Zwei Farbfamilien und der Schimmel als Sonderfall
Beim American Paint Horse fällt jede Fellfarbe in eine von zwei Grundfamilien: rot oder schwarz. Die rote Familie reicht vom Fuchs bis zum Cremello, die schwarze vom Rappen bis zum Perlino. Das Besondere daran: Die weißen Scheckungsmuster kombinieren sich mit jeder dieser Farben, was die enorme optische Vielfalt der Rasse erklärt.
Eine Ausnahme bildet der Schimmel. Sein Grau vererbt sich unabhängig von jeder anderen Farbe und kann deshalb in beide Familien fallen. Ein Schimmel wird in irgendeiner Farbe geboren und wird mit zunehmendem Alter immer heller, während die Haut dunkel bleibt. Zuerst ergrauen meist die Partien rund um die Augen und hinter den Ohren.
Wie hell oder dunkel eine Farbe am Ende wirkt, ist dabei nicht in Stein gemeißelt. Wetter, Fütterung, Fellwechsel, Kondition und der allgemeine Gesundheitszustand können den Farbton spürbar verschieben.
Alle Farben des American Paint Horse auf einen Blick





















Die American Paint Horse Association ist der zweitgrößte Pferdezuchtverband der Welt. Die APHA ist der Stammverband für Paint Horses – eine der weltweit beliebtesten Pferderassen, bekannt für ihre charakteristischen Scheckzeichnungen und ihre Athletik. Unsere weltweite Gemeinschaft ist genauso vielfältig wie unsere Pferde: Paint Horses und APHA-Mitglieder sind in nahezu jeder Disziplin erfolgreich unterwegs.
Die rote Familie: von Fuchs bis Cremello
Die rote Familie versammelt alle Töne, die auf einem roten Grundpigment beruhen. Am bekanntesten ist der Fuchs (Chestnut): ein dunkelrotes bis rotbraunes Fell, das von hell bis zum Leberfuchs reicht. Beim Leberfuchs verraten bronzefarbene oder kupferne Lichter an den Beinen, dass es sich nicht um einen Braunen oder Rappen handelt. Mähne und Schweif sind meist dunkelrot oder braun, manchmal auch flachsfarben. Der Sorrel ist der hellere Verwandte, rötlich bis kupferrot, mit Mähne und Schweif in der Regel in Körperfarbe.
Aus derselben Familie stammen die aufgehellten Varianten. Der Palomino trägt ein goldenes bis blassgelbes Fell mit heller, oft fast weißer Mähne. Der Red Dun zeigt ein gelbliches oder fleischfarbenes Fell mit roten Wildfarben-Abzeichen, während der Red Roan rote und weiße Haare mischt, ohne mit dem Alter heller zu werden. Ganz am hellen Ende steht der Cremello, eine doppelte Aufhellung des Fuchses mit cremeweißem Fell, rosiger Haut und blauen oder bernsteinfarbenen Augen. Auch das Gold Champagne gehört hierher, bei dem ein Champagne-Gen den roten Grundton ins Goldene zieht.
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Die schwarze Familie: vom Rappen bis zum Perlino
Die schwarze Familie beginnt beim Rappen (Black), dessen Fell samt Maul, Flanken und Beinen durchgehend schwarz ist. In der Sonne kann es ausbleichen oder zeitweise einen rostigen Schimmer bekommen, und viele Fohlen kommen mausgrau zur Welt, bevor sie sich schwarz umfärben. Der Dunkelbraune (Brown) wirkt schwarzbraun mit helleren Partien an Maul, Augen, Flanke und Beininnenseiten, während Mähne und Schweif meist schwarz bleiben. Der Brauner (Bay) trägt ein rotbraunes Fell mit schwarzer Mähne, schwarzem Schweif, schwarzen Ohrspitzen und dunklen Beinen.
Auch die Stichelhaar-Varianten zählen dazu: Der Blue Roan mischt weiße Haare in ein schwarzes Fell, der Bay Roan tut dasselbe auf braunem Grund, beide ohne mit dem Alter heller zu werden. Bei den aufgehellten Tönen zeigt der Falbe (Dun) ein gelbliches Fell mit schwarzer oder brauner Mähne und Wildfarben-Abzeichen, der Grullo ein rauchig-mausfarbenes Fell mit schwarzen Abzeichen, und der Buckskin ein goldgelbes Fell mit schwarzen Beinen, aber ganz ohne diese Abzeichen. Ganz hell werden Smoky Cream und Perlino, zwei doppelte Aufhellungen mit cremefarbenem Fell, die sich nur per Gentest sicher auseinanderhalten lassen. Wirkt das Champagne-Gen auf einen schwarzen oder braunen Grund, entstehen Classic Champagne und Amber Champagne mit ihren schokoladigen Tönen.
Wildfarben-Abzeichen: Aalstrich, Schulterkreuz und Zebrastreifen
Manche Farben der schwarzen wie der roten Familie tragen sogenannte Wildfarben-Abzeichen, die vor allem bei Falben, Grullos und Red Duns auftreten. Das bekannteste ist der Aalstrich, ein dunklerer Streifen, der vom Widerrist bis zum Schweifansatz über den Rücken läuft. Dazu kommt das Schulterkreuz, eine schattige Zeichnung, die über Hals und Widerrist dunkler durchscheint. Und schließlich die Zebrastreifen an den Beinen, waagerechte Bänder unterschiedlicher Breite an Sprunggelenken, Unterschenkeln, Vorarmen oder Knien. Der Buckskin sieht dem Falben zwar ähnlich, trägt diese Abzeichen aber gerade nicht, was ihn von ihm unterscheidet.
Das Champagne-Gen und seine Merkmale
Ein eigener Aufheller ist das Champagne-Gen. Es verdünnt nicht nur die Fellfarbe, sondern hellt auch die Haut auf, die bei der Geburt hell rosa ist und sich später zu einem gedämpften Blassrosa mit dunkleren Sommersprossen entwickelt, besonders rund um Augen, Maul, unter dem Schweif und an Euter oder Schlauch. Auch die Augen verändern sich, von einem trüben Blau beim Fohlen zu Bernstein oder Braun im erwachsenen Alter. Je nach Grundfarbe entstehen daraus drei Champagne-Varianten: Classic Champagne auf schwarzem, Amber Champagne auf braunem und Gold Champagne auf fuchsfarbenem Grund. So wird aus einem Grundton eine ganz eigene, schimmernde Färbung.
American Paint Horse Association (APHA), „Colors of the American Paint Horse": apha.com











