Ohne Muskeln geht gar nichts – sie sind der Motor unserer Pferde. Deshalb ist ein gutes Training für wahre Pferdestärke so wichtig. Und da heißt es: Abwechslung bringt den Muskeln neue Kraft. ehorses verrät Dir hier 7 Power-Übungen für starke Muskeln.
Wenn Dein Pferd Muskeln aufbaut, hat es dadurch nicht mehr Muskelzellen. Durch das Training werden die Zellen zum Wachstum gebracht – die Muskelfasern haben also einen größeren Umfang. Damit Muskeln aber überhaupt wachsen können, müssen sie etwas tun. Werden sie nicht genutzt, baut der Körper sie nämlich ab – das gilt für uns Menschen und auch für Pferde. Deshalb: Auch wenn Du für Deinen Sport nur spezielle Muskelgruppen besonders brauchst, hält ein gutes Rund-um-Training gesund.
Das zeigt auch: Es gibt nicht das eine Muskeltraining für Dein Pferd – der richtige Mix macht‘s. Von Dehnen über Cavaletti-Arbeit bis zum Geländetraining – hier sind sieben Übungen für starke Muskeln:
1. Dehnen für steife Muskeln
Wenn Pferdemuskeln steif oder verspannt sind, ist Dehnen eine tolle Übung. Warum? Ganz einfach: Erst wenn Muskeln locker sind, können sie wachsen. Und genau da setzen die Dehnübungen an. Für die Muskeln an Vorderbeinen, Schultern und Rumpf stellst Du Dich frontal vor Dein Pferd und greifst das Karpalgelenk, das sich in der Mitte des Vorderbeines befindet. Richte Dich auf und dehne das Pferdebein nach oben und vorne. Halte diese Position für zehn bis 30 Sekunden.
Wenn sich der Widerstand in der Muskulatur verringert, setze das Pferdebein langsam und vorsichtig wieder ab. Für die Hinterbeinmuskulatur umfasst Du das Fesselgelenk und ziehst das Bein langsam und vorsichtig zum Vorderbein. Halte diese Position maximal 30 Sekunden, bevor Du das Hinterbein wieder sachte absetzt.

Wichtig: Achte bei den Dehnübungen auf Dein Pferd. Zieht das Pferd ein Bein mehrfach weg, solltest Du weniger Dehnung fordern oder es schneller wieder aus der Dehnung entlassen. Und: Bevor Du mit den Dehnübungen beginnst, sollte Dein Pferd bereits leicht aufgewärmt sein. Zehn Minuten Schritt vorab sind ideal.
2. Lockeres Aufwärmen für alle Muskeln
Das ideale Aufwärmtraining für die Muskeln: Vorwärts-Abwärts-Reiten. Der Grund: Es trainiert alle Muskelgruppen und ist deshalb auch wichtig für den gesamten Muskelaufbau beim Pferd. Dabei wird zum Beispiel die Hinterhand entlastet und die Vorhand belastet. Durch diese Belastung verbessert sich die Brustmuskulatur. Durch das Senken des Halses wölbt sich der Brustwirbelbereich nach oben, die Oberlinie entspannt und dehnt sich, die Buchmuskeln werden aktiviert.
Wichtig: Übertreib es mit dem Vorwärts-Abwärts-Reiten nicht, da sonst die Vorhand überlastet werden könnte. Und: Bei Pferden mit Sehnenverletzungen oder Gelenkerkrankungen an der Vorhand solltest Du nur kurz so reiten.
3. Übergänge für den Rücken
Wenn Du Übergänge reitest, stärkst du den Rücken Deines Pferdes. Wichtig dabei: Die Übergänge müssen gelingen, also flüssig von hinten nach vorn, von der Hinterhand ausgehend durch den Pferdekörper. Stockende Übergänge gegen die Reiterhand sind dagegen schädlich für den Rücken. Bei den Übergängen ist alles gut: Von Schritt-Trab-Schritt bis zu Galopp-Schritt-Galopp. Auch Übergänge in der Gangart, also zulegen und wieder einfangen, fördern die Schubkraft. Dabei wölbt sich die Lendenwirbelsäule auf, die Brustwirbelsäule wird stabilisiert und die Bauchmuskulatur trainiert.

4. Halbe Kreise für die Hinterhand
Für diese Übung brauchst Du vier Bodenstangen, die Du sternförmig hinlegst. Die inneren inneren Enden sollten sich berühren, während die äußeren Enden einen Abstand von ungefähr zwei Metern haben sollten. Reite im Trab mit dem Pferd im Halbkreis über die Stangen. Wichtig: Halte dabei den Takt immer ein. So trainierst Du Schwung und die Hinterhand. Natürlich solltest Du die Übung auf der rechten und der linken Hand ausführen.
5. Cavaletti-Arbeit für die Oberlinie
Auch wenn Du nicht zu den Springreitern gehörst – regelmäßiges Cavaletti-Training solltest Du in Deinen Alltag aufbauen. Es bringt nicht nur Abwechslung, durch das Reiten über Cavalettis dehnt sich Dein Pferd vorwärts-abwärts an Deine Reiterhand. Dazu muss Dein Pferd die Beine aktiver anheben und mit der Hinterhand mehr unter den Schwerpunkt fußen. Dadurch wölbt sich die gesamte Oberlinie auf, aktiviert Schultergürtel sowie Vorder- und Hinterbeine.

6. Aquatraining hilft auch den Gelenken
Es bringt Spaß und trainiert ganz nebenbei Dein Pferd: Reite, wenn möglich, regelmäßig mit Deinem Pferd durch kleine Bäche oder flache Seen. Das lockert den Rücken des Pferdes und baut Muskulatur auf. Steht das Wasser auf Höhe des Karpalgelenks, hat eine halbe Stunde Schritt reiten im Wasser den gleichen Effekt wie eine halbe Stunde Cavaletti-Training. Mit einem großen Vorteil: Im Wasser hebt das Pferd bei jedem Schritt das Bein an und nicht, wie bei einer kurzen Cavaletti-Reihe, nur ein paar Mal. Neben den Muskeln tust Du so auch den Pferdegelenken etwas Gutes, da ihre Beweglichkeit im Wasser deutlich gesteigert wird.
Die Trainingslänge ist dabei von der Kondition des Pferdes abhängig. Bei jungen oder eher untrainierten Pferden reicht schon eine Viertelstunde Training im Wasser.
7. Hoch und runter für „versteckte“ Muskeln
Auch bei einem guten Trainingsplan bleiben ein paar Muskeln leicht „auf der Strecke“, weil sie kaum trainiert werden. Dann ist ein Ausritt ideal, wenn Du dabei Bergauf- und Bergabreiten kannst. Denn dabei werden Muskeln, Bänder und Gelenke trainiert, die Du im normalen Programm nicht so intensiv erreichst. Wenn Du bergauf reitest, muss Dein Pferd seinen Körper mit der Hinterhand schieben. Dabei senkt es automatisch den Hals und nimmt so eine Dehnungshaltung ein – dadurch wird das zum perfekten Schubkrafttraining.
Geht es bergab, richtet sich Dein Pferd automatisch auf und tritt mit seinen Hinterbeinen weit unter seinen Schwerpunkt – so wird jeder Schritt zum Tragkrafttraining. Durch diese Geländeritte förderst Du also Schub- und Tragkraft und Dein Pferd baut ganz allgemein Kraft auf.
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