Traditionelle Chinesische Medizin boomt – auch im Pferdestall. Besonders beliebt ist die Akupunktur. Doch Du brauchst keine Nadeln, wenn Du Deinem Pferd etwas Gutes tun möchtest. ehorses verrät, wie Du Deinem Partner auf vier Hufen ein bisschen Wellness gönnen kannst, die nichts kostet.
Ein Fingerdruck genügt, schon entspannt sich das Pferd – das klingt unglaublich für dich? Dann solltest Du einmal Akupressur ausprobieren. Sie gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird oft als „kleiner Bruder“ der Akupunktur bezeichnet. Warum? Weil beide mit bestimmten Punkten im Pferdekörper arbeiten.
Der Unterschied: Du brauchst für die Akupressur beim Pferd keine Nadeln, sondern nur Deine Finger. Dazu ein bisschen Zeit – und natürlich das Grundwissen zum Thema Akupressur…
Dazu gehört zum Beispiel, dass es mehr als 365 Heilpunkte in der TCM gibt. Durch den gezielten Druck auf diese Akupressurpunkte sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden. Organe, die träge sind, sollen so aktiviert und gereizte Organe beruhigt werden.
Daraus ergibt sich, dass Akupressur in vielen Bereichen eingesetzt werden kann. Du kannst Dein nervöses Pferd mit gezieltem Druck helfen, dass es ruhiger wird. Oder Du kannst Verspannungen, Rückenschmerzen oder sogar Husten behandeln.
Nervosität überträgt sich schnell
Wichtig bei der Akupressur ist eine ruhige und entspannte Umgebung. Unter Zeitdruck funktioniert nichts. Deshalb: Nimm am besten eine Uhrzeit, zu der bei Dir im Stall Ruhe herrscht. Atme tief durch, entspanne Dich selbst. Und: Beobachte Dein Pferd ganz genau. Im Idealfall reagiert ein Pferd sofort nach der Behandlung, indem es abschnaubt und tief durchatmet.
Wirkt Dein Pferd dagegen eher angespannt oder spannt es seine Muskeln während der Behandlung an, solltest Du Dich selbst überprüfen. Hast Du wirklich den richtigen Punkt getroffen? Nutzt Du die passende Intensität beim Fingerdruck? Bist Du selbst gelassen? Nervosität oder Anspannung kann sich bei der Akupressur nämlich übertragen.
Ideal ist es natürlich, wenn Du Dir von einem Therapeuten einmal genau die Punkte zeigen lässt, die Deinem Pferd helfen – so kannst Du ganz gezielt und individuell Deinen Partner auf vier Hufen unterstützen.

Mit Akupressur Husten beim Pferd vorbeugen
Im Stall gibt es Pferde, die husten? Dann kannst Du vorbeugen, damit es Deinen Partner auf vier Hufen nicht erwischt. Dafür gibt es drei wichtige Punkte:
- Lunge 7, kurz Lu7, liegt knapp über der Kastanie innen am Vorderbein und beeinflusst das Immunsystem.
- Dickdarm 4, kurz Di4, ist ein Schmerzpunkt und aktiviert ebenso wie Lunge 7 das Immunsystem. Er liegt innen am Vorderbein, unterhalb des Karpalgelenks.
- Magen 36, kurz Ma36, liegt am am Hinterbein des Pferdes zwischen Kniegelenk und Sprunggelenk. Er regt die Produktion weißer Blutkörperchen an und gibt neue Kraft.
Wichtig dabei: Die Punkte nicht gleichzeitig, sondern nacheinander drücken. Dafür übst Du mit der Fingerkuppe leichten und permanenten Druck für 30 Sekunden pro Punkt aus.
Mehr Konzentration mit dem Himmelspfeiler
Eine Handbreit hinter den Ohren und eine Handbreit unter dem Mähnenkamm – genauer: zwei Finger unter dem Mähnenansatz zwischen ersten und zweiten Halswirbel – liegt der Punkt Blase 10, kurz Bl10, der auch Himmelspfeiler genannt wird. Dieser Punkt unterstützt die Konzentration und das Gedächtnis der Pferde, dazu beruhigt er. Außerdem hilft er bei Problemen im Genick und im Kiefer.

Akupressur kann Deinem Pferd Angst nehmen
Am Vorderbein knapp über dem Fesselgelenk außen, also auf dem Köpfchen des Griffelbeins, liegt der Punkt Dünndarm 3, kurz Dü3. Mit diesem Punkt kannst Du Deinem Pferd Angst nehmen und das Selbstvertrauen stärken. Dazu stärkt dieser Punkt die Energie im Vorderbein und hilft bei Nacken- und Halsproblemen.
Beruhigen mit dem Yintang
Dein Pferd entspannt sich, wenn Du ihm die Stirn kraulst? Dann aktivierst Du vielleicht unbewusst den Yintang, der oberhalb der Augen in der Mitte der Stirn liegt. Wenn Du ihn 30 Sekunden drückst, wirkt er beruhigend und besänftigt das Temperament. Ganz in der Nähe, auf der höchsten Stelle des Kopfes, liegt übrigens der Punkt Gouverneursgefäß 20, kurz GG 20 – er soll bei Verwirrung und einer schlechten Vorgeschichte des Pferdes helfen.
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