Das wohl berühmteste Reitturnier der Welt sorgt in diesem Jahr schon vor dem ersten Start für großes Aufsehen, allerdings nicht nur durch den Sport, sondern durch seinen Namen. Wer auf die Plakate und Ankündigungen blickt, reibt sich verwundert die Augen: Der traditionsreiche CHIO Aachen heißt in diesem Jahr offiziell Tschio. Was im ersten Moment wie ein Tippfehler wirkt, hat einen handfesten rechtlichen Hintergrund und eine gehörige Portion Aachener Humor.
Warum der Titel CHIO nicht genutzt werden darf
Die Abkürzung CHIO steht für Concours Hippique International Officiel. Dieser Titel ist im Pferdesport streng geschützt und darf pro Land nur ein einziges Mal pro Jahr für das offizielle Nationenpreisturnier vergeben werden. Genau hier liegt der Grund für die Änderung: Aachen ist im August der stolze Austragungsort der diesjährigen Weltmeisterschaft. Aus diesem Grund ist das aktuelle dreitägige Traditionsturnier im Mai eine deutlich kleinere Light-Version, bei der die klassischen Teamwettbewerbe der Nationalmannschaften fehlen. Aachener Sportchefin Birgit Rosenberg erklärte dazu ganz offen, dass sich das Turnier in diesem Jahr schlichtweg nicht so hätte nennen dürfen.
Die findige Lösung der Organisatoren
Die Macher des Turniers ließen sich von den bürokratischen Hürden jedoch nicht die Laune verderben. Statt nach einem sperrigen Ersatznamen zu suchen, entschieden sie sich für eine sympathische und extrem nahbare Lösung. Sie tauften das Event einfach so, wie es die meisten Aachener und Reitsportfans im Alltag ohnehin schon immer ausgesprochen haben: Tschio.
Sportliche Spitzenklasse trotz Light-Version
Auch wenn der offizielle Titel fehlt und das Programm gestrafft ist, leidet die sportliche Qualität keineswegs. Für die Springreiter ist das Event genauso attraktiv wie eh und je. Das zeigt ein Blick auf die Nennliste: Von den Top 30 der Weltrangliste reiten 29 Stars in der Soers. Für sie geht es um die erste ganz große Sichtung für die Heim-WM im August und um die Millionen-Prämie im Rolex Grand Slam, auf die besonders Europameister Richard Vogel mit United Touch ein Auge geworfen hat.
Quellen: www.sport.orf.at, www.welt.de











