läuft Flikas und meine Geschichte über Umwege mit ehorses zusammen. Dennoch hätten wir beide niemals einen gemeinsamen Weg gefunden, würde es diese Seite nicht geben. Neben dieser einzigartigen Stute habe ich auch Menschen kennen gelernt, die mir seither sehr am Herzen liegen. So fing alles gar nicht mit Flika sondern mit der Friesenstute Frida an. Frida war eine nette Friesenstute die einem alten Bekannten meiner Familie gehörte. Sie stand zusammen mit einem kleinen weißen Pony direkt dort bei denen zuhause am Hof. Leider war der Vater des Bekannten vor zwei Jahren gestorben und somit kümmerte sich seitdem niemand mehr so wirklich um die zwei Pferde. Sie wurden gemistet, gefüttert und rausgebracht. Mehr war allerdings nicht drin.

Es wusste auch niemand so recht wie, da die Leidenschaft für Pferde nicht auf den Sohn oder die Enkel übergeschwappt war. So wurde ich also gebeten nach einem neuen Heim möglichst für beide Pferde zu suchen. Inseriert auf ehorses kamen auch sehr schnell zahlreiche Anfragen für die beiden. Ich suchte mir die zwei bislang besten Interessenten heraus und lud sie zu einem ersten Kennenlernen ein. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die zweiten Interessenten (ein Ehepaar) perfekt für die beiden waren. Sie entschieden sich für Frida sowie das Pony und nahmen alle direkt am nächsten Wochenende mit nach Hause. Zurück blieb allerdings die andere Interessentin Janina. Janina ist eine junge Frau in den Zwanzigern so wie ich. Wir verstanden uns auf Anhieb prima. Es tat mir sehr leid, dass wir keine positive Nachricht für sie hatten aber sie hätte keine Möglichkeit gehabt beide Pferde zu übernehmen. Auch hatte Janina zu dieser Zeit noch ein Pferd. Dieses hätte sie gerne eingetauscht und da Frida ja nur im Auftrag zu verkauf war, hätte es für uns bedeutet, dass wir uns mit einkaufen müssten.

Zudem erzählte uns Janina auch ganz offen, dass ihre Stute derzeit nicht wirklich reitbar war. Im Umgang meist zwar ganz freundlich aber unter dem Sattel leicht „hysterisch“, nenne ich es mal. Nach reichlicher Überlegung hatten wir uns zwar für das Ehepaar aber nicht gegen Janina entschieden. Ein paar Tage vergingen und mir und der Frau meines Vater ging die Geschichte von Janina nicht mehr aus dem Kopf. Sie wurde gemein reingelegt mit einem ruhig gestellten Pferd und einem gemeinen Vertrag der die Rückgabe unmöglich machte. So entschieden wir uns dazu ihr ein Angebot zu machen. Wir selbst hatten zu der Zeit 4 Pferde zuhause. Wir haben einen kleinen Hof mir eigenen Stallungen, Reitplatz und Wiese. Unsere Stallgasse ist mit 5 Boxen ausgestatten. Also war ja noch ein Stall frei. Wir haben immer selbst gezogen und unsere vierjährigen auch selbst eingeritten und ausgebildet. Ein wenig Erfahrung meinerseits und viel Erfahrung meiner Eltern waren also da.

Wir entschieden uns dafür Janina vorzuschlagen, dass sie Problempferd Flika zu uns bringen kann. Ich werde sie reiten und versuchen so viel es geht zu verbessern, damit Janina sie im Anschluss verkaufen kann. Ich nahm kein Geld von ihr und hoffte einfach ich könnte ihr und gerade auch dem Pferd helfen. So kam Flika also im Dezember 2015 zu uns auf den Hof. Schnell kristallisierten sich viele Probleme heraus, die die Arbeit mit ihr für mich sehr schwer machten. Eigentlich war sie ein sehr unsicheres Pferd. Unter dem Sattel gab es für sie nur die Flucht nach vorne und versuchte man sie zu regulieren schlug sie ununterbrochen mit dem Kopf. Hielt man dennoch gegen, stieg und bockte sie. Sie hatte Angst vor dem Gebiss und davor, dass man ihr im Maul reist. Bei Janina war ihr nie etwas Schlimmes passiert. Da konnte sie einfach Pferd sein. Sie hatte die Stute ca. 8 Monate vorher bei einem Händler erworben. Bei uns sollte sie wieder richtig ans Arbeiten kommen. Das gefiel ihr erstmal gar nicht. Flika ist ein Pferd, das man nie für etwas bestrafen darf. Man muss immer so tun als sei nichts gewesen: „einfach weiter reiten“ lautet die Devise. An einem Tag wollten wir das springen probieren. Was soll ich sagen es war schrecklich. Sie sprang zwar erstmal über alles drüber, allerdings ging nach dem Sprung direkt die komplette Bremsung rein und sie schlug mit dem Kopf jedes Mal so stark nach oben, dass ich aufpassen musste ihn nicht ins Gesicht zu bekommen.

Je mehr ich versuchte sie zu beruhigen umso schlimmer wurde es. Ich fühlte mich verloren und hatte das Gefühl zum ersten Mal auf einem Pferd zu sitzen. Diese Stute brachte mich der Verzweiflung nahe. Als ich für mich schon aufgegeben hatte kam dieser eine Satz von meiner Stiefmutter „So schwierig es auch ist, Saskia, denk dran du bist die einzige Chance die diesem Pferd noch bleibt. Nur du kannst ihren Irrsinn brechen“. Ich kann sagen, dass ich dadurch einen richtigen Motivationsschub bekommen habe. Und dann war es so weit, es zeigten sich plötzlich kleine Verbesserungen. Sie wurde ruhiger in der Box, ließ sich ohne Probleme putzen und satteln und veränderte sich auch beim Reiten endlich in eine positive Richtung. Die tägliche Arbeit tat ihr gut, dadurch konnte sie ausgelassener werden. Beim Fressen zeigte sie Auffälligkeiten. Wir ließen also den Zahnarzt kommen. Dieser stellte fest, dass in Flikas Maul zahlreiche alte Verletzungen zu sehen sind. Narben von einer zu harten Hand. Sogar ein Zahn war durchgebrochen worden dabei. Ab diesen Tag stellte ich sie auf ein Gummigebiss um. Auch das brachte noch einen sichtlichen Schritt in Richtung Entspannung unterm Reiter. Leider wurde mit der Zeit allerdings auch klar, dass man Flika unmöglich verkaufen kann.

Meine Eltern wollten sie nicht kaufen. Ein ganz eigenes Pferd konnte ich mir im Ankauf nicht leisten und auch wäre Flika niemals ein Pferd mit dem man einfach losreiten könnte. Das Ausbilden von jungen und unverbrauchten Pferden ist eine ganz andere Sache als das Korrekturreiten eines Pferdes, dass unterm Sattel nicht gerade viele gute Erinnerungen teilen kann. Fest stand allerdings das Janina gerne ein anderes Pferd wollte und zwei Pferde zu unterhalten war auch hier nicht möglich und abgesehen davon auch nicht sinnvoll. Es musste also eine Lösung her. Eine die gut für alle Parteien war. Anfang März kam Janina dann mit einer Lösung, mit der sich meine Familie bis heute noch schwer tut. Auch für mich ist es nicht leicht, hat Janina doch letztes Jahr um diese Zeit sehr viel Geld in diese Stute investiert. Sie wollte mir Flika schenken oder überlassen wie auch immer man es nennen mag. Dieses verrückte aber auch liebenswerte Pferd sollte einfach so mir gehören. Unter der Voraussetzung natürlich meine Eltern sind einverstanden und ich kann sie zuhause stehen lassen. Nach reichlicher Überlegung sind wir uns auch hier alle einig geworden. Mittlerweile bin ich also stolze Besitzerin des Flikapferdchens. Janina kommt uns fast jedes Wochenende besuchen und auf Turnieren kommen wir ohne Probleme durch ein A Springen. Sogar im Gelände können wir entspannt alleine oder in der Gruppe unsere Galoppstrecken genießen und auch auf dem Platz wird es langsam aber sicher immer und immer besser. Ich bin gespannt wo was wir noch erreichen werden und wann wir den Sprung in einen ganz normalen „Reitalltag“ geschafft haben. Ich finde, wir sind auf dem besten Weg dorthin!♥

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