Die Pferdelunge hat mächtig viel zu tun: Rund 90.000 Liter Luft atmet ein Pferd in Ruhe pro Tag. Mit jedem Atemzug passieren 8 Liter die Luftröhre, um die Bronchien bis in die kleinsten Lungenbläschen hinein zu fluten. Kann die Lunge ihren Job nicht mehr machen, wird das Pferd krank. Wir verraten Dir 7 Tipps, damit Dein Pferd gut durchatmen kann.
Das Problem: Die wenigsten chronischen Atemwegserkrankungen bei Pferden sind auf akute Infektionen wie zum Beispiel Pferdeinfluenza zurückzuführen. Tatsächlich haben Haltung und Fütterung einen viel stärkeren Einfluss auf die Gesundheit der Pferdelunge. Das bedeutet aber auch: Du kannst selbst aktiv dazu beitragen, dass Dein Pferd gut durchatmen kann. Mit diesen Tipps:
1. So wenig Staub wie möglich
Wenn es staubt, müssen wir husten. Und da geht es Pferden wir uns Menschen. Denn: Staubpartikel verschließen zuerst die kleinsten Atemwege und „kriechen“ dann immer weiter in die Lunge rein. Deshalb sollte das Stallklima möglichst staubfrei sein.
Das hilft:
- Vor dem Fegen die Stallgasse mit Wasser spritzen.
- Heu nicht aufschütteln, wenn Pferde in der Nähe sind.
- Einstreuen, wenn die Pferde nicht in der Box sind.
- Sand-Reitplätze immer etwas feucht halten, nicht auf staubigen Böden reiten.
2. Späne statt Stroh
Einmal Stroh aufschütteln und schon fliegen die Staubpartikel durch die Luft. Deshalb ist es vor allem für Pferde, die über lange Zeit am Tag in der Box stehen, besser, wenn sie nicht auf Stroh stehen. Alternativ sind Späne, Torf, Pellets oder Papierschnitzel als Boxeneinstreu sehr gut geeignet – und vor allem eine staubärmere Alternative.
3. Auf gutes Futter achten
Bei Raufutter gilt: Es muss einwandfrei, sauber und ohne Schimmel sein. Denn: Schimmelsporen sind Gift für die Pferdelunge. So erkennst Du schimmeliges Raufutter: Ist ein weißer Belag auf den Halmen, klebt das Heu zusammen oder riecht es muffig? Dann weg damit! Das sind nämlich alles Hinweise auf Schimmel im Heu.
Wenn Dein Pferd hustet oder hustenanfällig ist, solltest Du am besten komplett auf trockenes Heu verzichten und lieber Silage nehmen. Steht nur Heu zur Verfügung, kannst du es wässern. Wichtig: Das Heu muss wirklich bis in die Tiefe nass sein, damit der Staub gebunden wird. Dafür einen großen Behälter mit Wasser füllen, das Heu hineingeben und unters Wasser drücken, bis es vollständig vom Wasser bedeckt ist. Mindestens 30 Minuten im Wasser lassen!
4. Das ideale Stallklima
Wechselduschen gelten als Immunbooster. Und wechselnde Temperaturreize stärken auch bei Pferden die Abwehr. Im Stall sollte deshalb auf jeden Fall die Luft zirkulieren können. Das heißt: Fenster und Türen sollten geöffnet sein. Das gilt auch, wenn wir uns am liebsten in die kuschelig-warme Wohnung zurückziehen würden. Denn Pferde haben ein anderes Temperaturgefühl als wir Menschen. Außerdem fühlen sich Keime und Pilze in einem feuchtwarmen Stallklima rundum wohl.
Wichtig: Auch wenn die Luft zirkulieren muss – es darf nicht ziehen. Zugige Ritzen müssen also geschlossen werden.

5. Tränke und Krippe reinigen
Schimmel steckt nicht nur im Heu. Oft bleiben kleinste Futterreste in der Krippe liegen, die auf Dauer schimmeln können. Deshalb solltest du Krippe und auch die Tränke regelmäßig säubern, damit sich dort kein Schimmel bilden kann.
6. Bewegung ist Training für die Lunge
Die richtige Formel für eine gesunde Pferdelunge ist einfach: So wenig Zeit wie möglich in der Box verbringen. Da in Deutschland noch immer ein Großteil der Pferde in Boxenhaltung lebt, gilt für sie ganz besonders: Sie müssen täglich raus! Neben Auslauf auf der Weide kannst Du Deinem Pferd die richtige Bewegung gönnen: Lange Ausritte mit ausgedehnten Schritt- und einigen Trab- oder Galoppphasen bringen den Kreislauf in Schwung und fördern die Selbstreinigung sowie Durchblutung der Lunge.
7. Extra-Nährstoffe für die Lunge
Du kannst Dein Pferd auch Lungen-fit füttern. Vitamin A ist wichtig für den Schutz der Schleimhäute der Atemwege, die Vitamine C und E und Selen unterstützen das Immunsystem. Omega-3-Fettsäuren, die zum Beispiel in Leinöl stecken, haben eine entzündungshemmende Wirkung. Auch Kräuter können helfen: Thymian, Spitzwegerich, Fenchel, Eibischwurzel, Süßholzwurzel und Isländisch Moos können die Atemwege unterstützen. Die Kräuter kannst du zum Beispiel trocken unters Pferdefutter mischen.











