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Shamonda-like Virus: Neue tödliche Nervenerkrankung beim Pferd

von Michelle Breitenfeld
In der Schweiz ist das Shamonda-like-Virus erstmals bei Pferden nachgewiesen worden, auch aus Deutschland werden ähnliche Fälle gemeldet. Die neue, teils tödlich verlaufende Nervenerkrankung wirft noch viele Fragen auf. Wir fassen zusammen, was Forschende bisher wissen, welche Symptome auf die Erkrankung hindeuten und wie du dein Pferd schützen kannst.

Virus erstmals bei Pferden nachgewiesen

Das Shamonda-like-Virus, das diesen Sommer bei Rindern zirkuliert, ist erstmals bei zwei verstorbenen Pferden in der Schweiz nachgewiesen worden. Laut Universität Bern könnte damit eine Ursache für die vermehrt gemeldeten neurologischen Symptome gefunden sein. Der Nachweis gelang dem Institut für Virologie und Immunologie (IVI) in Kooperation mit der Vetsuisse-Fakultät an Hirnproben zweier verstorbener Tiere, eines aus Zürich und eines aus Bern, nachdem die Abteilung Neurologische Wissenschaften Erbgut des Virus gefunden hatte.

Bemerkenswert: Die Infektion eines Pferdes mit einem Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe, zu der dieses Virus gehört, wurde in Europa bisher nie beschrieben. Ein Nachweis am lebenden Tier ist nach Angaben der Uni Bern bislang nicht gelungen, derzeit lassen sich nur Verdachtsdiagnosen über die klinischen Befunde und den Ausschluss anderer Ursachen stellen. Das IVI arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer entsprechenden Diagnostik.

Auch aus Deutschland werden Fälle gemeldet

Dr. med. vet. Bianca C. Schwarz, European Veterinary Specialist in Equine Internal Medicine, berichtet gegenüber dem Wochenblatt von Fällen im Saarland und in der Rheinebene, die negativ auf das West-Nil-Virus und FSME getestet wurden. Zeitgleich seien in der Schweiz ähnliche Fälle aufgetreten, wo bereits der Vorbefund mit Shamonda bei zwei toten Pferden vorliege. In Deutschland wie in der Schweiz laufen die Untersuchungen laut Schwarz weiter.

Laut Uni Bern sind seit Ende Juli den beiden Pferdekliniken der Vetsuisse-Fakultät, dem Institut Suisse de Médecine Equine (ISME) in Bern und der Pferdeklinik des Universitären Tierspitals Zürich, vermehrt Pferde mit neurologischen Symptomen gemeldet worden. Die Suche nach der Ursache verlief länger ergebnislos, bekannte infektiöse Erreger konnten ausgeschlossen werden. Ob das Virus tatsächlich die Ursache der Symptome ist, wird derzeit institutsübergreifend untersucht.

Das sind die Symptome

Betroffene Pferde wirken zu Beginn häufig teilnahmslos und abgeschlagen. Im weiteren Verlauf können neurologische Ausfälle mit ausgeprägter Schläfrigkeit und Koordinationsstörungen auftreten, sodass die Tiere unsicher gehen oder schwanken. Hinzu kommen mitunter Muskelzuckungen und eine übermäßige Empfindlichkeit auf Berührung oder andere Reize.

Teilweise zeigen betroffene Pferde Gleichgewichtsstörungen mit schiefer Kopfhaltung, unwillkürlichen Augenbewegungen, Schielen und sehr unsicherem Gang. Bei einem Teil der Tiere verläuft die Erkrankung nach Angaben der Uni Bern mild und bessert sich wieder. Andere entwickeln jedoch schwere neurologische Symptome, die eine Euthanasie erforderlich machen.

Behandlung und Schutz

Betroffene Pferde können nach aktuellem Wissensstand nur symptomatisch behandelt werden. Die Übertragung erfolgt laut Uni Bern durch Gnitzen, also kleine blutsaugende Mücken. Ein konsequenter Mückenschutz senkt daher die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung.

Noch sind viele Fragen offen, besonders zu Therapie und Prävention. Die Vetsuisse-Fakultät arbeitet gemeinsam mit dem IVI an beiden Standorten intensiv daran, die Auswirkungen des Virus und die Krankheitsentstehung beim Pferd besser zu verstehen. So soll möglichst bald geklärt werden, ob dieses Virus die Ursache der jüngst vermehrt aufgetretenen Symptome ist. Bei ungewöhnlichen neurologischen Auffälligkeiten empfiehlt sich der frühzeitige Kontakt zur Tierärztin oder zum Tierarzt.

Aktueller Stand direkt von der Universität Bern
Das ISME hält die neuesten Untersuchungsergebnisse auf seiner Website fest.
Zur offiziellen Meldung
Quellen:
Wochenblatt (DLV), Meldung: wochenblatt-dlv.de
Institut Suisse de Médecine Equine (ISME), Universität Bern, Meldung vom 25.08.2026: isme.unibe.ch

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