Home PferdewissenStallgeflüster7 Sätze, die Richter beim Reitturnier sagen – und was sie meinen

7 Sätze, die Richter beim Reitturnier sagen – und was sie meinen

von Michelle Breitenfeld

HH geschl., ML verfehlt, P kommt auf VH – die Anmerkungen auf Dressurprotokollen sind für Außenstehende nur schwer zu verstehen. Das gilt auch für manche Richter-Kommentare. Dabei gilt für sie: Der Richter soll die Dressurreiter bei einer Prüfung professionell beurteilen. Entsprechend höflich umschreiben sie einige Dinge. Wir haben uns mal umgehört – und verraten, was Richter wirklich meinen. Natürlich mit einem Augenzwinkern…

Nach der Prüfung heißt es für Turnierreiter: Protokoll abholen und genau studieren, was die Richter gut fanden – und was nicht so gelungen war. Der erste Anhaltspunkt sind natürlich die Wertnoten. Dabei bieten einige Kommentare durchaus Raum für Spekulationen. Oder sie sorgen für Lacher, weil sie höflich umschreiben, was in der Bahn oder dem Parcours gerade passiert ist…

1. Pferd entzieht sich…

Einfacher Reiterwettbewerb bei einem Turnier in Schleswig-Holstein. Am Ende steht als Richter-Kommentar in einem Protokoll: „Pferd entzieht sich und verlässt die Bahn.“ Es ist die freundliche Umschreibung für: Pferd buckelte in der Prüfung plötzlich los und rannte zu seinen tierischen Kumpels, die außerhalb des Vierecks waren.

Pferd bei einer Dressurprüfung.
Foto: unsplash.com/Daphne (Symbolfoto)

2. Die Sache mit den Plänen

„Die Pläne von Reiter und Pferd waren dieses Mal leider nicht kompatibel“ heißt übersetzt: Pferd und Reiter hatten eindeutig unterschiedliche Vorstellungen, wie die Prüfung verlaufen soll. Und meist hat sich am Ende das Pferd durchgesetzt…

3. Einvernehmliche Trennung

„Reiterin und Pferd haben sich kurzfristig einvernehmlich getrennt.“ Ganz klar: Das ist der trockene Kommentar nachdem die Reiterin während der Prüfung vom Pferd fiel. Natürlich steht so etwas nur im Protokoll, wenn die Reiterin unverletzt blieb.

4. Kommunikatives Pferd

Jede Prüfung beginnt mit: Halten, grüßen. Das erste Kommando ist an Pferd und Reiter gerichtet, das Grüßen soll nur der Reiter übernehmen. Doch so manches Pferd nimmt alle Kommandos ernst und wiehert dann laut. Und auch während der Prüfung bleibt es nicht immer still. Während die Richter den Ritt kommentieren, wiehert und brummelt das Pferd. Das wird als Richter-Kommentare im Protokoll natürlich vermerkt: „Hier hatten wir ein sehr kommunikatives Pferd!“

Turnierreiterin grüßt Richter
Foto: unsplash.com/Philippe Oursel (Symbolfoto)

5. Sauber geritten – aber…

Wenn im Protokoll steht „saubere Galoppwechsel, aber bitte andere Prüfung nennen“ heißt das eigentlich: Dein Pferd ist umgesprungen, obwohl es das nicht sollte. Bitte üben!

6. Leichte Anspannung

Manchmal sind nicht nur die Reiter aufgeregt, auch Pferde sind in Prüfungen durchaus angespannt. Was hinterher als Richter-Kommentare auch im Protokoll steht: „Das Pferd war heute ein bisschen angespannt“ ist die höfliche Umschreibung für„Piaffe und Halbpass sind in dieser Prüfung nicht erforderlich!“

7. Umweltorientiertes Pferd

Natur ist im Trend, Umweltschutz ebenso. Das Interesse an der Umwelt kann aber bei einer Prüfung Probleme mit sich bringen. Und dann steht schon mal im Protokoll: „Die Reiterin konnte ihr umweltorientiertes Pferd leider nicht zur Mitarbeit bewegen.“ Heißt: Das Pferd hat sich für alles interessiert – aber nicht für die Lektionen, die in der Prüfung gefragt waren…

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