Extreme Temperaturen belasten Pferde und Reiter im Sommer zunehmend. Während die Initiative R-haltenswert verbindliche Hitzeschutz-Konzepte fordert, setzt die Deutsche Reiterliche Vereinigung weiterhin auf bewährte Empfehlungen und Aufklärung.
Absagen von Prüfungen, veränderte Startzeiten oder zusätzliche Waschbereiche gehören an heißen Turniertagen bereits vielerorts zum Alltag. Der Initiative R-haltenswert reicht das jedoch nicht mehr aus. Sie fordert ein bundesweit einheitliches Hitzeschutz-Konzept für Reitturniere, um klare Kriterien, feste Entscheidungswege und finanzielle Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.
Forderung nach klaren Kriterien statt Einzelfallentscheidungen
Nach Ansicht der Initiative sind bloße Einzelfallentscheidungen angesichts zunehmender Hitzeperioden nicht mehr zeitgemäß. Nötig seien klare Leitlinien, die das Pferdewohl konsequent in den Fokus rücken. Dabei dürfe nicht nur die reine Lufttemperatur als Maßstab dienen. Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Wind, Bodenbeschaffenheit sowie Transport- und Wartezeiten müssten ebenfalls einfließen. Als wissenschaftliche Grundlage schlägt die Initiative die Nutzung des Heat Index oder der Wet Bulb Globe Temperature vor.
Konkrete Mindeststandards und finanzielle Absicherung
Zu den vorgeschlagenen Mindeststandards gehören verpflichtende Schatten- und Wasserstellen auf dem Turniergelände, ausreichende Kühlmöglichkeiten sowie die Verlegung von Startzeiten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Auch verkürzte Abreitezeiten und pferdeschonende Siegerehrungen sind Teil des Forderungskatalogs. Um Turnierveranstalter vor finanziellen Verlusten bei hitzebedingten Absagen zu schützen, regt die Initiative zudem einen Hitzeschutz-Fonds auf Verbandsebene an.
Die Haltung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
Die FN betont auf Nachfrage, dass das Wohl der Pferde stets an oberster Stelle steht. Der Dachverband verweist auf bereits existierende Informationsmaterialien und ein detailliertes Merkblatt zum Umgang mit extremen Temperaturen. Man beobachte die Entwicklungen jedoch weiterhin sehr aufmerksam.
Praktische Tipps für heiße Turniertage
In ihrem aktuellen Leitfaden rät die FN unter anderem dazu, die Transportzeiten so kurz wie möglich zu halten und für eine gute Belüftung im Anhänger zu sorgen. Pferde sollten regelmäßig frisches Wasser erhalten, Schattenplätze nutzen können und nach der Belastung großzügig mit kaltem Wasser abgezogen werden. Aufwärmphasen sollten verkürzt und mit ausreichenden Schrittpausen gestaltet werden. Auf das unnötige Stehenlassen im Anhänger sowie auf den dauerhaften Einsatz von Transportgamaschen oder dichten Decken bei großer Hitze sollte dringend verzichtet werden.
Die Diskussion über die Notwendigkeit verbindlicher Hitzeschutz-Regeln im Pferdesport dürfte somit auch in Zukunft weitergehen.
Quelle: www.cavallo.de















