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Einfach meisterlich, diese Pferde

von Michelle Breitenfeld

Sie sind treue Freunde – und manche sind dazu einfach meisterlich: Ob besonders groß, klein oder stark – hier kommen neun Pferde, die Rekorde brachen…

Im Guinness Buch der Rekorde werden nicht nur menschliche Rekorde aufgeführt. Immer wieder tauchen dort auch unsere Lieblinge auf vier Hufen auf. Und auch wenn sie es nicht in die „Bibel der Rekorde“ schaffen – diese Pferde sind einzigartig.

Big Jake – der Name ist Programm

Eigentlich gilt das Shire Horse als die weltweit größte Pferderasse. Den Rekord als größtes Pferd der Welt hält dagegen aktuell ein Brabanter-Wallach: Big Jake! Mit 210,19 Zentimeter, natürlich ohne Hufeisen, steht er seit 2013 im Guinness Buch der Rekorde.

Das da was auf ihn zukommt, ahnte Besitzer Jerry Gilbert schon bei der Geburt – denn da wog der „Kleine“ bereits 180 Kilo. Zur Rekord-Krönung brachte er 1179 Kilo auf die Waage.

Auf der Smokey Hollow Farm in Wisconsin ist Big Jake nicht nur wegen seiner Größe der Liebling: „Er hat eine tolle Persönlichkeit. Er ist sehr freundlich. Er liebt es, herumzualbern und mit den Haaren der Menschen zu spielen, und er ist ein kleiner Spaßvogel,” schwärmt Jerry Gilbert.

Shire Horse auf der Weide

Foto: pixabay.com/ Webwebwebber

Übrigens: An den Rekord von Sampson kommt auch Big Jake nicht heran. Der Shire-Horse-Wallach, 1846 in Bedfordshire (England) geboren, soll ein Stockmaß von 2,19 m und ein Gewicht von 1524 Kilo erreicht haben.

Einstein – Winzling auf vier Hufen

Er kann locker unterm Bauch von Big Jake durchlaufen: Einstein, gerade mal 35 Zentimeter „groß“ und knapp drei Kilo leicht. Der Pinto-Hengst kam ein paar Tage nach dem errechneten Termin auf einer Zuchtfarm für Miniaturpferde in Barnstead (USA) auf die Welt und ist, na klar, ein Miniaturpferd.

Doch selbst die Minis unter den Pferden messen bei der Geburt locker 50 Zentimeter. Seine Besitzer, Dr. Rachel Wagner und ihr Mann Charles , sind natürlich mächtig stolz auf den Zwerg auf vier Hufen. Und das können sie auch, schließlich Einstein natürlich den Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde geschafft.

JJS Summer Breeze – Rapunzel unter den Pferden

Er ist zweifarbig und beim Laufen schleppt sie ihn wie einen Schleier hinter sich her: Paint Horse-Stute JJS Summer Breeze aus Kansas (USA) hat, laut Guiness Buch der Rekorde, den längsten Schweif der Welt: 3,81 Meter wurden gemessen, gemessen im August 2007.

„Zuerst hatte der Schweif eine ganz normale Länge, dann fing er plötzlich extram an zu wachsen“, erzählen die Besitzer Crystal and Casey Socha.

Pferdekuppe mit Schweif

Foto: pixabay.com/ Capri23auto

Viel Schweif bedeutet natürlich auch viel Arbeit: Alleine das Bürsten dauert über zwei Stunden. Für Vorführungen darf der Schweif fliegen, im Alltag trägt „Breeze“ ihn jedoch in einem Strumpf zusammengepackt.

Palloubet d’Halong – elf Millionen Euro, keine Medaille

Zehn Millionen Euro, so wird gemunkelt, soll das Dressur-Wunderpferd Totilas 2010 gekostet haben. Damals ein Rekord, der jedoch gerade mal drei Jahre hielt:

Im September 2013 verkaufte der Schweizer Georg Kähny das Springpferd Palloubet d’Halong für elf Millonen Euro an Jan Torps. Und seine Reise ging weiter nach Katar zur Qatar Equestrian Federation als neuem Besitzer.

Es folgten Weltcup-Springen, Global-Tour, Olympia-Qualifikation. Doch 2017 verschwand Palloubet plötzlich – er sei verletzt hieß es. Jetzt ist sind er und sein Reiter Bassem Mohammed wieder da – bei Jan Tops.

Bei einem Turnier im niederländischen Valkenswaard schafften sie den Parcours fehlerfrei, waren aber zu langsam – Platz 24! Gold kann man eben nicht kaufen…

Monti und Captain – ein starkes Doppel

Im „Hauptberuf“ waren die Shire Horses Monti und Captain Brauereipferde. Doch was wirklich in ihnen steckte, bewiesen sie 1984 beim CSIO-Meeting in Luzern: Da wurde das Duo vor einen schuttbeladenen Lastwagen mit Anhänger gespannt.

Zugpferdegespann

Foto: pixabay.com/stux

Zuerst ohne Erfolg. Als die Fuhrleute dann aber zwischen Lastzug und Pferde den üblichen Bierwagen spannten, ging es los: Monti und Captain schleppten die 44010 Kilo unter tosendem Applaus der Zuschauer – und landeten damit im Guiness Buch der Rekorde.

Old Billy – ein tierischer Greis

30 Jahre sind ein stolzes Pferde-Alter – doch für Old Billy nur die halbe Miete: Der Wallach, der als Treidelpferd Schiffe die Kanäle stromauf und stromab zog, soll von 1760 bis 1822 gelebt haben und hatte somit stolze 62 Jahre auf dem Pferderücken.

Damit ist Old Billy natürlich das älteste Pferd der Welt. Und kann heute noch besichtigt werden: Sein ausgestopfter Kopf wird im Museum von Manchester (England) ausgestellt. Das älteste Pony, Sugar Puff, ein Exmoor-Shettland-Mix aus England, schaffte dagegen „nur“ 56 Jahre, es starb 2007.

Huaso – Sprung zum Weltrekord

Eigentlich sollte Huaso auf der Rennbahn siegen – doch da war das in Chile geborene Hengst eher ein Verlierer. So landete er bei der chilenischen Kavallerie. Und wurde auch dort aussortiert: Er war aufbrausend und nervös – keine guten Eigenschaften für ein Kavalleriepferd.

Doch fast nebenbei zeigte Husao, was er kann: Beim Freilauf sprang er mühelos über einen zwei Meter hohen Zaun – und begann so seine einzigartige Karriere. Der Höhepunkt: Am 5. Februar 1949 überwand Huaso mit seinem Reiter, dem chilenischen Offizier Alberton Larraquibel, in Santiago 2,47 Meter – Weltrekord, der bis heute gilt!

Lohn für diese Leistung: Danach durfte Huaso, damals immerhin schon stolze 16 Jahre alt, in Rente und genoss noch 13 Jahre das Gras der Weide.

Haruurara – ohne Erfolg zum Sieg

Sie gewann nicht ein einziges Rennen – und doch ist die Vollblut-Stuta Haruurara in Japan ein Star. T-Shirts, Becher – was auch immer ihren Kopf ziert, wird zum Verkaufsschlager.

Pferderennen Start

Foto: pixabay.com/Clarence Alford

Immer dabei das Motto „Gib niemals auf!“. Denn genau dieser Durchhaltewille war es, der die Stute so beliebt machte.

Denn das wohl erfolgloseste Rennpferd aller Zeiten verlor zwar 113 Rennen in Folge, aber gab eben niemals auf. Ihr Kampfeswille rettete ihr auch das Leben: 2003 sollte die Stute eigentlich zum Schlachter, doch ihr Trainer und das Publikum kämpften für sie.

Mit Erfolg. Und schließlich schaffte Huurara doch noch einen Erfolg: Wo immer sie antrat, kamen viele Zuschauer – das bewahrte den hochverschuldeten Rennbahn-Betreiber vor dem Ruin!

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