Home NewsFEI prüft Blutregel: Kommt die Angleichung der Disziplinen?

FEI prüft Blutregel: Kommt die Angleichung der Disziplinen?

von Michelle Breitenfeld

Nach zwei Disqualifikationen bei der WM in Aachen steht die Blutregel im internationalen Pferdesport wieder ganz oben auf der Agenda. Wir fassen zusammen, was in Aachen passiert ist, wo Springen und Dressur sich unterscheiden und wie die FEI die Regeln jetzt überprüft.

Was in Aachen geschah

Im Grand Prix der Weltmeisterschaften in Aachen wurden am 11. August gleich zwei Reiterinnen nach ihren Prüfungen aufgrund der Blutregel disqualifiziert: Rotem Jale Ibrahimzade aus der Türkei mit Hexagon's Double Dutch sowie die Neuseeländerin Wendi Williamson mit Don Vito MH. Bei Hexagon's Double Dutch war nach Angaben der Reiterin bei der Kontrolle ein kleiner Blutpunkt im Maul festgestellt worden, im Stall sei später keine sichtbare Verletzung mehr erkennbar gewesen. Bei Don Vito MH hieß es, der Wallach habe sich auf die Lippe gebissen.

Springen und Dressur ticken unterschiedlich

Der Fall zeigt, wie unterschiedlich die Blutregel je nach Disziplin ausfällt. Im Springreiten gilt seit Anfang 2026 ein neues System: Blut, das auf eine Einwirkung des Reiters zurückzuführen ist, führt nicht mehr automatisch zum Ausschluss, sondern kann eine Recorded Warning zur Folge haben. Bei zwei Verwarnungen innerhalb von zwölf Monaten drohen Geldstrafe und einmonatige Sperre. Nach Angaben der FEI wurden zwischen dem 1. Januar und Anfang September bereits 282 solcher Verwarnungen ausgesprochen, in 13 Fällen kam es zur Sperre. In der Dressur gilt weiterhin die strengere Null-Toleranz-Regel: Wird nach dem Ritt frisches Blut im Bereich des Mauls oder der Sporeneinwirkung festgestellt, führt das zur Disqualifikation, unabhängig von der Ursache.

FEI prüft Angleichung, Dressurverbände bremsen

Für die geplante Überprüfung hat die FEI 2026 eine sogenannte Horse Condition Task Force eingerichtet, die am 29. Juni erstmals am FEI-Sitz in Lausanne zusammenkam. Vertreter aus Disziplinen, Gremien, nationalen Verbänden sowie Aktive und Offizielle diskutierten dort die bestehenden Regelwerke und mögliche Anpassungen. Nach Angaben der FEI soll eine Angleichung ausdrücklich das Bekenntnis zum Pferdewohl wahren und gleichzeitig Besonderheiten einzelner Disziplinen berücksichtigen. Viele europäische Verbände sprechen sich jedoch deutlich gegen eine Lockerung der Dressurregel aus. Eine konkrete Einigung über eine neue Blutregel gibt es bislang nicht, die Diskussionen dauern an.

Quellen:
Cavallo, Artikel vom 07.09.2026: cavallo.de
FEI, offizielle Mitteilung vom 30.06.2026: inside.fei.org

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.