Home Pferdewissen3 Gangpferde, die mehr können als Schritt, Trab und Galopp

3 Gangpferde, die mehr können als Schritt, Trab und Galopp

von Michelle Breitenfeld

Schritt, Trab, Galopp: Das kann fast jedes Pferd. Doch ein paar Rassen haben sich etwas bewahrt, das den meisten Warmblütern weggezüchtet wurde, nämlich zusätzliche Gangarten, die weich zu sitzen sind und dabei einfach umwerfend aussehen. Wir stellen dir drei der ausdrucksstärksten Gangpferderassen vor, die mehr auf dem Kasten haben als die drei Grundgangarten.

Das Islandpferd: der Star unter den Gangpferden

Wenn von Gangpferden die Rede ist, denken die meisten zuerst an den Isländer, und das zu Recht. Neben Schritt, Trab und Galopp beherrscht er den Tölt, einen erschütterungsarmen Viertakt, bei dem immer mindestens ein Bein am Boden bleibt. Dadurch gibt es keine Schwebephase und keine groben Stöße, du sitzt wie auf sanften Wellen. Genau das macht den Tölt zum bequemsten Gang überhaupt und sorgt bei vielen Reitern beim ersten Mal für das berühmte Tölt-Grinsen. Der Tölt lässt sich vom gemütlichen Arbeitstempo bis fast auf Galopptempo reiten. Wer ein besonders gangstarkes Islandpferd hat, erlebt zusätzlich den Rennpass, einen schnellen Zweitakt, der über kurze Strecken sogar für Rennen genutzt wird. Pferde mit allen fünf Gängen nennt man Fünfgänger, und die Veranlagung ist so tief verankert, dass viele Fohlen schon auf der Weide von allein tölten.
Islandpferd Stute und Fohlen
Islandpferd: Drei Pferde auf der Wiese
Islandpferd Herde auf Weg

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Das Tennessee Walking Horse: der Gentleman aus den Südstaaten

Aus den Südstaaten der USA kommt ein Gangpferd, das ursprünglich als bequemes Arbeitspferd auf den Plantagen gezüchtet wurde. Sein Markenzeichen ist der Walk in zwei Tempi. Der Flat Walk ist ein flotter, sehr raumgreifender Viertakt, bei dem die Hinterhufe weit über die Spur der Vorderbeine hinaustreten. Die schnellere Variante, der Running Walk, ist ein echter Rennschritt und erreicht bis zu 16 Stundenkilometer, also das Tempo, das andere Pferde nur im Trab schaffen.

Typisch für beide Gänge ist das rhythmische Kopfnicken, das dem Walker sein unverwechselbares, elegantes Bild gibt. Wie beim Tölt fehlt die harte Flugphase, sodass der Reiter nicht durchgeschüttelt wird, sondern gleitet. Dazu kommt ein ruhiges, freundliches Gemüt, das der Rasse den Beinamen Gentleman eingebracht hat und sie zum angenehmen Partner für lange Ausritte macht.

Tennessee Walking Horse Fohlen
Tennessee Walking Horse Fuchs von der Seite
Ein Scheckenpferd mit auffälliger weiß-brauner Fellzeichnung trabt über einen unebenen, trockenen Reitplatz. Die strahlende Sonne steht hoch am klaren, blauen Himmel und wirft einen ausgeprägten Schatten des Pferdes auf den Boden. Im Hintergrund sind ein weißer Koppelzaun, dichte Bäume und ein kleiner Hügel zu sehen.
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Der Paso Peruano: Ausdruck bis in die Vorhand

Kaum eine Rasse bewegt sich so theatralisch schön wie der Paso Peruano. Seine vierte Gangart, der Paso Llano, ist ein gleichmäßiger Viertakt, der ähnlich weich zu sitzen ist wie der Tölt, dabei aber deutlich raumgreifender wirkt. Das eigentliche Erkennungszeichen ist der Termino, ein seitliches Ausschwingen der Vorderbeine aus der Schulter heraus, das an einen kraulenden Schwimmer erinnert und der Rasse ihre unverwechselbare Ausstrahlung verleiht.

Wie schon die Konquistadoren-Pferde seiner Herkunft wurde der Paso Peruano für lange Strecken in unwegsamem Gelände gezüchtet, weshalb die untertretende, gleitende Bewegung besonders kraftsparend ist. Dazu kommt das sogenannte Brio, jene Mischung aus Feuer und edler Sanftmut, die Willigkeit und Arbeitseifer mit einem ruhigen Kopf verbindet. Genau dieses Zusammenspiel aus Komfort, Kraft und Show macht ihn zu einem der ausdrucksstärksten Gangpferde der Welt.

Paso Peruano: Braunes Pferd von vorne
Ein helles, falbfarbenes Pferd mit dunkler Mähne und dunklem Kopf steht seitlich im hohen Gras einer Koppel. Im Hintergrund verläuft ein einfacher Holzzaun vor einer steilen, felsigen Gebirgskette mit sichtbaren Gesteinsschichten unter einem leicht bewölkten Himmel.
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