Home NewsTriumph in der Soers: Richard Vogel schreibt Geschichte beim TSCHIO Aachen 2026

Triumph in der Soers: Richard Vogel schreibt Geschichte beim TSCHIO Aachen 2026

von Michelle Breitenfeld

Trotz verkürzter Version begeisterte das Traditionsturnier in der Aachener Soers das Publikum. Richard Vogel und sein Hengst United Touch S trugen sich mit dem Sieg im prestigeträchtigen Großen Preis von Aachen in die Geschichtsbücher ein und sicherten sich zudem eine enorme Zusatzprämie.

Ein Kindheitstraum wird wahr für Richard Vogel

Mit diesem Erfolg machten Richard Vogel und United Touch S den nächsten großen Schritt auf dem Weg zum legendären Rolex Grand Slam. Nach ihrem vorherigen Triumph beim Dutch Masters in s-Hertogenbosch kassierte das Europameister-Paar in Aachen ein Extra-Preisgeld von 500.000 Euro. Sollte ihnen im September auch ein Sieg im kanadischen Spruce Meadows gelingen, würde Vogel als zweiter Reiter überhaupt nach Scott Brash diese historische Serie gewinnen.

Der sichtlich gerührte Sieger fand nach dem Erfolg kaum Worte für seine Emotionen. Er erklärte unter Tränen, dass es immer sein Kindheitstraum gewesen sei, einmal den Großen Preis von Aachen zu gewinnen. Ein Championat zu reiten sei etwas Besonderes, aber Aachen bleibe einfach Aachen. Seinen tiefen Dank richtete er an sein gesamtes Team und hob den außergewöhnlichen Kampfgeist seines Pferdes hervor. Wenn man als Anwärter auf den Grand Slam in das Stechen einreite, gebe es laut Vogel kein Nachdenken über hintere Plätze, sondern nur das eine große Ziel.

Podiumsplatz für Sophie Hinners und argentinischer Erfolg

Der Sonntag hielt für die deutsche Equipe noch weiteren Grund zur Freude bereit. Sophie Hinners, die Partnerin von Richard Vogel, ritt mit einer starken Runde auf Singclair auf den dritten Platz. Damit ging auch für sie ein Lebenstraum in Erfüllung, wie sie im Anschluss glücklich betonte. Ihr Pferd habe fantastisch für sie gekämpft. Gemeinsam mit David Will betreiben Hinners und Vogel einen erfolgreichen Turnierstall in Südhessen, der in naher Zukunft noch erweitert werden soll.

Zwischen die beiden deutschen Top-Reiter schob sich ein Routinier aus Südamerika. Der 57-jährige Jose Maria Larocca aus Argentinien, der seit vielen Jahren in der Schweiz lebt, feierte mit dem 16-jährigen Finn Lente den größten Erfolg seiner sportlichen Karriere. Die beiden spielten ihre gesamte Erfahrung aus und landeten auf einem herausragenden zweiten Platz. Larocca zeigte sich überglücklich und betonte, dass es großartig sei, hinter einem Reiter wie Richard Vogel Zweiter zu werden. Ein starkes Comeback feierte auch André Thieme, der nach einer Aufholjagd mit seiner Stute auf Rang sechs landete und sich damit für das WM-Team empfahl.

Nachwuchsstars im Youngster Cup und weitere Tagessiege

Auch in den weiteren Prüfungen des Wochenendes gab es hochkarätigen Sport zu sehen. Das Finale der Youngster-Tour ging an Janika Sprunger aus der Schweiz und ihre achtjährige Zangersheider Stute Victory Music Z. Das Paar sicherte sich nach der zweiten Qualifikation auch das große Finale am Sonntag. Die erste Qualifikationsprüfung der jungen Pferde hatte zuvor Richard Vogel mit United Call JPS gewonnen, einem direkten Sohn von United Touch S aus der Zucht von Julius Peter Sinnack. Platz zwei im Finale ging an Philipp Weishaupt mit Aberdeen Z, gefolgt von René Dittmer auf Cajero.

Janika Sprunger durfte an diesem Wochenende doppelt jubeln. Kurz vor ihrem eigenen Erfolg feierte sie ihren Ehemann Henrik von Eckermann, der mit seiner erfahrenen Stute Glamour Girl das Eröffnungsspringen am Sonntag für sich entschied. Christian Ahlmann belegte in diesem Springen mit Sheeran WL den dritten Platz. Bereits an den Vortagen zeigten sich internationale Stars in Bestform: Am Freitag siegte Daniel Coyle mit Farrel in der ersten Qualifikation, während am Samstag die US-Amerikanerin Lillie Keenan mit Kick On die zweite Qualifikation im Stechen gewann.

Einzigartiges Rahmenprogramm bei Pferd und Sinfonie

Neben dem Spitzensport im Parcours begeisterte das Event mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Das beliebte Format Pferd und Sinfonie zog in diesem Jahr einmalig in das große Hauptstadion um. Unter dem Motto James Bond verabschiedete sich der Aachener Generalmusikdirektor Christopher Ward vor ausverkauften Rängen mit einer spektakulären Show. Zu den Höhepunkten des Abends zählte ein glanzvolles Pas-de-Deux von Isabell Werth auf Quantaz und Nachwuchsstar Moritz Treffinger auf Vincero sowie der charmante Auftritt einer Gruppe von Shetlandponys. Sportchefin Birgit Rosenberg zog ein durchweg positives Fazit und lobte das perfekte Zusammenspiel aus Weltklasse-Sport, stimmungsvollem Rahmenprogramm und bestem Sommerwetter.

Quellen: www.hooforia.com, resulting.chioaachen.de

Foto-Quelle: www.chioaachen.de, © Photo: Jasmin Metzner/CHIO Aachen

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