Home PferdewissenPferdekaufVor dem Kauf eines Spaniers: Erst gucken und reiten

Vor dem Kauf eines Spaniers: Erst gucken und reiten

von Michelle Breitenfeld

Sie gelten als sensibel, freundlich und menschenbezogen – kein Wunder also, dass Spanier sehr beliebt sind.  Doch soll man sein Traumpferd direkt in Spanien kaufen oder lieber in Deutschland suchen? 

Schon im Mittelalter galten die edlen Spanier als die besten Reitpferde, Poeten schwärmten von ihrem Mut und ihrem Temperament, ihrer Intelligenz und ihrer Rittigkeit. Und auch heute sind die Andalusier bei uns absolut angesagt. Obwohl der Begriff ein bisschen schwammig ist – er beschreibt lediglich den Herkunftsort, also Andalusien.

Ein „echter“ Spanier ist ein P.R.E., ein Pura Raza Española (übersetzt: reine spanische Rasse). Diese Pferde sind vom spanischen Zuchtverband anerkannt, auch Vater und Mutter sind im Stutbuch eingetragen. 

Das spricht für den Kauf eines Spaniers in Deutschland

Wer sich für einen P.R.E. entscheidet, steht schnell vor der Frage: Aus dem Heimatland oder aus Deutschland?

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland Händler und Züchter, die diese Rasse anbieten. Und auch auf Portalen, findet man „seinen“ Spanier. Der Vorteil dieses Kaufs liegt auf der Hand: Hier kann man einen Verkäufer finden, der nicht zu weit entfernt lebt, das Pferd vor dem Kauf in Ruhe ausprobieren.

Nicht zu unterschätzen ist auch, dass ein Kauf in Deutschland „alltäglicher“ ist – heißt: Interessierte sind nicht in Urlaubslaune, die für eine rosarote Brille sorgen kann. Dazu kommt: Alle Verträge sind auf Deutsch, man weiß also, was man unterschreibt. Und es gilt das deutsche Recht.

Ebenfalls ein Argument: Ein langer Transport ist nicht mehr nötig.

Das spricht für den Kauf eines Spaniers in Spanien

Wer sein Pferd lieber direkt in Spanien kaufen möchte, sollte auf eins verzichten – auf den Blindkauf. Denn das Pferd, das auf dem Foto so toll aussieht, soll ja auch zu dem Reiter oder der Reiterin passen. Und den Charakter eines Pferdes lernt man auch auf Bilder nicht kennen.

Damit bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder mit Hilfe eines Vermittlers das Traumpferd finden – oder selbst hinfliegen. Für was man sich auch entscheidet: Entsprechend steigen die Kosten, denn egal ob Vermittler oder selbst direkt kaufen – die Leistung oder die Flüge und Übernachtungen kosten Extra-Geld. 

Wer dagegen im Spanien-Urlaub ist und dabei sein Traumpferd entdeckt, will meist sofort kaufen. Aber auch hier gilt: Nicht überstürzt handeln! Auch dort gibt es Ankaufsuntersuchungen und die sollte man auf jeden Fall machen.

Zur Absicherung raten Experten noch zu einem Zusatz im Kaufvertrag, dass das Pferd auch in Deutschland noch einmal untersucht wird. Das kostet zwar wieder Geld, bringt aber die Sicherheit, dass das Pferd wirklich so gesund ist, wie es in Spanien gesagt wurde.

Apropos gesagt: Die Sprache kann natürlich auch zum Problem werden. Experten raten daher klar davon ab, dass man einen Kaufvertrag unterschreibt, wenn man kein Wort davon versteht.

Fertig für die Ausreise – und dann?

Neben dem Pferdepass braucht man auch Ausreisepapiere vom Amtstierarzt (Kosten: etwa 100 Euro). Den Transport sollte ein professionelles Unternehmen durchführen. Wichtig: Bei langen Strecken mit dem Pferd sollten im Abstand von etwa vier Stunden eine Pause eingelegt werden, um das Pferd mit Wasser und Futter zu versorgen.

Und wenn etwas passiert? Für Transporteure ist eine Pflichtversicherung vorgeschrieben, die finanziell vor Transportschäden schützen soll. Aber: Diese trägt allerdings meist nur einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes des Pferdes. Daher ist es durchaus ratsam selbst eine Transportversicherung abzuschließen – oder man wählt ein Unternehmen aus, dass eine solche Versicherung anbietet. Kosten: ca. 900 bis 1500 Euro, der Preis richtet sich natürlich danach, von wo bis wohin das Pferd gefahren werden muss.

 

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