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Pferdegebiss: Von Hengst- und Wolfszähnen

von Michelle Breitenfeld

Ein intaktes Gebiss mit kräftigen, gesunden Zähnen ist wichtig für die Pferdegesundheit. Denn die Zähne müssen Grasbüschel abreißen und die Nahrung gut zerkleinern können. Doch wie sieht so ein Pferdegebiss eigentlich aus?

Bereits die Pferdeahnen wie Mesohippus und Parahippus hatten ein ähnliches Gebiss wie das heutige Pferd. Allerdings waren deren Zahnoberflächen für das Blätterreißen eher flach und kurzkronig ausgeprägt. Aufgrund der veränderten Futtergrundlage haben sich die Zähne im Laufe der Zeit angepasst.

Pferde haben rund 40 Zähne

Sechs Schneidezähne, sechs Vorbackenzähne und sechs Backenzähne sitzen jeweils in beiden Kiefernhälften. Neben winzigen Wolfszähnen treten manchmal auch vier Hakenzähne, sogenannte Hengstzähne, in der Lade im Unter- und Oberkiefer auf, die zum Teil auch bei Stuten auftreten. Sie sind zurückgebliebene Kampfzähne, die nur selten beim Reiten stören und häufig nur gekürzt und abgerundet werden – im Gegensatz zu Wolfszähnen. Diese sind funktionslose Überbleibsel aus früheren Evolutionsstufen und sitzen vor dem ersten Backenzahn im Oberkiefer und schmerzen oft bei Trensengebissen. Dank ihrer meist kurzen Wurzel sind sie jedoch leicht zu ziehen. Ein ausgewachsenes Pferd kann folglich 36 bis 44 Zähne aufweisen.

Besonderheit der Pferdezähne

Pferdezähne haben eine viel längere Krone als Menschenzähne und sind tief im Kiefer verborgen. Eine weitere Besonderheit ist das Nachwachsen: Jeder Zahn hat eine bestimmte Länge und schiebt sich bis zum 30. Lebensjahr immer weiter heraus, während seine Flächen durch die mahlenden Kaubewegungen abgenutzt werden. Obwohl der Zahnaufbau sehr hart ist bei einem Pflanzenfresser, ist ein gewisser Abrieb der Backenzähne von circa drei Millimeter pro Jahr normal.

Pferdemaul mit Heu.
Foto: pixabay.de/rihaij (Symbolfoto)

Während Kraftfutter wenig und oft nur einseitig gekaut wird, fördert das lange Zerkleinern von Raufutter die Abnutzung der Zähne optimal. Wildpferde und Zebras machen es vor: Große Mengen an trockenem, faserreichen Steppengras und feste Wurzeln erfordern starkes Kauen, wodurch sich die Backen- und Schneidezähne gleichmäßig abnutzen und nur in selten Fällen stehenbleibende Kronränder, genannt Haken, entwickeln.

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