Home NewsAus für Pferdekutschen in Palma: Kutscher kapitulieren vor anhaltender Kritik

Aus für Pferdekutschen in Palma: Kutscher kapitulieren vor anhaltender Kritik

von Michelle Breitenfeld

Die Ära der traditionellen Pferdedroschken in Mallorcas Hauptstadt neigt sich dem Ende zu, da die Betreiber nun selbst den Umstieg auf Elektrofahrzeuge forcieren.

Historische Entscheidung für das Stadtbild von Mallorca

Nach jahrelangen Debatten und zunehmendem Druck durch Tierschützer sowie Passanten haben die 28 verbliebenen Kutscher in Palma de Mallorca eine radikale Entscheidung getroffen. Einstimmig beschlossen die Traditionsbetreiber, ihre Pferde in den Ruhestand zu schicken und stattdessen auf moderne, elektrisch betriebene Galeeren umzusatteln. Dieser Schritt markiert eine historische Wende im Stadtbild der Urlaubsmetropole.

Freiwilliger Verzicht auf die tierischen Partner

Die Motivation hinter diesem drastischen Wandel ist vor allem emotionaler Natur. Die Kutscher berichteten bei einem Treffen mit der Stadtverwaltung von ständigen Anfeindungen und Beschimpfungen auf offener Straße. Man sei es leid, permanent als Tierquäler dargestellt zu werden, obwohl die Pferde wie Familienmitglieder behandelt worden seien. Da sich die gesellschaftliche Wahrnehmung grundlegend gewandelt habe, wolle man nun die Flucht nach vorne antreten.

Luxuriöse E-Galeeren statt Pferde

Bei der technischen Umstellung setzen die Kutscher auf Qualität statt auf schlichte Standardmodelle. Geplant ist die Anschaffung eleganter Elektro-Galeeren, die pro Stück rund 40.000 Euro kosten sollen. Bemerkenswert ist dabei, dass die Unternehmer die Investition komplett aus eigener Tasche finanzieren wollen und keine staatlichen Fördergelder fordern. Die neuen Fahrzeuge sollen den Charme der klassischen Rundfahrten beibehalten, jedoch ohne die Belastung für lebende Tiere.

Strenge Auflagen beschleunigen den Prozess

Bereits in der jüngeren Vergangenheit wurde die Arbeit mit den Pferden durch strikte Regeln erschwert. So herrscht in Palma ein striktes Arbeitsverbot für Kutschpferde während offizieller Hitzewarnungen zwischen 12 und 19 Uhr. Zudem müssen die Tiere regelmäßige Gesundheitschecks durch städtische Veterinäre bestehen. Mit dem geplanten Wechsel auf E-Antrieb, der bereits im kommenden Jahr vollzogen werden soll, fallen diese Einschränkungen künftig weg.

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