Home PferdewissenStallgeflüsterAberglaube im Stall: Darauf achten Reiter bei Pferden

Aberglaube im Stall: Darauf achten Reiter bei Pferden

von Michelle Breitenfeld

Schwarze Katze von links – Unglück bringt’s! Und Hufeisen bringen Glück! Okay, das ist ein Aberglaube, den alle kennen. Aber es gibt auch ganz Reitertypische Sprichwörter, die bis heute als Glücksbringer genannt werden. ehorses hat 7 besonders verbreitete hier zusammengestellt

Das Glück der Erde… Wenn es um Pferde, Glück und Unglück geht – dann fällt wohl allen ganz schnell dieser Spruch ein. Aber wusstest Du, dass er eigentlich noch weiter geht? Vollständig heißt er nämlich: „Das Paradies der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, in Gesundheit des Leibes und am Herzen des Weibes.“ Es stammt von Friedrich von Bodenstedt (1819-1892), der zu seiner Zeit als bekannter Autor galt – und hat sich bis heute als „Glücks-Spruch“ durchgesetzt.

Und auch das Hufeisen ist schon lange ein Glücksbringer. Schon vor Jahrhunderten waren sie entsprechend beliebt. Nur wie wird es aufgehängt?

Hufeisen: Öffnung nach oben oder nach unten?

Noch im Mittelalter zeigte die Öffnung nach unten. Der Grund lag im Glauben an die Macht des Eisens: Der Teufel kann nicht unter einem Eisenbogen hindurchgehen – auch wenn es ein ganz kleiner Bogen ist. Außerdem konnte so das Glück herausfließen und sich verteilen. Dann änderte sich die Richtung: Jetzt soll die Öffnung nach oben zeigen, damit sich das Glück darin wie in einem Brunnen sammeln kann…

Vier weiße Füße? Bloß nicht!

Unter Reitern gibt es aber auch ganz pferdetypischen Aberglauben. Zu dem bekanntesten gehört die Frage nach den weißen Beinen. Während die einen aus optischen Gründen auf vier weiße Beine schwören, schütteln andere sofort den Kopf. Und haben auch gleich den passenden Spruch parat: „Ein weißer Fuß – kauf es, zwei weiße Füße – brauch es, mit dreien ist es Hundefutter und mit vieren für die Schwiegermutter.“

Ein braunes Pferd mit drei weißen Füßen steht auf der Weide.
Foto: pixabay.de/photosforyou (Symbolfoto)

Ein Teufel im weißen Auge…

Du siehst das Weiß im Auge des Pferdes? Dann lass lieber die Finger davon, die sind unberechenbar – das zumindest sagt der Aberglaube. Der Grund ist simpel: Erregte Pferde reißen die Augen weit auf – und dann wird auch das Weiß der Lederhaut sichtbar. Heißt: Weil ängstliche Pferde ihre Augen aufreißen, wird das auf alle Pferde umgedeutet. Dabei gibt es auch Pferde, deren Weiß im Auge genetisch bedingt ist. In diesem Fall schimmert die Iris weiß…

Pferd, bei dem das Weiße im Auge sichtbar ist.
Foto: pixabay.de/M. Maggs (Symbolfoto)

Kein nacktes Pferd kaufen!

Okay, nackt ist irgendwie jedes Pferd. Dieser Aberglaube sagt aber, dass beim Kauf eines Pferdes immer ein „alter“ Gegenstand dabei sein soll. Also: Mindestens ein Halfter sollte mit ins neue Zuhause – das soll Pferd und Reiter nämlich Glück bringen. Der Brauch erinnert ein bisschen an eine Hochzeit, bei der die Braut ja auch unter anderem etwas Altes tragen soll…

Foto: pixabay.de/Manfred Richter (Symbolfoto)

Der Aberglaube um die Fellfarben

Hier gibt es ein Sprichwort aus dem Mittelalter: „Wähl den Rappen, willst Du Feuer, Falben gut, sind nie zu teuer, Schimmel oftmals träg geboren, Füchse haben’s hintern Ohren, Braune, leuchten sie auch wenig, sind verlässlich, drahtig, sehnig!“ Danach sind also eigentlich alle Fellfarben okay – bis auf den Schimmel.

Doch keine Sorge, falls Du einen hast: In Mythen spielten oft Schimmel eine wichtige Rolle. Alle Helden aus der Not ritten weiße Pferde, die so rein strahlten, wie ihre guten Taten. Der heilige St. Martin wird ebenso auf einem Schimmel dargestellt wie St. Georg, der Drachentöter. Und falls Du es mehr mit Märchen hast: Der Prinz hat auch einen Schimmel…

Schimmel in der Camargue.
Foto: pixabay.de/Christian Klein (Symbolfoto)

Turnier-Zöpfe – mach was Du willst!

Die einen schwören beim Turnier auf ihre Glückshandschuhe, bei anderen sind es die Strümpfe oder die Stiefel. Und auch die Zöpfe sollen als Glücksbringer herhalten. Nur: Bei diesem Aberglauben gibt es gleich zwei Varianten. Die erste sagt: Eine gerade Anzahl Pferdezöpfe bringt Glück. Die zweite sagt: Eine ungerade Anzahl Pferdezöpfe bringt Glück. Wer also sehr abergläubisch ist, sollte sich lieber auf die Glückshandschuhe verlassen…

Turnier Zöpfe
Foto: Rottmann Photography (Symbolfoto)

Stroh im Schweif wird teuer!

Du kennst sicher die alter Regel: Reite niemals ein Pferd, das Stroh im Schweif oder der Mähne hat – das soll nämlich Unglück bringen. Meist wird es auf jeden Fall erst einmal unangenehm, weil es „Mecker“ vom Reitlehrer gibt. Und dann wird es teuer – weil der Stroh-Reiter einen ausgeben muss. Und das ist für den einen oder anderen vielleicht wirklich ein Unglück…

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