Anzeige: Licht aus, Tor auf, Applaus: In der Arena wirkt bei CAVALLUNA alles leicht und magisch. Doch wie sieht der Alltag der über 50 Pferde und Ponys aus, wenn das Publikum längst nach Hause gegangen ist? Wir haben hinter die Kulissen der aktuellen Show „Die Farben des Lebens“ geschaut und verraten dir, wie die Showpferde leben, reisen und entspannen.
Unter der Woche: ein ganz normales Pferdeleben
Vielleicht überrascht dich das: Die meiste Zeit verbringen die CAVALLUNA-Pferde gar nicht auf Tour. In die Showstädte reisen sie nur an den Wochenenden. Von Montag bis Freitag leben sie in einem festen, zentral gelegenen Stall in der Nähe von Düsseldorf, wo sie sich erholen und ganz nach ihren Bedürfnissen bewegt werden.
Die Anlage ist rund 30 Hektar groß und steht ausschließlich den CAVALLUNA-Pferden zur Verfügung. Es gibt etwa 70 Boxen, zahlreiche Weiden und Paddocks, zwei Reithallen, eine Longierhalle, ein Roundpen, einen Außenplatz, eine Führanlage für sechs Pferde, ein Pferdesolarium und weitläufiges Ausreitgelände. Einen großen Teil des Tages verbringen die Pferde gemeinsam auf der Weide. Je nach Alter, Temperament und Bedarf kommen Ausritte oder Trainingseinheiten hinzu.
Die Reiter und Betreuungspersonen wohnen direkt auf dem Gelände und kümmern sich täglich selbst um Boxen, Fütterung, Weidegang und Bewegung. Ein fester Tagesablauf sorgt für verlässliche Routine. Fun Fact: Außer den Pferden leben dort noch 15 Menschen, vier Hunde, eine Hofkatze und ein Chinchilla.
Gleiche Nachbarn, gleiche Menschen
CAVALLUNA besitzt übrigens keine eigenen Pferde. Die Show arbeitet mit Equipen aus ganz Europa zusammen, die Pferde und Reiter auf ihren eigenen Höfen ausbilden. Für die Dauer der Tour kommen sie nach Deutschland.
Das hat einen schönen Nebeneffekt: Es gibt keinen zentralen Pferdepfleger, sondern jede Equipe versorgt ihre Tiere selbst. So haben die Pferde über Jahre dieselben Bezugspersonen. Auch die Stallnachbarn bleiben gleich, im Heimatstall genauso wie in den Stallzelten auf Tour. Wer sein Pferd kennt, weiß, wie viel Sicherheit so viel Beständigkeit gibt.
Die Auswahl der Pferde ist dabei schon der erste Baustein fürs Pferdewohl. Für die Ausbildung zum Showpferd kommen nur Tiere infrage, die charakterlich passen: ausgeglichen, selbstbewusst, nervenstark und trotzdem motiviert. Eingesetzt werden sie erst, wenn sie körperlich und mental bereit sind.

Ein Showwochenende im Zeitraffer
Wenn freitags um 6 Uhr der Aufbau beginnt, ist die Arena noch leer. Innerhalb von 24 Stunden entsteht daraus eine komplette Showwelt: Stallzelte für über 50 Pferde, zwei Longierzelte, 2.000 m² Reitbodenmatten mit 150 Tonnen Reitsand, Licht, Ton und eine LED-Wand von 9,6 x 20,4 Metern. Um 16 Uhr kommen die Pferde an und beziehen ihre großzügigen, beheizten Boxen im Stallzelt.
Samstagmorgen dürfen die Reiter ab 7 Uhr frei in der Arena trainieren und ihre Pferde mit dem neuen Ort vertraut machen. Danach prüft das Ordnungsamt die Stallzelte, ein Amtstierarzt kontrolliert Pferde und Equipment. Um 15 und 20 Uhr laufen die Shows, dazwischen dürfen die Pferde fressen und entspannen. Gegen 23 Uhr ist Feierabend, und alle, Mensch wie Pferd, bekommen noch einen Gute-Nacht-Snack.
Sonntags folgt nach freiem Training die dritte Show, danach beginnt sofort der Abbau. Am Montagmorgen werden die Pferde verladen und fahren zurück in ihren Heimatstall. Die neue Woche kann kommen.
Bewegung und Ruhe auf Tour
Auch am Showwochenende kommt die Bewegung nicht zu kurz. Vormittags, bevor die Vorstellungen starten, können die Pferde sich in der Arena bewegen. Zusätzlich stehen den ganzen Tag zwei Zelte bereit, in denen geritten, longiert oder freilaufen gelassen werden kann.
Wie viel und welche Bewegung ein Pferd braucht, entscheidet der Reiter ganz individuell. Schließlich kennt niemand sein Pferd besser. Generell wird auf einen gleichbleibenden Ablauf geachtet, damit die Pferde auch unterwegs möglichst viel Routine haben.
Wie sorgsam dabei gearbeitet wird, zeigt das Beispiel von Freiheitskünstler Bartolo Messina: Er trainiert seine Pferde höchstens 45 Minuten am Stück, um sie nicht zu überfordern. Bei der Freiheitsdressur kann er kaum direkt einwirken, deshalb ist ihm vor allem eines wichtig: dass seine Pferde ihm bedingungslos vertrauen.

Scheinwerfer, Musik und Feuer: So gewöhnen sich die Pferde ein
Eine LED-Wand, 202 Scheinwerfer, Tänzer und Requisiten: Das ist für ein Pferd eine Menge Input. Darum bekommt jedes Tier an jedem neuen Ort eine Eingewöhnungsphase. Der Aufbau bleibt in jeder Stadt weitgehend gleich, damit sich die Pferde schnell zurechtfinden. Im Training entscheiden die Reiter selbst, ob sie mit normalem Hallenlicht oder schon mit Showlicht arbeiten und ob Musik läuft oder nicht.
Ein cleveres Detail: Die Lautsprecher sind nach außen Richtung Publikum ausgerichtet. In der Mitte der Reitbahn kommt die Musik deshalb deutlich leiser an als auf den Rängen. Das verhindert Stress und erleichtert die feine Kommunikation zwischen Reiter und Pferd, gerade bei Freiheitsdressuren, in denen viel mit der Stimme gearbeitet wird. Die Showmusik kennen die Pferde ohnehin schon, denn die Equipen können damit vorab im heimischen Stall trainieren.
Bei Spezialeffekten wie der Feuernummer von Showreiterin Dajana Pfeifer und ihrem Mann Nicki dauert die Vorbereitung sogar mehrere Jahre. Das Training startet am Boden mit einer einzigen kleinen Fackel, erst später geht es vom Pferderücken aus weiter. Neue Flammen oder größere Requisiten kommen nur dazu, wenn das Pferd gelassen bleibt. Das Tempo gibt immer das Pferd vor. Dabei geht es nicht darum, den Fluchtinstinkt zu unterdrücken, sondern dem Pferd durch Geduld Sicherheit zu geben.
Futter, Heu und Tierarzt: Anita Förster behält den Überblick
Für das Wohlergehen der Pferde auf Tour ist Anita Förster verantwortlich. Die gebürtige Grazerin ist Landwirtschaftsmeisterin, Trainerin und hat früher Turniere bis Klasse M geritten. Bei CAVALLUNA trägt sie die Verantwortung nach § 11 des Tierschutzgesetzes. Sie meldet die Show bei den Veterinärämtern an, zeigt den Amtstierärzten Pferde, Stallungen und Transporter und macht morgens wie abends einen Kontrollgang durch den Stall.
Das Futter wird zentral organisiert und mit einem eigenen Versorgungs-LKW in die Showstädte gebracht. Es gibt zwei Sorten: ein energiereicheres Futter für Pferde mit höherem Leistungsbedarf wie die Trickreitpferde und ein energieärmeres für ruhigere Pferde und Ponys. Welche Sorte und welche Menge ein Pferd bekommt, entscheidet der jeweilige Reiter. Auch das Heu kommt von einem festen Lieferanten.
Und wenn sich ein Pferd verletzt oder krank wird? Dann wird sofort ein Tierarzt gerufen. Bei einer schwereren Verletzung bleibt das Pferd im Heimatstall und reist nicht mit in die nächste Stadt. Weil die Choreografien flexibel angelegt sind, springt ein anderes Pferd ein oder die Szene wird angepasst.

Zahlen, bitte: Das braucht ein Showwochenende
Damit du dir die Dimensionen besser vorstellen kannst, hier ein paar Zahlen aus dem Tour-Alltag von „Die Farben des Lebens“. Pro Showwochenende kommen zusammen:
- 2 Tonnen Heu
- 840 Kilogramm Pferdemüsli
- 6 Tonnen Holzspäne als Einstreu
- 90 m³ Pferdemist
Dazu kommen ein 98 Meter langes Stallzelt mit zwei Heizungen, vier LKWs für die Pferde und 23 Trailer für Equipment, Zelte und Sand. Im Heimatstall gilt übrigens pro Pferd: ein Rundballen Heu im Monat, 5 Kilogramm Kraftfutter und 30 bis 60 Liter Wasser am Tag. Der Mist landet dort nicht im Abfall, sondern wird im Frühjahr als Dünger auf den Äckern untergepflügt, auf denen Hafer wächst.
Echte Partnerschaften hinter dem Rampenlicht
Am Ende sind es die Beziehungen zwischen Mensch und Pferd, die du in der Arena spürst. Hauptdarsteller Matteo Rufini etwa war bei der Geburt seines Pferdes Te Quiero dabei. Beide sind zusammen aufgewachsen, und alles haben sie gemeinsam gelernt. Gelernt hat Matteo auch von seinem Onkel Bartolo, dass sich Zusammenarbeit nicht erzwingen lässt, sondern aus Aufmerksamkeit und Respekt entsteht.
Auch der Spanier Alejandro Barrionuevo sieht seine Andalusier nicht nur als Showpartner. Für ihn gehört jedes seiner Tiere zur Familie. Diese Haltung zieht sich durch den gesamten Tour-Alltag: Was das Publikum als leichte, magische Show erlebt, ist das Ergebnis von viel Routine, Geduld und einem Team, das das Wohl seiner Pferde jeden Tag in den Mittelpunkt stellt.

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