Den Traum, internationale FEI-Prüfungen zu reiten, haben viele Turnierreiter. Die Atmosphäre, die Plätze und auch das internationale, teilweise hochkarätige Starterfeld reizen den einen oder die andere sehr. Doch wie nimmt man eigentlich an internationalen Turnieren teil? Musst Du dafür Berufsreiter sein?
Wenn Du mit Deinem Pferd an internationalen Prüfungen teilnehmen möchtest, stehen Dir verschiedene Möglichkeiten offen. Zum einen kannst Du regulär an FEI-Prüfungen teilnehmen. Zum anderen kannst Du an Amateurprüfungen teilnehmen, die dann international ausgeschrieben werden. Diese Amateurtouren werden auf vielen großen Turnieren angeboten. Zum Beispiel gibt es die „Spooks Amateur Trophy“ von „En Garde Marketing“, die einen Startplatz auf dem Hamburger Derby ermöglicht.
Diese Touren sind relativ kostenintensiv, dafür kannst Du meist zwischen drei Modellen wählen: Small Tour (vergleichbar mit L Springen), Medium Tour (vergleichbar mit M Springen) oder Large Tour (vergleichbar mit S Springen). Der Vorteil: Du startest nur gegen Amateure und musst Dich nicht mit den professionellen Reitern messen. Etwas kostengünstiger ist der reguläre internationale Start, dort reitest Du dann allerdings eben hauptsächlich gegen Berufsreiter.
Brauchst Du einen FEI-Pass für internationale Prüfungen?
Der Ablauf auf solchen Turnieren ist meist gleich: Anreise, freies Reiten und Vet Check, also eine Verfassungsprüfung durch Tierärzte. Wichtig ist dabei ein internationaler Pferdepass, den Du Dir über die FEI ausstellen lässt. Dafür musst Du den Pferdepass einschicken. Auf der Ausschreibung solltest Du Dich allerdings ganz genau informieren, ob die Pferde wirklich immer einen FEI-Pass benötigen, denn manche Touren setzen keinen internationalen Pass voraus, wenn man in den Amateurprüfungen startet.
Aber: Sicher ist sicher, deswegen empfiehlt sich vor allem bei regelmäßiger Teilnahme an solchen FEI-Prüfungen die Ausstellung des „Lila Passes“. Dieser Pass hat eine begrenze Laufzeit, muss regelmäßig erneuert werden und das Pferd muss zusätzlich auch Jahr für Jahr bei der FEI fortgeschrieben werden – ähnlich wie bei dem regulären Deutschen Turniersystem, wo man das Pferd auch pro Turnierjahr fortschreiben lässt.
Reitest Du die Amateurtouren, muss das Pferd zusätzlich im eigenen Besitz oder Familienbesitz sein, dementsprechend brauchst Du noch die Amateur Owner Lizenz. Den Download dafür stellt die Deutsche Reiterliche Vereinigung zur Verfügung und die Kosten sind mit rund 50 Euro überschaubar. Dies ist besonders wichtig, um faire Chancen für alle zu gewährleisten.
Starterlaubnis von FEI, FN und Veranstalter einholen
Wer regulär an internationalen Turnieren teilnehmen möchte, kommt um den FEI-Pass nicht herum. Den Pass behält der Turnierveranstalter übrigens während des Turniers bei sich: Während des Vet Checks geben die Teilnehmenden ihn bei den Tierärzten ab und bei der Abreise holen sie ihn aus dem Turnierbüro wieder ab. Außerdem braucht man für die Teilnahme an einem Turnier die Genehmigung der eigenen Reiterlichen Vereinigung einholen, in Deutschland demnach bei der FN. Dadurch kann überprüft werden, ob der Reiter oder die Reiterin über die nötigen Qualifikationen verfügt, um an der jeweiligen Prüfung teilzunehmen und die Pferde angemessen registriert sind.
Deshalb muss sowohl der Veranstalter, die FEI und die eigene Föderation die Starterlaubnis erteilen. Klingt sehr komplex, ist es allerdings am Ende gar nicht, da die verschiedenen Anlaufpunkte natürlich miteinander gut vernetzt sind. Manchmal muss man allerdings auf seine Startplätze hoffen und demnach den Turnierplan auch mal anpassen. Denn es kann passieren, dass man für ein Turnier keine Starterlaubnis erteilt bekommt, weil die Startplätze begrenzt sind. Dieses Problem hat die Top 29 der Weltrangliste nicht – aber das sind eben auch nur die besten 29 Reiter der Welt. Alle anderen müssen sich regulär um die Startplätze „bewerben“.
Wer mit seinem Pferd also international an den Start gehen will, sollte sich immer die jeweiligen Bestimmungen durchlesen: Welche Dokumente werden benötigt, was muss ich selbst mitbringen? Der Start in die internationale Turnierwelt ist mit vielen Anmeldungen und Dokumenten gepflastert. Hast Du diese Hürden jedoch gemeistert, kannst Du ganz regulär und entspannt Turniere nennen.











