Startseite » Was ist eine Reitbeteiligung? (inkl. Reitbeteiligungsvertrag)

Was ist eine Reitbeteiligung? (inkl. Reitbeteiligungsvertrag)

von Johanna Riem
6 Kommentare

Du bist Pferdebesitzer, aber kannst nicht so gut für Dein Pferd da sein, wie Du es gerne wollen würdest? Oder bist du Reiter und kannst oder möchtest kein eigenes Pferd besitzen? Dann wäre eine Reitbeteiligung genau das Richtige für Dich! Was die Reitbeteiligung für Vorteile bietet und wie ein Reitbeteiligungsvertrag aussehen muss, berichten wir Dir hier!

Was ist eine Reitbeteiligung?

Wir haben die Antworten auf die Frage. Bei einer Reitbeteiligung wird ein Reitbeteiligungsvertrag zwischen zwei Parteien abgeschlossen: Dem Pferdehalter und dem Reiter. Der Reiter verpflichtet sich dazu, den Besitzer bei der Pflege und der Bewegung seines Pferdes zu unterstützen und sich bei den Kosten zu beteiligen. Der Halter hingegen unterzeichnet damit die Nutzungsberechtigung an seinem Pferd.

Von einer Reitbeteiligung profitieren sowohl der Pferdebesitzer als auch der Reiter. Ein Pferd zu halten, zu pflegen und zu reiten nimmt viel Zeit und vor allem Kosten in Anspruch. Wenn Du als Besitzer nicht genügend Zeit für deinen Liebling hast, kann Dir eine Reitbeteiligung unter die Arme greifen. Für Reiter, die die nötige Zeit mitbringen aber vielleicht nicht die finanziellen Mittel für ein eigenes Pferd aufbringen können, ist das eine super Lösung.

Durch einen Reitbeteiligungsvertrag werden alle Pflichten und Rechte zwischen den Parteien sauber geregelt, damit es nicht zu Konflikten kommt.

Wieso ist eine Reitbeteiligung sinnvoll?

Eine Reitbeteiligung ist dann für Dich sinnvoll, wenn du Pferdebesitzer bist, aber nicht so gut für Dein Pferd da sein kannst, wie Du gern wolltest. Eine Reitbeteiligung hat diese Zeit, um dir unter die Arme zu greifen. Für sie ist es sinnvoll, wenn die finanziellen Mittel für ein eigenes Pferd nicht ausreichen oder einfach kein eigenes gewünscht ist.

Welche Aspekte muss ein Reitbeteiligungsvertrag beinhalten?

Ein Reitbeteiligungsvertrag ist für beide Seiten von Vorteil, sollte es mal zu Schwierigkeiten kommen. Es werden alle Rechte und Pflichten für den Ernstfall, z.B. Reitunfall, geregelt. Der Vertrag der Parteien gibt Aufschluss darüber, wie man sich in solchen Fällen verhalten muss.

Aus Sicht des Reiters ist dies besonders wichtig, um ihn vor hohen Schadensforderungen zu schützen, für die er nicht verantwortlich ist. Dabei ist wichtig, die Pferdehaftpflichtversicherung zu kontrollieren und seine eigene private Unfallversicherung abzuschließen. Sollte sich herausstellen, dass der Besitzer die Reitbeteiligung für die körperliche Arbeit ausnutzt, auf die er selbst keine Lust hat, so kann sich der Reiter auf den Vertrag beziehen.

Aus Sicht des Pferdehalters ist der Vertrag eine Absicherung zur Einhaltung der Pflichten. Beispielsweise in Hinblick auf die Kosten oder den Umgang mit dem Pferd. Hier kann genau festgelegt werden, was gewünscht ist und sollte sich die Reitbeteiligung nicht an den unterschriebenen Vertragsinhalt halten, kann sich der Besitzer auf diesen beziehen.

Der Reitbeteiligungsvertrag sollte aus diesem Grund die wichtigsten Informationen beinhalten. Hier geben wir Dir ein paar Tipps, was unbedingt darin enthalten sein sollte:

  • Name und Anschrift des Eigentümers
  • Name und Anschrift der Reitbeteiligung
  • Name und Lebensnummer des Pferdes, um das es geht
  • Was genau mit dem Pferd gemacht werden darf
    • Reiten (Reitweisen: Dressur, Springen, Ausreiten, Westernreiten, Unterricht auf eigene Kosten)
    • Turniere oder andere Veranstaltungen
    • Wie oft pro Woche geritten werden darf
  • Pflichten des Eigentümers (Zur Verfügung stellen der Ausrüstung etc.)
  • Kostenbeteiligung
  • Vertragsdauer und Kündigungsfrist
  • Sonstige Pflichten
    • Helmpflicht
    • Schutzweste
    • Einhaltung von Stallregeln
    • Pflege der Ausrüstung
    • Ausmisten
    • Fütterung
    • etc.
  • Bekannte Krankheiten oder Unarten des Pferdes
  • Haftung
  • Versicherungen

Welche Aspekte muss ein Reitbeteiligungsvertrag beinhalten?

Am wichtigsten beim Reitbeteiligungsvertrag sind die zwei Parteien inkl. Pferd, ihre beiderseitigen Rechte und Pflichten, sowie Haftungsfragen und die Kostenbeteiligung.

Dos and Don’ts für Reitbeteiligungen

Verantwortung ist das A und O

Ich vertraue Dir mein Pferd an. Und damit übernimmst Du Verantwortung für sein Leben. Ich vertraue darauf, dass Du gut mit ihm umgehst, auf ihn achtest und immer mit den besten Absichten handelst.

Natürlich kann auch mal etwas passieren oder man macht etwas falsch. Das ist vollkommen normal und auch okay – solange man dafür die Verantwortung übernimmt.

Zuverlässigkeit ist mindestens ebenso wichtig

Dies sollte zwar auch in Deinem Alltag gang und gäbe sein. Aber gerade, wenn es sich um ein Lebewesen handelt, ist es doch gleich doppelt so wichtig: Sei zuverlässig! Halte Dich also bitte an Absprachen – z.B. wenn ich sage, dass Du wegen des matschigen Bodens nicht ausreiten sollst.

Und was ist, wenn mal etwas dazwischen kommt und du es nicht zum Pferd schaffst? Das ist natürlich kein Problem, aber sag bitte rechtzeitig ab.

Denk immer daran: Das Pferd ist ein Lebewesen

Du hast eine Reitbeteiligung, um reiterlich weiterzukommen? Das kann ich vollkommen verstehen! Aber mein Pferd ist kein Mittel zum Zweck. (Und das gilt wohl für alle Pferde). Zum Umgang mit einem Pferd gehören eben auch Pflege und Achtsamkeit. Er liebt es, stundenlang geputzt zu werden und möchte auch nicht klatschnass einfach nach dem Reiten „weggestellt“ werden.

Mein Pferd ist mal krank und Du kannst nicht reiten? Dann ist das leider so, aber er freut sich trotzdem über Aufmerksamkeit. Es gibt ja noch viel mehr Möglichkeiten, ihn zu beschäftigen. Gerade, wenn du mich in so Situationen unterstützt (z.B. durch Medikamentengabe), freue ich mich, dich als Reitbeteiligung haben zu dürfen.

Sorgsamkeit im Umgang mit dem Equipment

Als Reiter weißt du mit Sicherheit, wie teuer so manches Equipment sein kann. Gerade ein Sattel ist nicht mal so eben gekauft. Und dazu kommt: Es gehört nicht Dir. Gehe deswegen bitte sorgsam mit dem Zubehör um. Dazu gehört das Saubermachen des Sattelgurtes genau so wie das ordentliche Verstauen von Schabracken und Bandagen.

Pferd und Pfleger

Ehrlichkeit ist das A und O bei einer Reitbeteiligung.

Ehrlichkeit währt am längsten

Sei immer ehrlich, irgendwann kommt jede Lüge raus. Das fängt bei Kleinigkeiten an und geht bis zu Aussagen, darüber, dass es Dein Pferd sei.

Dazu gehört auch, dass du zugibst, wenn Du etwas kaputtgemacht hast. Ist es eindeutig deine Schuld? Biete an, es reparieren zu lassen oder zu ersetzen. War es eh schon alt und Du denkst, es sei durch Verschleiß passiert? Auch hier: Sei ehrlich. Auch wenn so mancher Pferdebesitzer es vielleicht nicht einsehen mag: Manchmal werden gerade Ledersachen einfach oll. Dann werde ich mich darum kümmern, das ist selbstverständlich!

Respektiere meine Entscheidungen

Ich möchte z.B. nicht, dass meiner Leckerlies bekommt. Das solltest zu akzeptieren, auch wenn Du ihn lieber mit einem Leckerli begrüßen würdest.

So hart es sich anhört: Es ist mein Pferd und damit treffe ich die Entscheidungen. Natürlich kannst du Einwände anbringen oder auch Verbesserungen vorschlagen. Aber am Ende steht mein Wort und daran musst Du Dich halten.

Ohne Konsequenz geht es nicht

Ich bin mit meinem Pferd sehr konsequent, denn die Grunderziehung ist unglaublich wichtig. Daher sei du es bitte ebenso. Ich möchte z.B. nicht, dass er bettelt oder sich beim Putzen dauernd von links nach rechts dreht. Verzieh ihn also nicht!

Ja, manchmal ist es nervig, den lieben Vierbeinern alles 20 mal „erklären“ zu müssen – aber beim 21. Mal haben sie es dann oft verstanden. Und das bedeutet für alle weniger Stress.

Stallarbeit gehört zum Reiten dazu

Für mich ist es selbstverständlich, für Dich hoffentlich auch! Auch wenn Du nicht selbst misten musst, gehört Stallarbeit einfach dazu. Angefangen beim Abäppeln in der Reithalle oder beim Fegen der Stallgasse nach dem Putzen.

Das ist auch einfach wichtig für das Stallklima. Ich finde die Haltung „Die hat das nicht gemacht, dann mach ich das auch nicht“ ganz schrecklich.

Welche Versicherung braucht man als Reitbeteiligung?

Das Pferd sollte unbedingt über eine Pferdehaftpflichtversicherung verfügen. Der Reiter sollte zudem eine private Unfallversicherung besitzen.

Wenn Du die Möglichkeit hast: Nimm Unterricht

Auch ich nehme immer regelmäßig Unterricht und viele Pferdebesitzer schreiben eine Teilnahme sogar vor. Gerade, wenn wir beide beim gleichen Trainer trainieren, ist das sinnvoll und gut für das Pferd. Dies muss je nach Deinem reiterlichen Können nicht wöchentlich sein, aber natürlich solltest Du meine Einstellung teilen: „Man lernt nie aus!„. Es ist immer gut, wenn jemand in regelmäßigen Abständen mal auf euch beide draufschaut.

Nein, es ist nicht Dein eigenes Pferd

Ich weiß, wie verlockend es sein kann, wenn jemand beim Ausreiten ganz begeistert fragt, ob es denn das eigene Pferd sei, einfach „Ja!“ zu sagen.

Oder auch in anderen Situationen – gerade im Internet kann es mal schnell passieren. Aber dennoch: Tu es bitte nicht. Erstens, werde ich es über kurz oder lang bestimmt mitbekommen. Zweitens, stell Dir einfach vor, wie Du Dich fühlen würdest, wenn jemand das über Dein Pferd sagen würde.

Stute und Fohlen

Wenn mal etwas passiert – sei es, dass sich mein Pferd verletzt hat oder auch einfach etwas kaputt gegangen ist, dann gib am besten schnellstmöglich Bescheid

Reagiere schnell in Notfällen

Wenn mal etwas passiert – sei es, dass sich mein Pferd verletzt hat oder auch einfach etwas kaputt gegangen ist – ist das bestimmt kein Weltuntergang. Aber sag mir bitte so schnell wie möglich Bescheid. Eventuell muss ich etwas ersetzen oder auch den Tierarzt einschalten – melde Dich also lieber einmal zu viel als zu wenig.

Das gilt natürlich auch, wenn Du runtergefallen bist! Ich möchte immerhin auch, dass es Dir gut geht und Du Dich wohlfühlst.

Nur Du reitest mein Pferd

Natürlich kannst Du Deine Freunde ab und zu mit in den Stall nehmen, aber sie dürfen niemals auf mein Pferd. Das ist einfach ein absolutes No-Go! Was ist, wenn etwas passiert? Im Gegensatz zu Dir sind sie nicht über den Reitbeteiligungsvertrag versichert. Außerdem darfst Du auch einfach nicht entscheiden, wer mein Pferd reiten darf und wer nicht.

Last but not least: Pünktliche Bezahlung

Am besten ist es, den monatlichen Betrag pünktlich zu übergeben oder einfach zu überweisen. (Dauerauftrag ist hier das Stichwort – so musst Du auch nicht immer dran denken.)

Mir ist es selbst unangenehm, andere immer wieder auf Geld anzusprechen – das gilt auch bei meiner Reitbeteiligung.

Ähnliche Beiträge

6 Kommentare

Anonymous 19. Juni 2017 - 10:59

Hallo,

ich bin selbst Reitbeteiligung und Besitzerin und unterschreibe die Punkte zu 100 Prozent. Ein paar Verhaltensregeln für Besitzer könntet ihr vielleicht mal in einem eurer nächsten Artikel aufgreifen, um beide Seiten abgedeckt zu haben. Beispiele: Respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe, die Reitbeteiligung als Teil des Teams sehen, der Reitbeteiligung klar definierte Aufgaben geben, nicht immer mehr Aufgaben oder heute so, morgen so, akzeptieren, dass in einem gewissen Rahmen jeder seinen eigenen Umgang mit den Pferden hat usw.

Antworten
ehorses.de - Europas führender Pferdemarkt 19. Juni 2017 - 11:10

Hallo,

vielen Dank für dein Feedback und die Tipps! Wir greifen diese gerne auf. Liebe Grüße, dein ehorses Team

Antworten
Anonymous 12. Oktober 2017 - 21:10

„Nein, es ist nicht dein eigenes Pferd“ – huch, an welche Zielgruppe richtet sich den dieser Artikel? Für mich sind sämtliche Regeln eine Selbstverständlichkeit. Nur könnte man nebenbei vielleicht auch mal noch erwähnen, das „gute“ Reitbeteiligungen eine ganz tolle Unterstützung und Entlastung sind – zeitlich wie finanziell – und dass man diesen ganz bestimmt auch etwas Wertschätzung entgegenbringen darf – nebst Verbots- und Gebotslisten.

Antworten
Joca 1. Dezember 2017 - 11:37

Ich war sowohl in der Besitzer- wie In der Reitbeteiligungs-Rolle. Der Artikel deckt wunderbar alle Punkte ab, die zwar nicht ständig vorkommen – aber für die es klare Regeln zwischen beiden Beteiligten geben sollte. Auch die Anmerkung von Anonymos ist wichtig: es muss klar sein, dass beide auf eine ähnliche Art und Weise mit dem Pferd umgehen. Das ist die Voraussetzung, dass es klappt. Dann ist auch die Wertschätzung für beide Seiten groß genug. Wichtig ist auch, dass sich beide Beteiligten in regelmäßigen Abständen sehen und sich nicht nur über WhatsApp verständigen. Beim Kaffee kann man manches klären, Infos austauschen und sich mit dem Pferd weiter entwickeln.

Antworten
Anonymous 5. April 2018 - 13:23

Schrecklich geschrieben! Vergreifen Sie sich oft im Ton im Leben? Solche arroganten Pferdebesitzer gibt es in jedem Stall! Danke, aber Ihnen würde ich meine Zeit und mein GELD (auf welches Sie scheinbar angeweisen sein müssen, wenn Sie sich eine Reitbeteiligung als Sklavin halten wollen) NIEMALS geben. Wenn Sie keinen Respekt vor Menschen haben, dann Frage ich mich ernsthaft wie es IHREM PFERD! geh!

Antworten
Johanna 24. Juni 2020 - 8:57

Sehr einseitig geschrieben, Reitbeteiligungen sind keine Dienstleister. Richtig coachen will auch gelernt sein, befremdliche Wortwahl.
Interessant wären Aussagen zu Lehrgängen und Turnierteilnahmen gewesen und wie man sich als Reitbeteiligung richtig verhält, wenn die Besitzer wenig Ahnung haben. Kommt leider auch öfter vor.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.