Das 95. Deutsche Spring- und Dressur-Derby in Hamburg-Klein Flottbek bot den Zuschauern Pferdesport auf absolutem Weltklasse-Niveau. Neben den traditionellen Derby-Entscheidungen am Sonntag sorgte bereits der Samstag für Riesenstimmung im Parcours und im Viereck. Während André Thieme im Großen Preis von Hamburg glänzte, schrieben Frederic Tillmann und Isabell Werth am Sonntag ihre ganz eigenen Erfolgsgeschichten.
Hinweis: Das Symbolbild ist KI-generiert und dient zur Veranschaulichung.
André Thieme feiert emotionalen Sieg im Großen Preis
Der Samstag stand ganz im Zeichen des mit 250.000 Euro dotierten Großen Preises von Hamburg. In einem hochkarätig besetzten Stechen, das insgesamt acht Paare erreichten, zeigte der Mecklenburger André Thieme mit seiner Ausnahme-Stute Chakaria eine absolute Meisterleistung. In fehlerfreien 39,59 Sekunden lieferte das Paar den schnellsten Ritt des Tages ab.
Damit verwies Thieme die Belgierinnen Emilie Conter auf Portobella van de Fruitkorf und Gudrun Patteet auf die Plätze zwei und drei. Auch weitere deutsche Top-Reiter zeigten starke Runden: Harm Lahde belegte Rang vier, Janne Friederike Meyer-Zimmermann wurde Sechste und Vorjahressieger Christian Ahlmann landete auf dem achten Platz. Nach seinem Erfolg lobte Thieme seine Stute überschwänglich als krasses Pferd, das all seine Stärken ausgespielt habe.
Zwei fehlerfreie Runden im geschichtsträchtigen Derby-Parcours
Am Sonntag richteten sich alle Augen auf den legendären und extrem schweren Derby-Parcours. In der langen Historie des Traditionsturniers sind Runden ohne Strafpunkte ein absolutes Highlight. Frederic Tillmann und Simon Heineke schafften genau dieses Kunststück. Sie lieferten mit ihren Pferden die Runden Nummer 166 und 167 mit weißer Weste in der gesamten Geschichte des Spring-Derbys ab.
Im entscheidenden Stechen behielt Frederic Tillmann aus Grevenbroich die Nerven. Mit seinem zwölfjährigen Wallach Comanche blieb er erneut fehlerfrei und sicherte sich den ersehnten Premierensieg, nachdem er in den Vorjahren bereits zweimal Zweiter und einmal Vierter geworden war. Damit wiederholte er den Familienerfolg seines Bruders Gilbert, der auf den Tag genau vor 13 Jahren das Derby gewonnen hatte.
Simon Heineke und Cordillo kassierten im Stechen elf Strafpunkte und belegten Platz zwei. André Thieme, der am Vortag noch triumphiert hatte, verpasste mit Paule durch einen Flüchtigkeitsfehler am Einsprung zum Wall seinen fünften Derby-Sieg und wurde Dritter.
Isabell Werth eilt von Sieg zu Sieg und fordert Olympia
Im Dressurviereck war Rekord-Olympiasiegerin Isabell Werth das gesamte Wochenende eine Klasse für sich. Bereits am Freitag feierte sie im Grand Prix einen Doppelerfolg: Platz eins mit ihrem Top-Pferd Wendy de Fontaine und Platz zwei mit dem jungen Hengst Viva Gold. Am Samstag dominierte sie mit Wendy den Grand Prix Special mit 80,021 Prozentpunkten vor der Norwegerin Isabel Freese auf Total Hope und Leonie Richter auf Lord Europe.
Am Sonntag krönte die Rheinbergerin ihre Leistung in der entscheidenden Grand-Prix-Kür. Mit Viva Gold ritt sie zu herausragenden 84,365 Prozentpunkten und sicherte sich damit zum sechsten Mal das begehrte Blaue Band für den Gesamtsieg des Derbys. Ingrid Klimke und First Class belegten Platz zwei, gefolgt von Moritz Treffinger mit Fiderdance auf dem dritten Rang.
Abseits des sportlichen Erfolgs nutzte Werth die Aufmerksamkeit für einen flammenden Appell im NDR. Sie sprach sich vehement für eine deutsche Olympia-Bewerbung für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 aus und betonte, dass der gesellschaftliche und wirtschaftliche Mehrwert eines solchen Großereignisses die Investitionen bei weitem übertreffen würde.
Quellen: www.ndr.de, www.ndr.de, www.www.longinestiming.com











