Welche Öle für mein Pferd?

Es gibt die verschiedenster Öle für Pferde. Doch welches Öl ist wirklich gut für mein Pferd? In diesem Artikel erklären wir Dir, welche Öl für Pferde sinnvoll sind, was Öl im Pferdekörper bewirkt und warum Öl nicht gleich Öl ist.

Grundsatzfrage: Können Pferde Öl überhaupt verdauen?

Immer wieder liest man, dass Pferde gar kein Öl vertragen, da sie ja keine Gallenblase haben. Die fehlende Gallenblase ruht daher, dass unsere Vierbeiner aufgrund der meist fettarmer und andauernden faserreichen Futteraufnahme nicht viel Gallensäure benötigt. Doch Öl können die Pferde trotzdem verdauen, denn wissenschaftliche Untersuchungen haben herausgefunden, dass bis zu 15 Prozent von Ölen bereits im Magen der Vierbeiner vorverdaut werden. Darüber hinaus besitzen Pferde täglich bis zu 3 kg Gallensaft je 100 Kilo Körpermasse. Damit verfügen sie über eine außerordentliche Fettverdauungskapazität und die Aufnahme von Ölen stellt keine Schwierigkeit dar.

Hier ist ausreichend Platz für die Gallensäure um die Lipide (=Fette; wasserunlösliche Naturstoffe) unter Beteiligung der Lipasen (Enzyme) so zu zersetzen, dass diese dem Stoffwechsel zugeführt werden können. Das fettzersetzende Enzym Lipase kommt in unterschiedlichen Arten sowohl im Magen als auch im Dünndarm (insbes. Zwölffingerdarm) bzw. in der Leber des Pferdes vor. Pferde haben also bereits im Magen sogenannte Magenlipasen, welche von den gastritischen Hauptzellen sezerniert (abgegeben) werden. Unterschiedliche wissenschaftliche Ausführungen gehen davon aus, dass bis zu 15 % der Öle bereits im Magen des Pferdes vorverdaut werden.

Sind Öle für Pferde sinnvoll?

Viele Pferdebesitzer fragen sich, ob die Zufütterung von Öl in der heutigen Nutzung und Haltung von Pferden sinnvoll ist. Das Pferd hat früher auf natürliche Weise in kleineren Mengen Omega-3-Fettsäuren und weitere essentielle Fettsäuren über Gräser und Samen zu sich genommen. Diese essentiellen Fettsäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden, denn das Pferd kann diese nicht selbst bilden.

Heutzutage stehen die Pferde die meiste Zeit auf mehr oder weniger abgefressenen Weiden und erhalten meist Heu, welches oftmals spät geschnitten wurde. Dies kann einen Mangel an ungesättigten Fettsäuren (z.B. Omega-3-Fettsäuren) verursachen. Wenn diesen Pferden zusätzlich noch Kraftfutter mit einem hohen Getreideanteil zugefüttert wird, entsteht oftmals ein Überschuss an Omega-6-Fettsäuren im Organismus des Tieres. Damit sich die Fettsäuren aber positiv auf die Stoffwechselvorgänge des Pferdes auswirken, ist das Verhältnis dieser zueinander wichtig. Der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren sollte hierbei mindestens dem der Omega-6-Fettsäuren entsprechen.

In der nachfolgenden Tabelle sieht man, wie die prozentuale Verteilung von Fettsäuren in unterschiedlichen Ölquellen ist.

Man erkennt deutlich die großen Unterschiede in der Zusammensetzung der Fettsäuren der einzelnen Ölquellen. Die Öle, die für die Pferdefütterung verwendet werden, sollten einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthalten und dabei im speziellen einen hohen Omega-3-Fettsäuregehalt. Wenn man die Ernährung der Pferde aus ernährungsbiologischer Sicht betrachtet, liegen Leinöl und Fischöl bei der Fütterung ganz vorne. Fischöl wird von Pferden aber eher ungern aufgenommen. Zudem ist die Fütterung eines Vegetariers mit einem tierischen Öl nicht mit jedermanns Fütterungsphilosophie zu vereinbaren – aber diese Entscheidung sei jedem Pferdebesitzer natürlich selbst überlassen.
Pflanzliche Öle, wie Sonnenblumen-, Raps-, Soja- oder Hanföl, sind durch den hohen Omega-6-Fettsäurengehalt weniger für den Einsatz in der Pferdefütterung geeignet, da die Pferde diese Fettsäuren, wie bereits erklärt, schon über die normale Getreidefütterung aufnehmen. So genannte harte Fette, wie etwa Palmöl, besitzen einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren. Sie eignen sich auf Grund von eines hohen Schmelzpunktes und dem damit verbundenen ungünstigen Fettsäuremuster sowie einer geringen Verdaulichkeit ebenfalls nicht für die Pferdefütterung. 

Vor diesem Hintergrund wurde das Ludgers N Omega Öl entwickelt. Mit einer Mischung aus kaltgepresstem Leinsamenöl als Hauptbestandteil und einer Ergänzung von GMO-freiem (GMO = gentechnisch veränderte Organismen) und ebenfalls kalt gepresstem Maiskeimöl, liefert dieses Öl ein optimales Verhältnis zwischen den gesundheitsfördernden Omega-3, -6 und -9-Fettsäuren. Zusätzlich liefert das Maiskeimöl neben den gesunden Omega-6-Fettsäuren das natürliche Antioxidans Vitamin E. Der Vorteil von Vitamin E liegt in dem Schutz der wertvollen und sensiblen Fettsäuren vor dem Verderb durch Sauerstoff, Wärme und Licht. Denn gerade die essentiell und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind hochsensibel und werden schnell ranzig. Die Raffination von Ölen, das heißt dessen Gewinnung unter Einsatz von Hitze und chemischen Stoffen, verändert die Zusammensetzung der Fettsäuren im Öl und es enstehen sogenannte Peroxide. Diese Stoffe gelten allgemein als schädlich, da sie Entzündungen und andere Erkrankungen verursachen und somit die Gesundheit beeinträchtigen können.

Reiskeimöl enthält Gamma-Oryzanol, welches dafür bekannt ist, den Testosteronspiegel des Pferdes zu erhöhen und die Ausschüttung von Wachstumshormonen zu stimulieren. Dies kann zu einem schnellen Muskelaufbau und auch zur Wesensveränderung des Tieres führen.

Essentielle Fettsäuren, also Fettsäuren, die der Körper nicht selber produziert und durch die Nahrung aufgenommen werden müssen, dienen der Herstellung von Lipiden in Zellmembranen und wirken somit kontrollierend auf die Talgabsonderung der Haut und die Aktivität von Enzymen. Darüber hinaus werden für die Synthese von Prostaglandinen, welches Gewebshormone sind, mehrfach ungesättigte Fettsäuren benötigt. Diese Prostaglandinen besitzen immunmodulatorische Eigenschaften und können somit die Richtung und Stärke einer entzündlichen Reaktion maßgebend beeinflussen. Hierbei ist aber die gezielte Bereitstellung von mehrfachen ungesättigten Fettsäuren entscheidend. Studien haben bewiesen, dass Alpha-Linolensäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren gehört, unter Verwendung des Spurenelements Zink in die für den Körper wertvollere Eicosapentaensäure (EPA) umgewandelt wird. Diese bildet die Grundlage für die Synthese des entzündungshemmend wirkenden Gewebshormons Prostaglandin 3.
Eine weitere entzündungshemmende Eigenschaft besitzt Gamma-Linolensäure, welche der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren angehört. Gama-Linolensäure kann in die Dihomogammalinolensäure (DGLA) umgewandelt werden, welche wiederum zur Bildung von Prostaglandin 1 beiträgt. Auch diese wirkt, sowie Prostaglandin 3, entzündungshemmend auf den Organismus. Allerdings ist DLGA auch Vorläufer der mehrfach ungesättigten Arachidonsäure, die zur Bildung von Prostaglandin 2 nötig ist. Dieses Gewebshormon verstärkt jedoch das Risiko von Entzündungen. Futterrationen mit einem hohen Anteil leicht verdaulicher Kohlenhydrate führen zu einem erhöhten Insulinspiegel beim Pferd. Dies führt bei einem gleichzeitigen Mangel an Omega-3-Fettsäuren zur verstärkten Bildung der Arachidonsäure. Durch die ZUgabe von Omega-3-Fettsäuren, beispielsweise aus Leinöl, wird die positive Wirkung der DGLA gewährleistet.
Diese entzündungshemmende Wirkung kann sich somit positiv bei chronischen Erkrankungen, wie Arthrosen und Ekzemen, auswirken.

Ein Pferd besitzt keine Gallenblase. Dies liegt in seiner tendenziell öl-armen Ernährung begründet. Die Verdauungsmöglichkeit von Fettsäuren ist daher bei Pferden natürlich anders als bei anderen Säugetieren, die eine Gallenblase besitzen. Dennoch können Pferde in der Leber Gallenflüssigkeit produzieren und auch speichern. Pferde sind somit auch durchaus in der Lage Fettsäuren zu verdauen.

Pferden Öl füttern – so funktioniert es gut

Es ist wichtig, dass die gesamte Ration eines Pferdes das richtige Mengenverhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren beinhaltet. Dies bedeutet für den Pferdehalter, dass er die durch eine getreidelastige Fütterung im erhöhten Maße im Organismus des Pferdes erhaltenen Omega-6-Fettsäuren ausgleichen muss. Neben den bereits genannten positiven Eigenschaften von Ölen bzw. Fetten in der Pferdeernährung können noch weitere nützliche Wirkungen beobachtet werden. Der hohe Energiegehalt von Ölen (39 MJ/kg) sowie die Möglichkeit stärkebedingten Gesundheitsstörungen vorzubeugen, liegt dabei im Vordergrund. Die Zufütterung von Ölen führt im Vergleich zur Fütterung von Stärke zu einem kaum erkennbaren Anstieg des Glucose- und Insulingehalts im Blut. Somit senkt Öl den glykämischen Index einer Ration und stellt dem Pferd Energie bereit, ohne dabei den Blutzuckerspiegel des Tieres zu erhöhen. Dementsprechend ist eine Ölfütterung gerade für Pferde geeignet, die keine großen Mengen an leichtverdaulichen Kohlenhydraten (dabei u.a. Stärke & Zucker) erhalten dürfen. Dies gilt für Pferde, die an EMS, ECS, Hufrehe oder Myopathien erkrankt sind.

Ebenso wird durch eine Ölfütterung Muskelglykogen gespart und wirkt somit einer verfrühten Ermüdung der Muskulatur des Pferdes entgegen. Für Besitzer von Pferden im Ausdauersport, ist dies also eine gute Möglichkeit, um die Ausdauerleistung ihrer Vierbeiner zu verbessern.

Eine weitere positive Eigenschaft der Ölfütterung liegt laut einer wissenschaftlichen Studie auch in der Verhaltensänderung des Pferdes. So können Rationen mit einem niedrigen glykämischen Index (Folge sind niedrige Insulinspiegel nach der Fütterung) beruhigend auf das Verhalten „nervöser“ Pferde wirken.

Wie viel Öl darf ich meinem Pferd geben?

Natürlich gibt es auch bei Ölfütterung Grenzen, die zu beachten sind und nicht überschritten werden sollten. Diese liegt für die gesamte Ration bei 1 g Fett pro kg Lebendmasse und Tag. Eine Überfütterung von Fetten/Ölen kann dazu führen, dass eine zu große Menge des Öls im Dünndarm des Pferdes nicht verdaut wird und nachfolgend im Dickdarm die Arbeit der cellulosespaltenden Mikroorganismen beeinträchtigt. Dies würde zu einer Abnahme der Faserverdaulichkeit führen und eine Dysbalance der Mikroflora des Dickdarms nach sich ziehen. Folglich ist es unabdinglich, einen genaueren Blick auf die Menge, den Ursprung und vor allem die Qualität der in Mischfuttern und Nahrungsergänzern enthaltenen Öle zu werfen und die Gestaltung der Ration entsprechend anzupassen.

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Frederieke Wenning

Frederieke Wenning

Frederieke Wenning ist Auszubildene Kauffrau für Marketingkommunikation. Sie besitzt selbst Pferde und hat noch einige Tipps und Tricks für Dich auf Lager.

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