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Wildpferde-Skandal in den USA: Vorwürfe gegen Trump-Behörde

von Michelle Breitenfeld

In den USA geraten Tausende geschützte Wildpferde unter der Trump-Regierung in die Kritik: Recherchen der "New York Times" zufolge verkauft eine Bundesbehörde die Mustangs zu Spottpreisen weiter, oft landen sie am Ende in ausländischen Schlachtbetrieben. Wir fassen zusammen, was bekannt ist, wie das umstrittene System funktioniert und wie beide Seiten die Vorwürfe bewerten.

Was hinter den Verkäufen steckt

Laut einer Recherche der "New York Times" auf Grundlage von Regierungsdokumenten hat das Bureau of Land Management, die für öffentliches Land zuständige US-Bundesbehörde, seine Verkäufe von Wildpferden an Dritte seit Amtsantritt der Trump-Regierung mehr als verdoppelt. Über 3.700 Mustangs haben demnach den Besitzer gewechselt.

Die Tiere werden nach Angaben der Zeitung mit Hubschraubern zusammengetrieben, in Transporter verladen und über Hunderte Kilometer gefahren, um am Ende günstig abgegeben zu werden. Offiziell ist das Schlachten von Wildpferden in den USA verboten, doch Tierschützer werfen der Behörde vor, dieses Verbot über Umwege auszuhebeln.

Wie das umstrittene System funktioniert

Das gesetzliche Verbot untersagt der Behörde zwar, Wildpferde selbst zu schlachten. Es hindert sie laut "New York Times" aber nicht daran, die Tiere zu Spottpreisen an Zwischenhändler abzugeben. Manche Mustangs wechseln demnach für gerade einmal 25 Dollar den Besitzer, obwohl allein das Einfangen eines einzelnen Tieres die Steuerzahler rund 3.000 Dollar kostet.

Für die Aufkäufer ist das Geschäft nach der Analyse der Zeitung lukrativ: In ausländischen Schlachtbetrieben lassen sich pro Pferd bis zu 750 Dollar erzielen. Die Behörde verkauft also mit deutlichem Verlust, während Dritte am Weiterverkauf verdienen.

Ein System am Kapazitätslimit

Hintergrund ist ein wachsendes Kapazitätsproblem. Auf geschütztem öffentlichem Land leben laut Bericht derzeit rund 73.000 Wildpferde. Um die Bestände zu regulieren, fängt die Behörde jährlich etwa 9.500 Tiere ein: Rund die Hälfte wird zur Adoption freigegeben, der Rest landet im staatlichen Auffangsystem.

Dieses System beherbergt der "New York Times" zufolge inzwischen 58.000 Pferde und kostet jährlich rund 100 Millionen Dollar. Die Behörde soll sogar vorgeschlagen haben, Tiere zur Kostensenkung zu töten. Der Kongress blockierte diesen Vorstoß laut Bericht aus Sorge vor öffentlicher Empörung.

Vorwürfe und Gegendarstellung

Tierschützer reagieren mit scharfer Kritik. Clare Staples, Betreiberin eines Wildpferde-Schutzgebiets, wirft der Behörde bewusstes Wegschauen vor. Gegenüber der "New York Times" sagte sie, die Behörde betreibe die Schlachtung faktisch offen, während sie sie öffentlich bestreite, und die Leidtragenden seien die Pferde.

Die Behörde selbst weist die Darstellung zurück: Sie setze sich weiterhin dafür ein, die Tiere in gute Hände zu vermitteln und ihr Wohlergehen zu schützen. Zwischen diesen beiden Positionen bleibt vieles offen, etwa wie viele der verkauften Tiere am Ende tatsächlich geschlachtet werden. Für dich als Pferdefreund bleibt vor allem eine unbequeme Frage, wie Tierschutz und Kostendruck künftig zusammenpassen sollen.

Quellen:
Merkur, "Wildpferde-Verkäufe in den USA steigen", Politik: merkur.de
news.de, "Schlachtung vor aller Augen", 26.08.2026 (auf Basis der New York Times): news.de

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