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Cushing Syndrom – Stoffwechsel außer Kontrolle

von John Patrick Mikisch
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Anzeige: Zweimal im Jahr wechselt Dein Pferd sein Fell. Für seinen Stoffwechsel jedes Mal eine Herausforderung. Falls Dein Pferd Probleme mit dem Fellwechsel hat, solltest du aufmerksam werden. Denn das könnte auf das Equine Cushing-Syndrom (ECS) deuten. Hier erfährst du alles zu Cushing beim Pferd.

Dem 18 Jahre alten Warmblut-Wallach Jonny fällt der Fellwechsel dieses Jahr besonders schwer. Das schmächtige Pferd mit den auffälligen Fettpolstern über den Augen und an der Kruppe hat ein viel zu langes Fell, das teilweise auch noch lockig ist. Während seine Stallgenossen über die Koppel toben, steht Jonny oft teilnahmslos am Rand. Schon kleine Anstrengungen bringen ihn trotz kühler Temperaturen richtig ins Schwitzen. Jonnys Besitzer machen sich große Sorgen um ihren sonst so fitten Liebling. Daher lassen sie ihn tierärztlich untersuchen. Schnell ist klar: Jonny leidet am Equinen Cushing-Syndrom.

Cushing beim Pferd – ein komplexes Krankheitsbild

Ursache für Cushing ist eine kleine tumorartige Veränderung an der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) des Pferdes. Betroffen ist in der Regel der mittlere Teil des Vorderlappens der Hirnanhangdrüse, die sogenannte Pars intermedia. Im englischsprachigen Raum wird Cushing daher häufig auch als Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID) bezeichnet.

Aufgrund der Veränderung produziert die Hirnanhangdrüse mehr Adrenocorticotropin (ACTH). Dieses Hormon regt wiederum die Bildung von Cortisol in der Nebenniere an. Normalerweise regelt der Botenstoff Dopamin die Ausschüttung von ACTH.

Bei Cushing-Pferden sind die Nervenbahnen, die das Dopamin transportieren, jedoch geschädigt. Die Folge: Die ACTH-Produktion und der Cortisolspiegel geraten aus dem Gleichgewicht. Das hat weitreichende Auswirkungen auf den Stoffwechsel des Pferds.

Wie häufig tritt Cushing beim Pferd auf?

Verschiedenen Untersuchungen aus Großbritannien und Australien zufolge leiden 20 bis 30 Prozent der älteren Pferde unter Cushing. Je älter das Pferd ist, desto größer ist zudem die Wahrscheinlichkeit, dass es an Cushing erkrankt. Auch in Deutschland wird die Hormonstörung immer häufiger diagnostiziert.

Equines Cushing-Syndrom – typische Symptome

Das auffälligste Symptom ist der sogenannte Hirsutismus: Das Pferd hat übermäßig viel, oft lockige Behaarung. Es ist weniger leistungsfähig als gewöhnlich und schwitzt auch ohne große Anstrengung stark.

Cushing Syndrom Pferd: Pinto auf der Wiese

Cushing Pferde haben oft eine übermäßige Behaarung und leiden unter Übergewicht.

Bei Cushing-Pferden mit gestörtem Zuckerhaushalt besteht zudem erhöhte Gefahr einer Hufrehe. Veränderungen im Fett- und Eiweißstoffwechsel führen zu einer auffälligen Fettumverteilung: Besonders über den Augen und an der Kruppe lagern sich Fettdepots an. Gleichzeitig baut das Pferd Muskeln ab.

Der Stoffwechsel ist stark mit dem Abbau von Stoffwechselprodukten beschäftigt (katabol). Das belastet besonders Leber und Nieren. Cushing-Pferde trinken häufig viel (Polydypsie) und müssen dementsprechend auch öfter urinieren (Polyurie).

Aufgrund des erhöhten Cortisolspiegels besitzen betroffene Pferde eine geringere Stresstoleranz als gesunde. Auch die körpereigene Abwehr ist herabgesetzt (Immunsuppression) und es kann zu Fruchtbarkeitsstörungen kommen. Wie viele Cushing-Symptome auftreten und in welcher Ausprägung, ist von Fall zu Fall verschieden.

Eine rasche Diagnose ist entscheidend

Das Equine Cushing-Syndrom ist in den vergangenen Jahren deutlich bekannter geworden. Dennoch halten viele Pferdebesitzer die typischen Cushing-Symptome häufig immer noch für klassische Alterserscheinungen ihres Pferds. Die Krankheit mit ihren belastenden Begleiterscheinungen wird daher erst viel zu spät richtig diagnostiziert.

Für die Cushing-Diagnose nimmt der Tierarzt eine Blutprobe des Pferds. Betroffene Pferde haben in der Regel deutlich erhöhte Blutwerte gegenüber gesunden Pferden. Untersucht werden dabei insbesondere ACTH, Cortisol sowie Insulin, Glukose und verschiedene Leberwerte.

Die Blutparameter unterliegen teilweise jahreszeitlichen Schwankungen. Da bei manchen nur für den Herbst entsprechende Referenzwerte vorliegen, werden Cushings-Tests häufig im Herbst (August bis Oktober) vorgenommen. Neben den Blutwerten fließt das klinische Erscheinungsbild des Pferdes in die Diagnose ein.

Das Knifflige an der Diagnose ist der Abgrenzung zum Equinen Metabolischen Syndrom (EMS). Letzteres betrifft eher Pferde unter 15 Jahre. In der Regel leiden die betroffenen Pferde unter Fettleibigkeit. Cushing tritt hingegen meistens bei Pferden auf, die älter als 15 Jahre sind. Allerdings können auch jüngere Pferde davon betroffen sein.

Cushing-Syndrom: Mehr Lebensqualität durch die richtige Fütterung

Cushing ist eine chronisch-progressive Erkrankung. Die gute Nachricht: Durch Ernährungsmedizin und andere Maßnahmen lassen sich Lebensqualität, Vitalität und die Krankheitsprognose des Pferds deutlich verbessern. Ob eine Medikation notwendig ist, muss der Tierarzt individuell entscheiden.

Generell gilt jedoch:

Die Grundfutterration eines an Cushing erkrankten Pferds sollte aus hochwertigem Heu und/oder Futterstroh ad libitum (d.h. zur freien Verfügung) bestehen.

Als empfehlenswerte Energielieferanten gelten unter anderem nicht melassierte Rübenschnitzel, Leinsamen und hochwertige Öle.

Vor allem bei einer Insulinresistenz oder bei Hufrehe muss die Fütterung von frischem Gras und Müsli (beides reich an Zucker und Kohlenhydraten) individuell angepasst werden.

Zur Erhaltung einer gesunden Muskulatur empfiehlt sich die Fütterung hochwertiger und bedarfsgerecht kombinierter Aminosäuren etwa aus proteinhaltigen Ergänzungsfuttermitteln.

Aufgrund des veränderten Stoffwechsels benötigen Cushing-Pferde mehr Antioxidantien und andere Mikronährstoffe. Umso wichtiger ist es, alle Stoffwechselprozesse so gut wie möglich mit einer ausgewogenen und bedarfsgerechten Kombination von Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen zu unterstützen. Dafür bieten sich besonders hochwertige Nutraceuticals an.

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Auch die Fell- und Hufpflege sowie die generelle Belastung müssen den neuen Bedürfnissen angepasst werden.

Ein neues Leben trotz Cushing

Wie viele Pferdehalter waren auch Jonnys Besitzer mit der Diagnose Cushing zunächst etwas überfordert. Sie haben die richtige Behandlung für ihn gefunden und sind auf seine krankheitsbedingt veränderten Bedürfnisse eingegangen. Jonny ist heute wieder ein lebensfrohes und weitestgehend beschwerdefreies Pferd.

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