Glänzendes, seidiges Fell sieht nicht nur toll aus – es ist auch ein Zeichen dafür, dass es Deinem Pferd gut geht. Wird das Fell dagegen stumpf und lockig, kann ein ernsthaftes Problem dahinterstecken. ehorses nennt die sieben häufigsten Gründe für Fellprobleme beim Pferd – und verrät, was du dann machen kannst.
Wer einmal einen Fellwechsel beim Pferd mitgemacht hat, weiß: Unsere Partner auf vier Hufen haben viel Fell. Sehr viel Fell. Genauer gesagt: Nur wenige Stellen am Pferdekörper besitzen keine oder nur wenige Haare, wie zum Beispiel rund um die Nüstern. Das hat seinen Grund, denn das Fell hat viele Aufgaben, zum Beispiel:
- Schutz vor Hitze, zu starker Sonneneinstrahlung, Kälte und Regen
- Schutz vor Eindringlinge wie Stechmücken, Bremsen oder Zecken
- Weiterleitung von Reizen
Dazu hat das Fell noch einen Job: Es zeigt, wie gut es Deinem Pferd geht. Denn stumpfes Fell, kahle, runde Stellen, abgescheuerte Mähnen oder Schweife und blutig-krustige Stellen auf dem Fell können erste Anzeichen für Fellprobleme beim Pferd sein. Manchmal ist ein schlecht sitzender Sattel oder die falsche Gamasche der Grund. Doch oft stecken andere Ursachen dahinter. Hier die sieben häufigsten Gründe für Fellprobleme beim Pferd:
1. Chronische Erkrankungen
Ist das Fell Deines Pferdes über einen längeren Zeitraum stumpf und glanzlos und glänzt auch nach intensivem Putzen nicht mehr, kann ein Nährstoffmangel oder eine chronischen Erkrankung des Stoffwechsels die Ursache sein. Macht das stumpfe Haar am Ende Häkchen, kann das zum Beispiel ein Symptom für ein Nierenproblem sein. Auch ein Leberproblem kann Auslöser sein.
Da aus diesen Stoffwechselproblemen ernsthafte Krankheiten wie zum Beispiel Gastritis, Geschwüre und Koliken entstehen können, solltest Du frühzeitig auf die Symptome reagieren. Bei dem Verdacht auf eine Nierenerkrankung nimmt der Tierarzt zum Beispiel Blut ab sowie eine Urinprobe. Auch eine Ultraschalluntersuchungen kann erforderlich sein.
Je nach Schwere kann eine Behandlung mit Medikamenten erfolgen, dazu sollte auch das Futter umgestellt werden: energiearmes Grundfutter, Kraftfutter nur nach Bedarf, dazu eine ausgewogene, auf Dein Pferd abgestimmte Mineral- und Vitalstoffversorgung und auf jeden Fall Bewegung durch Weidegang und 24 Stunden Zugang zum Wasser.
2. Hautpilze
Typisch für einen Befall mit Pilzen beim Pferd sind fast kreisrunde, kahle Stellen im Fell. Die Pilzinfektion wird im Anfangsstadium nicht immer gleich erkannt, da die ersten Symptome sehr unauffällig sind. Viele Pferdebesitzer erkennen die Hautpilzerkrankung erst, wenn sich das Fell an den betroffenen Stellen büschelweise herausziehen lässt. An den betroffenen Stellen wächst das Fell nicht nach.
Pilzbefall ist sehr ansteckend für andere Pferde. Deshalb gilt bei dem Verdacht auf Hautpilz: Hygiene first! Die gesamte Ausrüstung wie Decken, Gamaschen, Halfter, aber auch Putzzeug und Co. sollte – wenn möglich – heiß gewaschen und anschließend desinfiziert werden. Teile Dein Putz- und Sattelzeug nicht mit anderen Pferden, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.
Der Pilzbefall sollte durch einen Tierarzt näher untersucht und behandelt werden. Dazu brauchst Du Geduld, denn die Behandlung kann sich über einige Wochen ziehen. Zur äußeren Bekämpfung von Pilzsporen eignen sich zum Beispiel pilztötende Waschlotionen, die Du von Deinem Tierarzt bekommst. In leichten Fällen oder zu Beginn der Hautpilzerkrankung kann auch eine etwa dreiwöchige „Wasch-Kur“ mit einer Obstessig-Mischung aus zwei Dritteln Wasser und einem Drittel Apfelessig wirksam sein.
3. Würmer können Fellprobleme beim Pferd verursachen
Eine abgescheuerte und verfilzte Schweifrübe sowie glanzloses, struppiges Fell kann auf Würmer im Magendarmtrakt hinweisen. Durch ihre Bewegung verursachen die Würmer oder ihre Larven Juckreiz, der dazu führt, dass das Pferd sich scheuert. Durch eine Kotprobe kann der Tierarzt einen Wurmbefall sicher feststellen und je nach Wurmart zum Beispiel mit Medikamenten gegen Parasiten oder gegen Würmer behandeln.

Neben einer regelmäßigen Wurmkur ist eine gute Stall- und Weidehygiene wichtig, um einen erneuten Befall zu vermeiden. Dazu gehört das regelmäßige Misten im Stall und das möglichst tägliche Abäppeln der Weide.
4. Allergien
Allergien äußern sich häufig durch Haarausfall, oft büschelweise, während die Haut darunter keine Schädigung aufweist. Diese auch als Alopezie bezeichnete Erkrankung kann sich auf einige Stellen des Haarkleids beschränken oder auf weite Teile ausgedehnt sein.
Die Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben. Bedingt wird sie beispielsweise durch viele Infektionskrankheiten wie Druse, Influenza oder bakterielle Infektionen. Eine Form der Krankheit unterscheidet sich jedoch – die Alopecia areata. Sie ist eine Auto-Immunreaktion, bei der Pferde sozusagen an einer Pferdehaar-Allergie leiden. Genauer: Sie reagieren allergisch auf die eigenen Eiweiße im Haarfollikel und greifen sie an. Normalerweise hält dieser Follikel das Haar fest in der Haut. Läuft das Immunsystem Amok, wird dieser Halt gekappt.
In der Regel leiden Pferde nicht unter dieser Allergie, es ist also eher ein „optisches“ Problem. Mitunter wachsen die Haare nach, die dann heller oder sogar weiß sind. Mähne, Schweif und Kopf sind am häufigsten betroffen. Und: Appaloosas und Quarter Horses haben ein höheres Risiko für diese Erkrankung.
5. Milben als möglicher Auslöser für Fellprobleme beim Pferd
Milben sind winzig kleine Parasiten, die sich gerne auf den Pferdebeinen einnisten. Sie können Symptome wie vereinzelt schuppiges Fell mit kleinen Krusten hervorrufen. Vor allem Pferde mit langem oder dichtem Fesselbehang werden häufig von Milben befallen. Wichtig ist hier: Je länger Du mit der Behandlung wartest, desto mehr Milbeneier können sich im Fell einnisten. Und desto länger dauert auch die Behandlung.
Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, Du kannst Shampoos oder Lotionen verwenden, die Du auf die feuchten Pferdebeine oder den ganzen Körper aufträgst. Meist musst Du das zwei- oder dreimal in einem Abstand von zehn Tagen machen, da nur so auch die Eier der Milben abgetötet werden. Und: Milben können leicht von einem Pferd auf das nächste übertragen werden – daher sollte die ganze Herde untersucht werden. Das Putzzeug und die komplette Ausrüstung Deines Pferdes solltest du reinigen und auch nicht für andere Pferde verwenden.
6. Mauke
Ursachen für Mauke können äußerliche Faktoren sein wie zum Beispiel Parasiten, Bakterien, Pilze in Kombination mit unter anderem Feuchtigkeit, Schmutz und Sonnenlicht. Aber auch Stress kann Mauke auslösen. oder die Ernährung, können die Ursache sein. Das Symptom kennen die meisten: Krustige, schuppige Fesselbeugen.

Die Behandlung von Mauke ist pflegeintensiv. Die Kruste muss regelmäßig entfernt werden, bis die darunter liegenden entzündlichen Stellen von innen heraus trocknen und ausheilen. Mit Wasser und einer mild desinfizierenden Seife, zum Beispiel grüne Seife, kannst Du die betroffene Stelle waschen – das weicht die Krusten etwas auf und Du kannst den Schmutz entfernen. Danach abtrocknen und mit einem Handtuch über die Kruste rubbeln. Wichtig: Die Kruste nicht abreißen. Bei trockener Mauke ist Zinksalbe gut, bei nässender Mauke ist eine Zinkpaste besser.
7. Equines Cushing Syndrom
Hat Dein Pferd ungewöhnlich langes, gelocktes Fell und Probleme beim Fellwechsel? Dann könnte das Equinen Cushing Syndrom (ECS) dahinter stecken. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Meist sind ältere Pferde ab 15 Jahren betroffen. Für die Diagnose sind Blut- und Hormontests notwendig. Das Fatale: Cushing ist bislang unheilbar. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, kann eine medikamentöse Behandlung aber helfen. So kannst Du Deinem Pferd ein fast normales Leben ermöglichen.
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