Home Tödlicher Kutschunfall im Harz: Zwei Pferde ertrinken im Teufelsteich

Tödlicher Kutschunfall im Harz: Zwei Pferde ertrinken im Teufelsteich

von Michelle Breitenfeld

Hinweis: Bei dem Bild handelt es sich um ein Symbolfoto.

Am Montag hat sich am Teufelsteich bei Harzgerode ein tragischer Unfall ereignet: Zwei Pferde sind vor einer Kutsche in den Stausee gelaufen und ertrunken. Der Vorfall macht viele in der Pferdewelt betroffen und ruft zugleich die Tierrechtsorganisation PETA auf den Plan, die daraufhin ein Kutschverbot im Landkreis Harz fordert.

Was am Teufelsteich geschah

Der 66 Jahre alte Kutscher war am Montagmittag mit seinem Gespann am Teufelsteich nahe Neudorf, einem Ortsteil von Harzgerode, unterwegs. Nach Angaben der Polizei scheuten die beiden Pferde, als er den Wagen wenden wollte. Wovor genau sich die Tiere so erschreckten, ist bislang unklar.

Die Pferde rannten mitsamt der Kutsche mehrere Meter weit in den Stausee. Weil sie fest an dem schweren Anhänger hingen, zog dieser sie in die Tiefe. Der Kutscher konnte sich selbst ans Ufer retten, blieb unverletzt und holte Hilfe. Für die beiden Pferde kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Stundenlange Bergung am Stausee

Als die Einsatzkräfte den Teufelsteich erreichten, waren die Tiere bereits tot. Feuerwehrleiter Nico Hartung nannte den Vorfall gegenüber der Bild-Zeitung „wirklich tragisch“. Rund 25 Kameradinnen und Kameraden mehrerer Feuerwehren aus der Umgebung waren im Einsatz, unterstützt von einem Rettungsboot und der Landespolizei.

Mit einer Seilwinde zogen sie die Kutsche und die Pferde nach und nach aus dem Wasser. Der Einsatz dauerte nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Harzgerode rund zwei Stunden. Das Trinkwasser der Talsperre wurde durch das Unglück nicht verunreinigt.

PETA fordert ein Kutschverbot

Angesichts des Unglücks hat sich die Tierrechtsorganisation PETA mit einem Schreiben an den Harzer Landrat Thomas Balcerowski gewandt und ein generelles Kutschverbot im Landkreis Harz gefordert. Pferde seien sensible Fluchttiere, die bei Angst panisch reagieren und unkontrolliert loslaufen könnten, so die Organisation. Kutschfahrten führten immer wieder zu schweren, teils tödlichen Unfällen.

Nach eigener Auswertung öffentlich bekannt gewordener Fälle zählte PETA für das Jahr 2025 bundesweit 39 Kutschunfälle mit mindestens 58 Verletzten und vier getöteten Pferden. Als Vorbild nennt die Organisation Rothenburg ob der Tauber, wo 2010 nach einem schweren Unfall ein Kutschverbot für die Innenstadt beschlossen wurde, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof später bestätigte. Es ist nicht das erste Mal, dass PETA nach einem Vorfall im Harz ein solches Verbot ins Spiel bringt.

Ein Unglück, das eine alte Debatte neu entfacht

Für viele Menschen gehört die Fahrt mit der Pferdekutsche zu Hochzeiten, Feiertagen oder Ausflügen einfach dazu, und der Fahrsport ist in Deutschland fest verankert. Genau hier verläuft die Diskussionslinie: Tierrechtsorganisationen sehen in Kutschfahrten ein grundsätzliches Risiko, während viele Fahrerinnen und Fahrer auf gute Ausbildung, geeignetes Material und den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Pferden verweisen.

Im Fall vom Teufelsteich bleibt die Ursache offen. Solange nicht geklärt ist, was die Pferde erschreckt hat, lässt sich der Unfall schwer verallgemeinern. Was bleibt, ist die Betroffenheit über zwei Tiere, die auf tragische Weise ums Leben gekommen sind, und eine Debatte über Sicherheit, die durch solche Ereignisse regelmäßig neu geführt wird.

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