Wer auf internationalen Turnieren starten möchte, der muss sich mit dem Reglement der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) auseinandersetzen. In Deutschland regelt die Leistungs-Prüfungs-Ordnung alle nationalen Turniere, während die internationalen Prüfungen von der FEI geregelt werden. Hier gibt es die „FEI Rules“ der einzelnen Disziplinen, die disziplinübergreifenden „General Rules“, die „FEI Statuten“ und die „Veterinary Rules“. Diese Regeln ändern sich immer wieder, manchmal sogar innerhalb einer Saison – deswegen sollte man sich dort immer auf dem neusten Stand halten. ehorses erklärt die Begrifflichkeiten des internationalen Turnier-Sports.
Internationaler Pferdepass
Der nationale Pferdepass kann ohne Probleme in den internationalen FEI-Pass umgewandelt werden. Dabei ist wichtig, dass die Zeichnung des Pferdes im Pass korrekt vorgenommen worden ist. Um diesen Pass zu beantragen, muss man den Pferdepass mitsamt eines Formulars an die FEI schicken. Formular 1 gilt für Dressur-, Spring-, Fahr- und Vielseitigkeitspferde, Formular 2 für Distanz-, Reining- und Voltigierpferde.
FEI-Registrierung
Sowohl der Reiter als auch das Pferd müssen zusätzlich zum internationalen Pferdepass bei der FEI registriert werden. Hierfür gibt es das Formular zur FEI-Registrierung oder bei Pferden die Möglichkeit, das im Online-Konto in der Pferdeübersicht direkt zu übernehmen.

Mikrochip
Alle Pferde, die neu als internationale Turnierpferde registriert werden, müssen einen Transponder tragen, der mit ISO 11784 beziehungsweise ISO 11785 kompatibel ist. Die Informationen zu diesem Chip werden im FEI-Pass vermerkt. Zu diesen Informationen gehören die Nummer und im Diagramm das Einzeichnen des Implantationsortes – auch hier gibt es wieder ein Formular, nämlich das zur Transponderbestellung. Einen Transponder oder Chip kann von jedem Tierarzt eingesetzt werden.
Ponymessung
Alle Ponys, die neu FEI-registriert werden sollen oder einen FEI-Pass bekommen, müssen sich vor ihrem ersten internationalen Start einer offiziellen internationalen Messung durch zwei FEI- Tierärzte unterziehen.
Turniernennung
Je nach Disziplin erhält man eine speziellen Startgenehmigung vom Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei. Für alle Bereiche findet man auf der Website der Deutschen Reiterlichen Vereinigung Ansprechpartner und die dazugehörigen Formulare. Es ist möglich, Einzelstartgenehmigungen oder Jahresstartgenehmigungen für ein Land zu erhalten.

Turnierklassifizierung und Prüfungen
Sobald man sich in internationalen Prüfungen umsieht, kommen einem allerhand Abkürzungen unter die Augen. Wir erklären, was welche Abkürzung bedeutet:
- CSI: Concours de saut international (Internationales Springen)
- CS: Concours de saut (Springen)
- CSIO: Concours de saut international officiel
- CD: Concours de dressage (Dressur)
- CDI: Concours de dressage international (Internationale Dressur)
- CDIO: Concours de dressage international officiel
- CA: Concours d’attelage (Fahren)
- CC: Concours complet (Vielseitigkeit)
- CV: Concours de voltige (Voltigieren)
- CE: Concours d’endurance (Distanzreiten)
- CR: Concours de reining (Reining)
Dazu gibt es noch die passenden Endungen:
- Y steht für Young Riders
- V steht für Veteran Riders
- W steht für Weltcup
- J steht für Junioren
- P steht für Ponys
- SL steht für Super League
- 1* / 2* / 3* / 4* / 5* stehen für den jeweiligen Schwierigkeitsgrad

Vet Check
Um auf dem Turnier starten zu dürfen, muss man vor Ort noch eine Verfassungsprüfung mit dem Pferd absolvieren: Dort wird der Pass überprüft und das Pferd trabt vor den Tierärzten vor, damit diese das Prädikat „fit to compete“ vergeben können. Erhält das Pferd diesen Kommentar nicht, darf es an den Prüfungen nicht starten – unabhängig davon, ob die Pferde eine lange Anreise dann umsonst absolviert haben.
Blood Rule
Sobald am Pferd irgendwo Blut zu sehen ist, werden sie von der Prüfung disqualifiziert. Dabei ist unwichtig, ob es sich um eine ernste Verletzung oder ein kleines Wehwehchen handelt – die Pferde müssen in jeder Hinsicht fit und gesund sein. Wenn ein Pferd sich also beispielsweise auf die Zunge beißt, wird es ausgeschlossen.











