Laura Goetsch ist auf Instagram für ihre lustige, authentische Art bekannt. Mit ihrem Fuchswallach „Red“ ist sie in der Vielseitigkeit unterwegs und trainiert zwischendurch bei namhaften Trainern wie Anna Siemer. Doch neben der Reiterei und ihrem trockenen Humor fällt vor allem ein weiterer Aspekt ins Auge: Lauras Gespür für Mode und die Tatsache, dass sie trotz perfekt abgestimmten Outfit im Stall anpackt.

Foto: Lena Charlwood
Mode macht Dir sichtlich Spaß und Du teilst Deine Outfits auf Instagram. Was für eine Rolle spielt Mode in Deinem (Pferde-)Alltag?
Tatsächlich bin ich schon seit ich Teenager war ein kleines Fashion-Victim.. ich hatte immer sehr viel Spaß, mich in den verschiedensten Looks und Outfits zu sehen, war immer gerne shoppen und habe die VOGUE, GLAMOUR und Co. verschlungen! So kam es dann auch, dass ich mich nach dem Abi für ein Studium in Mode- und Designmanagement entschieden habe. Da ich aber auch sehr gerne schreibe, bin ich in einer PR Agentur für Fashion & Lifestyle gelandet. Leider sind wir da auch stark von Corona betroffen, aber ich bin aktuell dabei, mir mit meinem dort erlernten Wissen selbst ein kleines Standbein aufzubauen – allerdings eher in Richtung Riders-Fashion!
In meinem Pferdealltag spielt die Mode natürlich auch eine große Rolle – keine Frage! Das fing auch schon früh an, mit meiner knall-orangenen Reithose mit Navy Vollbesatz von EuroStar.. mein Highlight Piece (man merkt, damals hatte ich KEINEN Fuchs…), welches ich immer mit einfarbigen Teilen kombiniert habe. Manchmal hat sich die Farbe der Hose noch in einem Accessoire wiedergefunden, aber ansonsten bin ich meiner Fashion-Strategie bis heute treu: ich suche mir ein „Hauptteil“ meines Looks aus und style alle anderen Teile darum herum. Mittlerweile habe ich einen echt großen Pferde-Kleiderschrank, aber fast alle Teile lassen sich easy untereinander kombinieren. Klar müssen meine Outfits für mich stimmig sein, aber ich habe auch keine Lust, mir da einen riesen Aufwand zu machen!

Foto: Lena Charlwood
Mittlerweile bist Du vor allem im Busch unterwegs und hast Training bei namhaften Trainern der Vielseitigkeitsszene. Welchen Anspruch hast Du an Deine Ausrüstung?
Im Gelände steht immer die Sicherheit an erster Stelle, sowohl bei meinem Pferd, als auch bei mir selbst. So eine Geländeweste kann eigentlich kaum „schön“ sein, aber das ist in dem Fall auch einfach nicht wichtig. Ich reite mit Sicherheitsweste, Schulterpolstern und Airbag-Weste, da kommt also einiges zusammen! Neben dem Sicherheitsaspekt ist die Passform aber auch super wichtig! Ich reite ausschließlich mit langen Ärmeln im Gelände, meine Shirts müssen daher leicht, atmungsaktiv und bequem sein – kommen also eher aus dem Bereich Funktionskleidung. Bei Hosen schätze ich (nicht nur im Gelände) einen guten Kniegrip, der weder zu sehr klebt, noch zu schwach ist, um ausreichend Halt zu bieten. Für mein Pferd ist eine atmungsaktive Schabracke unabdingbar, auch die Gamaschen brauchen eine gute Belüftung!
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Deinen Alltag bereichert ein wundervoller Fuchs – wie stehst Du zu dem Vorurteil, dass Füchsen nur sehr wenige Farben „stehen“?
Für mich ist das kein wirkliches Vorurteil.. Fuchs ist nicht gleich Fuchs, Brauner ist nicht gleich Brauner – von Pferd zu Pferd ist es also unterschiedlich, welche Farben passen. Ich habe damit Gott sei Dank kein Problem… da ich einfach kein Fan von richtig bunten Schabracken bin 😀 Passend zu meinem eher schlichten, sportlichen Style trägt mein Fuchs hauptsächlich die „Klassiker“: Blau, Braun, Schwarz, Weiß. Wenn es ganz wild wird, ist Grün mein Favorit am Fuchs! Damit macht man definitiv nichts falsch…
Auf Instagram wirst Du vor allem wegen Deiner lustigen und ehrlichen Art geschätzt. Wie stehst Du allgemein zur Plattform „Instagram“, wo siehst Du Vor- und Nachteile, vor allem in Bezug auf die Reiterwelt?
Instagram ist für mich vor Allem ein Unterhaltungsmedium. Jeder kann sich dort ganz individuell einen Feed kreieren, der auf seine eigenen Interessen zugeschnitten ist – so, als würden im TV dauerhaft nur Sendungen gezeigt, die Dir gefallen! Da kommt auch schon Problem Nr.1: vieles entspricht einfach nicht der Realität. Auf Instagram kann man sein, wer man sein möchte. Zeigen, was man zeigen möchte! Das verschiebt häufig die Erwartungshaltungen grade bei jungen Leuten… Ich bin auch kein Fan von der ständigen Suche nach einem neuen „Mehrwert“ und mag es vor allem auch nicht, wenn Pferdeblogger irgendwelche allgemeinen Tipps zu individuellen Themen wie Fütterung, Ausbildung oder Ähnlichem geben. Für so etwas gibt es Fachleute, die sich dann aber wahrscheinlich eher nicht auf einer unterhaltenden Plattform finden…Die Reiterwelt auf Instagram könnte man mit einer riesigen Stallgemeinschaft vergleichen: es gibt die Erfolgreichen, die Underdogs, die, die um jeden Preis anders sein wollen, die Pfleger, die eigentlich andauernd ein krankes Pferd haben… die Pseudo-Profis, die Neider, die Besserwisser. Und glücklicherweise ganz viele liebe, normale Leute!! Da wir auf Instagram unglaublich viel von unserem Pferdeleben preis geben, schürt das häufig aber ganz extrem den Neid, der sowieso schon ein präsentes Thema in der Pferdewelt ist. Das sehe ich tatsächlich als einen großen Nachteil, von dem ich auch selbst betroffen bin! Ein Vorteil ist aber, dass man viele tolle Kontakte knüpfen und so seinen Horizont ehrlich erweitern kann. Ich habe schon wirklich liebe Menschen kennen gelernt, das möchte ich nicht missen!!

Foto: Lena Charlwood
Du bist gerade mit Deinem Pferd umgezogen. Kannst Du den Vielseitigkeitssport in eurer neuen Heimat noch genauso ausüben, wie in eurer vorherigen?

Wir Buschreiter sind ja „Kummer“ eigentlich gewöhnt.. für unseren Sport müssen wir eigentlich immer weit fahren. Das musste ich in Düsseldorf genau so, wie ich es jetzt in Saarbrücken muss. Hier ist der Reitsport aber definitiv ganz anders. Ich habe ewig gebraucht, bis ich einen adäquaten Stall gefunden habe, der meinen Ansprüchen und vor allem meinem Pferd gerecht wird! Bisher fühlen wir uns wohl, wurden bis auf wenige Ausnahmen herzlich empfangen. Ich könnte jedes Wochenende Geländetraining reiten wenn ich wollte! Glücklicherweise ist mein Pferd aber ein kleiner Profi, er braucht nicht jede Woche einen Baumstamm springen um seinen Job zu kennen. Von daher genieße ich lieber das tolle Gelände und bereite ihn so in perfekter Umgebung auf alle kommenden Aufgaben vor!
Blicken wir mal fünf Jahre in die Zukunft – was sind drei Dinge, die Du Dir für Dein „Zukunfts-Ich“ wünschen, beziehungsweise vorstellen könntest?
Wenn ich durch Corona etwas gelernt habe ist es, nicht mehr so weit zu planen. Alleine, dass ich jetzt mit meinem Freund ins Saarland gezogen bin, stand 2015 nicht auf meiner Zukunfts-Bucket-List! Auch im Januar 2020 noch nicht… Wenn ich mir ganz allgemein etwas für mein Zukunfts-Ich wünschen würde, wäre das ein besseres Zeitmanagement! Mit etwas mehr Struktur wäre mein Alltag definitiv leichter. Ich möchte mich langfristig selbstständig machen, dafür ist ein gutes Selbst-Management unabdingbar. Reiterlich wünsche ich mir für mein Zukunfts-Ich viele gesunde und erfolgreiche Turniersaisons! Red ist das erste Pferd, an dem ich nach langer Zeit weiter gewachsen bin, ich bin sehr ehrgeizig und er treibt mich an, noch besser zu werden. Und nach dem ganzen Trubel der letzten Zeit, nach Studium, Berufseinstieg, Neuanfang in einer anderen Stadt und eben auch der ganzen Corona-Thematik wünsche ich mir, endlich „zu Hause“ anzukommen.















