Sie soll fein und ruhig sein – die Reiterhand. Doch was heißt das eigentlich? Und wie bekomme ich sie? ehorses hat 7 Tipps für Dich.
„Hände ruhiger!“ Diesen Spruch hat wohl jeder Reiter schon mehr als einmal vom Reitlehrer gehört. Doch woher kommt sie eigentlich, die unruhige Hand? Die Ursachenforschung kann durchaus in andere Körperregionen führen, denn unter anderem können eine starre Hüfte oder auch ein fehlendes Gefühl für die richtige Balance für unruhige Reiterhände sorgen. Und natürlich kann auch schlicht eine falsche Handhaltung der Grund sein.
Die Folgen davon spürt Dein Pferd sofort. Schließlich wirken unsere Hände direkt auf das Pferdmaul oder das Nasenbein ein. Und da beide sehr empfindlich sind, ist eine ruhige und feine Reiterhand natürlich ein Ziel.
Damit Dir das gelingt, haben wir hier sieben Tipps für Dich:
1. Reiterhand: Sanft – aber nicht zu sanft
Klar, die Verbindung zum Pferdemaul soll sanft sein. Das Problem dabei: Manche Reiter halten deshalb die Zügel nur mit zwei oder drei Fingern. Oder sie schließen die Zügelfaust nicht vollständig – reiten also mit einer so genannten offenen Zügelfaust. Die Idee dahinter: So halten sie die Zügel leichter – und damit sind doch auch die Hilfen sanfter. Oder? Leider ist oft das Gegenteil der Fall. Durch die offene Faust liegen die Zügel nicht sicher in der Hand, die Hilfen werden ungenau und nicht gezielt.
2. Nachgeben – in Maßen
Natürlich soll Deine Reiterhand nicht starr sein, sondern bei den Nick-Bewegungen Deines Pferdes mitgehen. Nur: Das muss in Maßen geschehen. Wenn Du es damit übertreibst, bewegt sich nämlich nicht nur Deine Hand, sondern auch Deine Schulter. Der Effekt: Die Verbindung zum Pferdemaul geht verloren. Und durch die Unruhe verunsicherst Du am Ende Dich und Dein Pferd…

3. Übung für die Reiterhand
Wenn Du Deine Handhaltung einmal überprüfen möchtest, hilft ein Training aus den Kinder-Reitstunden: Du klemmst Dir einfach zwei große Löffel zwischen Daumen, Zügel und Zeigefinger. Auf die Löffel legst Du zwei Tischtennisbälle. Und jetzt reitest Du los – und versuchst dabei natürlich, die Bälle nicht zu verlieren.
4. Absolute Ruhe üben
Halten – und dann erst einmal Ruhe! Das klingt leicht, ist aber tatsächlich gar nicht so einfach. Denn die meisten Reiter fangen schon nach wenigen Sekunden an zu „fummeln“. Teste Dich doch mal selbst: Reite Schritt, dann die Parade zum Halt und für die nächsten fünf Sekunden machst Du – nichts! Du wirst erstaunt sein, wie schnell Du doch schon anfängst mit den Zügeln zu „spielen“. Deshalb: Trainiere diese Ruhephasen immer wieder einmal. Also einfach stillsitzen, tief durchatmen – und die Hände ganz ruhig lassen.

5. Lockere Schulter für die Reiterhand
Eine verspannte Schulter sorgt für starre Hände. Deshalb ist es sinnvoll, die Schultern vor dem Reiten aufzulockern. Die einfachste Übung dafür: Lasse beide Arme locker seitlich am Körper nach unten hängen. Kreise nun mit beiden Schultern gleichzeitig, erst vorwärts und dann rückwärts. Wiederhole diese Übung je fünf bis zehn Mal.
Eine zweite einfache Übung: Nimm ein Gewicht von circa 500 Gramm (zum Beispiel eine Wasserflasche) in beide Hände. Pendele nun mit beiden Armen etwa ein bis zwei Minuten locker vor und zurück.
6. Pilates für einen geschmeidigen Sitz
Wenn Dein Sitz Deine Hand unruhig macht, kann Pilates helfen. Denn: Der Fokus beim Pilates liegt auf der Kräftigung der Körpermitte – also der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur. Und genau diese Muskeln brauchen wir für einen guten Sitz. Dazu verbessert Pilates die Körperhaltung und schult das Körpergefühl.

7. Zügelbrücke für mehr Gefühl
Mit der Zügelbrücke kannst Du Deine Handhaltung kontrollieren und die Hände ruhiger bekommen. Dafür legst Du beide Zügel vor dir übereinander und nimmst dann jeweils beide Zügel in jede Hand. Dann die Hände aufrecht stellen, so dass eine Faust dazwischen passt. So wirken beide Hände gleichzeitig und bleiben ruhig. Ganz wichtig dabei: Nicht verspannen. Heißt: Locker in der Hüfte und mit den Händen mitschwingen.











