Home NewsTradition oder Tierleid: Die Debatte um Pferde im Kölner Rosenmontagszug

Tradition oder Tierleid: Die Debatte um Pferde im Kölner Rosenmontagszug

von Michelle Breitenfeld

Der Einsatz von Pferden im Kölner Karneval sorgt erneut für heftige Diskussionen zwischen Brauchtumspflege und Tierschutzanforderungen. Während Köln an den berittenen Korps festhält, haben andere Städte den Einsatz der Tiere bereits untersagt.

Sicherheitskonzepte und strenge Auflagen in Köln

Für den kommenden Rosenmontagszug sind rund 230 Pferde in der Kölner Innenstadt geplant. Das Festkomitee Kölner Karneval betont, dass die Sicherheitsvorkehrungen weit über die offiziellen Leitlinien des Landes NRW hinausgehen. So müssen Reiter und Pferdebegleiter spezielle Qualifikationsprüfungen ablegen und ein ganzjähriges Training mit den Tieren nachweisen. Vor dem Start findet zudem eine tierärztliche Kontrolle statt, bei der nervöse Tiere konsequent ausgeschlossen werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, das Kulturgut Pferd im Karneval sicher zu erhalten.

Kritik von Tierschützern und Unfallrisiken

Tierschutzorganisationen wie Peta und der Deutsche Tierschutzbund sehen die Situation deutlich kritischer. Sie argumentieren, dass Pferde als Fluchttiere in der Kulisse aus lauter Musik, Menschenmassen und fliegenden Süßigkeiten extremem Stress ausgesetzt sind. Kritiker verweisen zudem auf vergangene Unfälle, wie etwa im Jahr 2017 und 2018, bei denen Pferde durchgingen oder zusammenbrachen. In Bonn wurde deshalb bereits die Entscheidung getroffen, vollständig auf Pferde im Rosenmontagszug zu verzichten, was dort mit einer Mischung aus Bedauern und Verständnis aufgenommen wurde.

Politische Lage im Stadtrat

Trotz wiederholter Anträge im Kölner Stadtrat, den Einsatz von Pferden zu verbieten, gab es bisher keine politische Mehrheit für eine solche Änderung. Die Stadt hält somit vorerst an der Tradition fest, während die Zahl der teilnehmenden Tiere über die letzten zehn Jahre bereits von 500 auf 230 halbiert wurde.

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