Sind Birnen für Pferde gesund?
Birnen punkten bei Pferden vor allem durch ihren milden Geschmack und ihren geringen Säuregehalt. Im Vergleich zu vielen säuerlichen Apfelsorten greifen sie die Magenschleimhaut nicht an, was sie zu einer besonders magenschonenden Belohnung macht. Zudem stecken in den Früchten wertvolle Ballaststoffe wie Pektin, die die Darmtätigkeit sanft anregen, sowie Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium und Vitamin C.
Dennoch gilt: So gesund die Inhaltsstoffe auch sind, die Birne bleibt ein reines Leckerli und hat auf dem täglichen Speiseplan in größeren Mengen nichts zu suchen.
Welche Wirkung hat die Fütterung von Birnen auf das Pferd?
Wenn du deinem Pferd Birnen fütterst, unterstützen die enthaltenen Ballaststoffe die Verdauung und liefern wertvolle Vitamine sowie Elektrolyte. Da Birnen sehr säurearm sind, greifen sie die Magenschleimhaut weniger an als säuerliches Obst.
Allerdings belastet der enthaltene Fruchtzucker bei Überfütterung die empfindliche Darmflora und hebt den Blutzuckerspiegel rasch an. Da die Verdauung des Pferdes auf rohfaserreiches Raufutter ausgelegt ist, kann ein Zuviel an zuckerhaltigem Obst zu schweren Fehlgärungen im Dickdarm führen. Zu den Nachteilen gehört auch die Konsistenz des Obstes: Weiche Birnen werden von Pferden oft hastig verschlungen, was bei falscher Zubereitung schnell zu gefährlichen Schlundverstopfungen führen kann. Die Fütterung bringt daher klare geschmackliche und gesundheitliche Vorteile mit sich, birgt bei falscher Dosierung und Zubereitung jedoch auch Risiken.

Wie viel Birne darf ein Pferd fressen?
Ein ausgewachsenes Großpferd darf eine halbe bis maximal eine ganze Birne pro Tag fressen. Halter füttern das Obst ausschließlich als gelegentliches Leckerli und keinesfalls eimerweise. Der hohe Gehalt an Fruchtzucker überfordert bei größeren Mengen den Magentrakt des Pferdes. Eine Überdosierung führt rasch zu Fehlgärungen, Blähungen oder im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Koliken.
Die genaue Portionsgröße richtet sich immer nach dem Körpergewicht des Tieres. Ponys und Kleinpferde erhalten aufgrund ihres geringeren Gewichts lediglich ein Viertel bis maximal eine halbe Birne. Wichtig ist auch, ausschließlich frisches, unbeschädigtes Obst zu verfüttern. Angeschimmeltes oder bereits stark gärendes Fallobst vom Weideboden (welches oft auch von Wespen bevölkert ist) gehört niemals in den Futtertrog.
Gerade im Spätsommer und Herbst, wenn die Bäume voller Früchte hängen, bringe ich meiner Reitbeteiligung Coquett gerne mal eine saftige Birne als Abwechslung mit. Ein Stück davon nach dem Training ist perfekt. Wichtig ist mir dabei aber immer das Maß und die Zubereitung: Birnen müssen unbedingt in längliche Spalten geschnitten werden, um einer Schlundverstopfung vorzubeugen. Wenn du die Mengen klein hältst und das Obst richtig zerkleinerst, bereitest du deinem Pferd eine gesundheitlich unbedenkliche Freude.
Michelle
Redakteurin bei ehorses
Dürfen Pferde das Kerngehäuse der Birne mitfressen?
Das Kerngehäuse der Birne kann im Prinzip mitgefressen werden, birgt aber gewisse Risiken. Die Kerne selbst enthalten zwar minimale Mengen an Blausäure, diese sind bei einer einzelnen Birne für das Pferd jedoch völlig unbedenklich.
Das größere Problem ist die Struktur der Birne: Das teilweise harte Kerngehäuse und der Stiel können sich beim Schlingen im Rachen verfangen. Zudem besteht bei unzerteilten Birnen oder großen, runden Scheiben höchste Erstickungsgefahr. Schneide die Birne vor dem Füttern daher immer in feine, längliche Streifen oder Spalten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schneidet das harte Kerngehäuse und den Stiel vor der Fütterung am besten einfach großzügig heraus.
Welche Pferde dürfen keine Birnen essen?
Pferde mit Vorerkrankungen wie dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS), Cushing (PPID) oder einer Neigung zu Hufrehe dürfen grundsätzlich keine Birnen fressen. Der hohe Anteil an leicht verdaulichem Fruchtzucker führt zu einem abrupten Anstieg des Insulinspiegels im Blut. Dieser Anstieg versetzt den Stoffwechsel in Alarmbereitschaft und löst im schlimmsten Fall schmerzhafte Hufreheschübe aus.
Auch übergewichtige Pferde oder Tiere, die zu Kotwasser, chronischen Blähungen und einer empfindlichen Verdauung neigen, profitieren nicht von dem zuckerhaltigen Snack. Hier solltest du besser auf zuckerfreie Alternativen zurückgreifen.
Hier siehst du noch einmal auf einen Blick, welche Pferde Birnen fressen dürfen und welche eher nicht:
Gesunde Pferde: Füttere eine halbe bis maximal eine Birne (in Spalten geschnitten) ohne Bedenken als gelegentliche Belohnung nach der Arbeit.
Pferde mit EMS, Cushing oder Hufrehe-Historie: Verzichte komplett auf Birnen wegen des enthaltenen Fruchtzuckers.
Pferde mit chronischem Kotwasser oder Blähungen: Füttere keine zuckerhaltigen Früchte, um die empfindliche Darmflora zu schonen.
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Fragen & Antworten
Ein gesundes Großpferd darf Birnen nur in kleinen Mengen als gelegentlichen Leckerbissen fressen, idealerweise maximal eine halbe bis ganze Birne am Tag.
Ja, wenn Birnen im Ganzen oder in großen, runden Scheiben gefüttert werden, können sie beim hastigen Fressen in der Speiseröhre stecken bleiben. Sie sollten daher immer in längliche Spalten geschnitten werden.
Durch den geringen Säureanteil sind Birnen oft magenschonender als viele Apfelsorten. Allerdings führt der enthaltene Fruchtzucker bei zu großen Mengen schnell zu Fehlgärungen und belastet die Verdauung.
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