Wenn man auf einem Turnier starten möchte, so muss man erst einmal eine Leistungsklasse beantragen. Die Leistungsklassen, welche es von 6 bis 1 gibt, bestimmen, in welchen Prüfungen der Reiter mit seinem Pferd starten darf.
In der LPO, also der Leistungsprüfungsordnung, ist festgelegt, welche Prüfungen man mit welcher Leistungsklasse reiten darf. In der Ausschreibung der jeweiligen Prüfung ist dann angegeben, welche Prüfungen man auf dem jeweiligen Turnier mit dieser Leistungsklasse (LK) reiten kann. Natürlich unter Berücksichtigung der offiziellen Statuten der LPO. Eine Leistungsklasse gilt nur für jeweils eine Disziplin, sprich ein Reiter kann für unterschiedliche Disziplinen unterschiedliche Leistungsklassen haben. Dadurch kann er oder sie auf unterschiedlichem Prüfungsniveau reiten, je nachdem, in welcher Sparte er oder sie sich gerade bewegt.
Die Leistungsklasse 0
Mit der Leistungsklasse 0 kann man an Führzügelwettbewerben, Reiterwettbewerben, Springreiterwettbewerben, in E-Dressuren und E-Springen starten.
Die Leistungsklasse 6
Für die Leistungsklasse 6 muss man das RA 5 absolvieren. Nach erfolgreichem Bestehen kann man sich mit der Urkunde bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) anmelden und die Leistungsklasse (LK) 6 beantragen. Damit hat man dann automatisch Springen (S) 6, Vielseitigkeit (V) 6 und Dressur (D) 6. Damit kann man auf Turnieren an Prüfungen der Klassen E und A teilnehmen.
Leistungsklasse 5
Möchte man die Leistungsklasse 5 beantragen, benötigt man das RA 4, also ein weiteres Reitabzeichen. Hat man dieses bestanden, so muss man noch, je nachdem, in welcher Disziplin man die Leistungsklasse 5 haben möchte, noch eine Turnierprüfung reiten. Das heißt, man muss eine A Dressur, ein Stilspringen oder einen Stil-Geländeritt mit einer Wertnote von 5,0 oder besser absolvieren, um offiziell die LK 5 zu beantragen. Mit dieser Leistungsklasse darf man A und L reiten.
Leistungsklasse 4
Wenn die Leistungsklasse 4 beantragt werden soll, so kann man dies zwar immer noch über ein Reitabzeichen machen, jedoch auch – und den Weg wählen die meisten – über Turniererfolge. Um D4 und S4 zu erhalten, muss man drei L Platzierungen vorweisen. Wer den Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten abgelegt hat, oder die Trainer A Lizenz besitzt, erhält ebenfalls automatisch die Leistungsklasse 4. Mit der Leistungsklasse 4 darf man Prüfungen auf L und auf M Niveau reiten.
Leistungsklasse 3
Möchte man in der Schweren Klasse starten, so benötigt man mindestens die Leistungsklasse 3. Die bekommt man auch wieder über ein Reitabzeichen, aber auch über das Goldene Reitabzeichen, welches man nur aufgrund von Erfolgen verliehen bekommen kann. Auch Pferdewirtschaftsmeister mit dem Schwerpunkt auf der Reitausbildung erhalten automatisch LK3. Möchte man sich über Erfolge Hochstufen, so benötigt man drei M Platzierungen.
Leistungsklasse 2
Ab dieser Leistungsklasse kann man sich nicht mehr über Reitabzeichen qualifizieren, hier müssen Platzierungen erritten werden. Hier gelten auch pro Disziplin unterschiedliche Regelungen: wer S2 erreich möchte, braucht sechs S Platzierungen oder sechs Platzierungen unter den ersten drei Platzierten in M** Springen und eine S Platzierung unter den ersten fünf. Um D2 zu erreichen, braucht man drei S Platzierungen unter den ersten fünf oder drei M** Platzierungen unter den ersten drei und einer S Platzierung unter den besten fünf. Für V2 benötigt man entweder eine Platzierung in einem CIC***, oder eine Platzierung in einem CCI** oder zwei Platzierungen unter den ersten drei Platzierten in einem CIC**.
Leistungsklasse 1
Diese Leistungsklasse haben eigentlich nur Profi-Reiter. Für D1 sind 20 S Platzierungen unter den ersten drei und fünf Platzierungen unter den ersten fünf in einem Grand Prix, einem Grand Prix Spezial oder einer Grand Prix Kür nötig. Es ist allerdings auch möglich, D1 über zehn Platzierungen unter den ersten fünf in Grand Prix Prüfungen zu erhalten.
Um S1 zu erreichten, sind zwanzig Platzierungen unter den Top Drei in S* Springprüfungen und zehn Platzierungen unter den Top Fünf in S** Springprüfungen. Alternativ kann man auch unter die Top 5 bei einem Großen Preis bei einem CSI***, einem CSI**** oder einem CSI***** kommen, auch dann erhält man S1.
Um V1 zu erreichen, braucht man drei Platzierungen in einem CIC***. Alternativ kann man eine Platzierung in einem CCI*** oder CCI**** erhalten, auch dann erhält man V1.
Wie lange gilt eine Leistungsklasse?
Als Anrechnungszeitraum gelten immer die letzten beiden Jahre. Möchte man sich höher stufen lassen, so kann man dies dann ganz bequem am Turnierjahresende machen, wenn man eine neue Turnierlizenz beantragt. Möchte man sich innerhalb eines Turnierjahres Hochstufen lasse, so muss man bei der FN nachweisen, dass man die benötigten Qualifikationen verfügt. Beispielsweise indem man die Urkunde des Reitabzeichens verlegt oder angibt, wann man welche Erfolge erritten hat.











