Home NewsRidersDeal Studie 2026: So tickt die Pferdewelt

RidersDeal Studie 2026: So tickt die Pferdewelt

von Michelle Breitenfeld

Die RidersDeal Community Studie 2026 deckt auf, wie stark der Kostendruck die Pferdewelt prägt und wo Reiter dennoch konsequent Prioritäten setzen. Für die bisher größte Erhebung des Unternehmens wurden 3.515 Reiterinnen und Reiter aus der DACH-Region befragt. Die wichtigsten Kernaussagen der Untersuchung haben wir im Folgenden für dich zusammengefasst, während du die vollständige Studie direkt bei RidersDeal nachlesen kannst.

Krise im Stall: Wo Reiter sparen und das Paradoxon bei den Versicherungen

Die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) und die gestiegenen Lebenshaltungskosten setzen die Pferdewelt unter strukturellen Druck. Die Studie zeigt jedoch, dass Pferdehalter einen klaren Werte-Kompass beim Sparen verfolgen: Während 41% bei der eigenen Ausrüstung, 26% beim Reitunterricht und 18% bei der Turnierteilnahme sparen, reduzieren nur 9,5% die Ausgaben beim Tierarzt und lediglich 7,7% beim Futter. Obwohl 89% der Befragten die gestiegenen Tierarztkosten im Alltag deutlich spüren, offenbart die Erhebung ein riskantes Versicherungs-Paradoxon: Ausgerechnet 35% der Pferdehalter besitzen keine OP- oder Krankenversicherung für ihr Tier. Die Mehrheit verzichtet darauf, weil die Tarife zu teuer sind (20%), oder weil sie sich bewusst gegen eine Absicherung entschieden haben (14%). Hier klafft eine gefährliche Lücke zwischen den finanziellen Realitäten der Reiter und den aktuellen Marktangeboten.

Abwanderung und Vereinskrise: Warum das Turniersystem krankt

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist die stille Abwanderung aus dem Turniersport, denn stolze 71% der Befragten nehmen nicht oder nicht mehr an Turnieren teil. Selbst bei den erfahrenen Reitern, die seit über 30 Jahren im Sattel sitzen, liegt die Aussteigerquote bei 45%. Die Hauptgründe dafür sind überraschenderweise nicht primär finanzieller Natur: 36% nennen den zu hohen Aufwand und 33% den Stress für das Pferd als Hauptursache, während reine Kostenfaktoren wie Meldegebühren (15%) und Transportkosten (11%) erst mit großem Abstand folgen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei den Reitvereinen wider, die immer weniger Turniere ausrichten. Die Befragten sehen hier eine klare Trias aus zu hohen Kosten (81%), einem akuten Mangel an freiwilligen Helfern (77%) und einem generell zu hohen organisatorischen Aufwand (73%)

Zwischen Digitalisierung und Emotionen: KI-Nutzung und der wahre Frustfaktor

Die Digitalisierung hat längst Einzug in den Pferdestall erhalten, da bereits 60% der Befragten – darunter auch 38% der Halter von Senior-Pferden – KI-Tools wie ChatGPT für pferdespezifische Fragen nutzen. Das Vorurteil, KI sei nur etwas für die jüngere Generation, wird damit widerlegt; bei ernsthaften Problemen oder medizinischen Fragen vertraut die Community im Ranking jedoch weiterhin ganz klassisch auf Menschen wie Tierärzte, Trainer und Stallkollegen. Abseits der Technik zeigt die Studie einen tiefen sozialen Schmerzpunkt in der Szene, der kaum ausgesprochen wird: Auf die offene Frage nach dem größten Frustfaktor im Reitsport entfallen 43% aller Nennungen auf rein zwischenmenschliche Themen wie Neid und Missgunst (21%), Lästern (10%), Besserwisserei (8%) und Online-Hass (5%). Damit belastet das soziale Klima die Reiter emotional deutlich stärker als die reinen Kosten (13%) oder Tierwohl-Diskussionen (3%).

Das Pferd als mentaler Ruhepol und die methodische Basis der Studie

Trotz aller finanziellen und sozialen Belastungen bleibt die emotionale Bindung zum Partner Pferd ungebrochen stark. Auf die Frage, was das Pferd ihnen gibt, was sonst niemand geben kann, antworteten 41% der Befragten mit einem einzigen Wort: „Ruhe“. Diese häufigste Antwort der gesamten Studie zeigt, dass Pferde in krisengeprägten Zeiten der wichtigste Zufluchtsort und Seelentröster für ihre Besitzer sind, gefolgt von Liebe und Vertrauen (15%), einer Auszeit vom Alltag (8%) und purem Glück (8%). Gleichzeitig plagt 91% der Reiter, meist ausgelöst durch persönlichen Zeitmangel, mindestens manchmal ein schlechtes Gewissen ihrem Pferd gegenüber. Diese tiefen Einblicke basieren auf einer Stichprobe von 3.515 vollständigen Datensätzen aus der DACH-Region, die im März und April 2026 per Online-Befragung erhoben wurden. Das Profil der Teilnehmenden unterstreicht die hohe Expertise: 81% reiten seit mehr als 15 Jahren und 91% besitzen ein eigenes Pferd.

Die kompletten Studienergebnisse im Überblick

Du möchtest noch tiefer in die Daten eintauchen und alle 58 abgefragten Themen der großen Community-Erhebung sehen? RidersDeal stellt alle Ergebnisse und spannenden Grafiken direkt auf ihrer Übersichtsseite bereit!

Quellenhinweis: Die Daten und Zitate in diesem Artikel basieren auf der offiziellen RidersDeal Community Studie 2026. Das vollständige Deep-Dive-Deck sowie weitere Informationen findest du direkt auf der offiziellen Studienseite unter www.ridersdeal.com/reitsportstudie-2026

Dein direkter Draht zur Pferdewelt!

Mit unserem Newsletter für Pferdebegeisterte.

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.