695.000 Pferde-Mädchen und -Jungs folgen ihm bei Instagram, 367.000 Abonnenten lieben seine Videos auf YouTube und auch auf Facebook hat er Tausende Follower – mit 23 Jahren ist Matt Harnacke der „erste Influencer der International Equestrian Federation“, wie er auf seiner Homepage schreibt. Grund genug für ehorses, sich den Justin Bieber der Reiterszene einmal genauer anschauen.
In sieben Jahren vom Nobody zum Justin Bieber der Reiterszene – diese steile Karriere hat Matt Harnacke hingelegt. Dabei hätte der sympathische Reiter zu Beginn selbst nicht daran geglaubt. „Ich war 16 Jahre alt, gerade mit der Schule fertig und fühlte mich nicht sehr selbstbewusst“, erinnert er sich in einem Interview für seinen heutigen Werbepartner Longines.
Dass er einmal als Model arbeiten würde, kam ihm überhaupt nicht in den Sinn. Doch dann wurde er entdeckt – auf einem Reitturnier in Australien. Ein Model-Scout steckte ihm eine Visitenkarte zu, die er erst einmal ein paar Wochen ignorierte. Dann siegte die Neugier. Und sechs Monate später lief er bereits bei den großen Modeschauen in Paris und London für Armani und Dolce & Gabbana.
Matt Harnackes Karriere begann mit der Visitenkarte eines Model-Scouts
Andere Modehäuser wurden Matt aufmerksam – und auch die Reiterszene. Denn Matt, der eigentlich Mattia heißt (Vater Deutscher, Mutter Italienerin, in Brescia in Italien geboren und in Australien aufgewachsen), fühlt sich nicht nur vor der Kamera oder auf den Laufstegen der Welt wohl – am liebsten ist er im Reitstall.
„Ich war acht Jahre alt, als ich aufs Pferd kam“, erzählt er. Freunde der Familie besaßen eine Reitschule, da bekamen er und sein Zwillingsbruder Steve die erste Reitstunde – und es wurde für Matt Liebe auf den ersten Ritt. „Danach habe ich meine Mutter immer wieder gefragt, wann ich die nächste Reitstunde bekomme.“
Vor allem das Dressurreiten hat es ihm angetan: „Es ist so genau. Und es bringt dich dazu, die kleinen Dinge wirklich zu schätzen.“ Und: „Wenn ich reite, sind das die wenigen Momente, in denen ich nur das jetzt lebe.“
Wallach Chase ist wie ein Bruder für Matt
2014 traf er seine große Pferdeliebe: Chase, 1,80 Meter, damals gerade sechs Jahre alt. „Ich habe ihn nicht gesucht, aber gefunden“, sagt Matt lachend. „Chase ist wie ein Bruder für mich. Ich genieße es einfach nur Zeit mit ihm zu verbringen, ganz ohne Arbeit.“ Wie er seinen tierischen Kumpel beschreibt? „Er ist ein Softie…“
Vor zwei Jahren kam für Matt der nächste große Schritt – er zog nach Europa. „Für den Job als Model ist es besser, weil ich viel in Europa arbeite.“ Dennoch fiel ihm die Entscheidung nicht leicht. „Das war wirklich hart: 20.000 Kilometer von Zuhause entfernt.“ In den Niederlanden fand er seine neue Heimat. Und auch neue Pferde.
Neben Chase, der ihn natürlich begleitete, kamen noch der PRE-Hengst Emporio und das Pony Bear zu ihm. Ganz klar: Matt bevorzugt Wallache beziehungsweise Hengste. „Stuten sind toll. Aber sie haben mehr schlechte Tage als Wallache“, sagt er lachend.
Matt Harnacke ist bodenständig – mit viel Humor
Wenn er beruflich nicht um die Welt fliegt, verbringt er so viel Zeit wie möglich mit seinen Pferden und seinen Hunden. Fast immer an seiner Seite ist sein Kumpel Jesse Drent, ebenfalls Reiter. Gemeinsam lassen sie ihre Fans an ihrem Leben teilhaben, bei dem es nicht nur um Pferde geht, sondern auch ihre vierbeinigen Familienmitglieder Maisy und Penny, zwei französische Bulldoggen – oder auch mal um Matts Lieblingsfarbe (rot) oder wann er den ersten Kuss bekam (mit 15). Auch auf eine Reit-Safari in Botswana nehmen sie ihre Follower mit, begeisterte Ausrufe beim Anblick von Elefanten und Giraffen inklusive:
Was Matt Harnacke auszeichnet? Obwohl er als Model von seinem Aussehen lebt, zeigt er sich ganz normal und bodenständig – und beweist auch viel Humor. So zeigt er in einem YouTube-Video seine Satteldecken – und packt sie alle auf Chase. Da es doch ein paar Decken mehr sind, braucht er eine Leiter und viel Geschicklichkeit…
Matt Harnacke: „Erfolg bekommt man nicht auf dem Silbertablett“
Seinen Job als Influencer nimmt er ernst. „Social Media spielt eine wichtige Rolle in meiner Karriere“, sagt er einmal in einem Interview mit der GQ. „Es gibt mir die Möglichkeit, meine Anhänger zu erreichen und mein Leben und meine Reise durch tägliche Posts zu präsentieren.“ Er will damit auch etwas erreichen: „Ich hoffe auch, die Jugend von heute zu inspirieren und herauszufordern, sie selbst zu sein, Veränderungen anzunehmen und hart zu arbeiten.“
Dabei, dass weiß er, sehen viele Fans nur die schönen Seiten seines Lebens. Was sie nicht sehen? „Die viele harte Arbeit sowohl beim Reiten als auch beim Modeln. Viele Castings, Reisen, Training mit meinem Pferd und alltägliche Dinge. Obwohl ich versuche, es so real wie möglich zu halten.“ Bislang hatte er viel Glück, das ist ihm bewusst. Aber „letztendlich kommt es darauf an, was man daraus macht. Chancen können präsentiert werden, aber man bekommt den Erfolg nicht auf einem Silbertablett. Das muss man selbst machen!“











