Home NewsSWR-Doku hinterfragt Tierarztkosten: Ist die Gebührenordnung noch zeitgemäß?

SWR-Doku hinterfragt Tierarztkosten: Ist die Gebührenordnung noch zeitgemäß?

von Michelle Breitenfeld

Die Tierarztkosten in Deutschland sorgen seit der GOT-Reform für hitzige Diskussionen unter Pferdebesitzern. Eine aktuelle Fernseh-Dokumentation des SWR beleuchtet nun das System hinter den Preisen und lässt Tierhalter sowie Tierärzte zu Wort kommen.

Hinweis: Das Symbolbild ist KI-generiert und dient zur Veranschaulichung.

SWR-Dokumentation nimmt das System der Tierarztkosten unter die Lupe

Das Thema Tierarztkosten betrifft jeden Pferdehalter existentiell. Wenn der Vierbeiner in die Klinik muss, schießen die Rechnungen seit der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte, kurz GOT, massiv in die Höhe. Der Südwestrundfunk hat dieser Problematik nun eine eigene Dokumentation gewidmet. Der Film mit dem Titel Die Story – Tierisch teuer – was hinter den hohen Tierarztkosten steckt läuft am Dienstag, 19. Mai, um 21 Uhr im SWR-Fernsehen und ist bereits direkt in der ARD Mediathek sowie auf YouTube abrufbar. Die Macher versprechen einen tiefen Einblick in ein System unter Druck und stellen die Frage, wie bezahlbar die Tierliebe in Zukunft überhaupt noch ist.

Tierhalter-Vereinigung fordert radikales Umdenken und Abschaffung der GOT

Passend zur Ausstrahlung der Dokumentation meldet sich die Vereinigung Deutscher Tierhalter zu Wort. Aus Sicht der Vereinigung schützt die aktuelle GOT die Tierhalter keineswegs ausreichend. Neben den ohnehin gestiegenen Gebührensätzen stehen vor allem die großen Ermessensspielräume in der Kritik, die den Tierärzten bei der Abrechnung zur Verfügung stehen. Eine reine Nachregulierung oder kosmetische Korrekturen an der bestehenden Verordnung reichen laut den Verbraucherschützern nicht aus. Sie fordern daher die komplette Abschaffung der GOT.

Mehr Transparenz und ein Blick nach Österreich als mögliches Vorbild

Nach einer Abschaffung der GOT könnten Tierarztpraxen ihre Preise individuell und betriebswirtschaftlich sinnvoll kalkulieren. Für Pferdebesitzer hätte dies den Vorteil, dass Praxen spezielle Vorsorgepläne anbieten und Versicherungen feste Pauschalen für Behandlungen vereinbaren könnten. Das würde die Kosten im Vorfeld deutlich transparenter und kalkulierbarer machen. Die Vereinigung warnt gleichzeitig vor einer bloßen Unverbindlichkeit der GOT, da die alten Sätze sonst weiterhin als starrer Maßstab dienen würden. Als positives Beispiel wird Österreich genannt, wo die feste Gebührentabelle abgeschafft und durch unverbindliche Honorarempfehlungen ersetzt wurde. Ein solches Modell mit Richtwerten könnte auch für den deutschen Markt eine zukunftsträchtige Orientierung bieten.

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