Home PferdewissenSommerabend mit Pferd: 5 Bucket-List-Ideen

Sommerabend mit Pferd: 5 Bucket-List-Ideen

von Michelle Breitenfeld

Die kühleren Abendstunden eignen sich ideal für entspannte Ausritte, erfrischende Wellness-Einheiten oder Bodenarbeit auf dem schattigen Platz. Wenn die Mittagshitze nachlässt, steigen Motivation und Wohlbefinden von Pferd und Reiter. Das eröffnet vielseitige Möglichkeiten für das gemeinsame Training und die Pflege.

Tipp 1:

Der Abendausritt in der Dämmerung

Ein Ausritt in der Abenddämmerung senkt das Stresslevel von Pferd und Reiter durch sinkende Temperaturen und einen nachlassenden Insektenflug sofort. Sobald die Sonne untergeht, verziehen sich lästige Bremsen und Fliegen, was die Nerven des Pferdes nachhaltig schont. Das sanfte, goldene Licht sorgt zudem für eine beruhigende Atmosphäre auf den Reitwegen und lässt den Tag entspannt ausklingen. Die kühle Abendluft erleichtert dem Pferd die Atmung und beugt einer Überhitzung im Vergleich zu Runden in der Mittagssonne effektiv vor.

Die optimale Routenwahl hängt maßgeblich von den verbleibenden Lichtverhältnissen und der Bodenbeschaffenheit ab. Bei ausreichender Sicht im frühen Dämmerungslicht wählen Reiter vorzugsweise bekannte Wald- und Feldwege, um Stolpergefahren durch tiefe Löcher oder versteckte Wurzeln im schwindenden Licht zu vermeiden. Das vertraute Gelände minimiert zusätzlich das Risiko, dass das Pferd vor plötzlich auftauchenden Schatten erschrickt.

Bei einbrechender Dunkelheit verlagert sich der Ritt ausschließlich auf gut einsehbare, offene Strecken. Reiter nutzen ab diesem Zeitpunkt verpflichtend reflektierende Ausrüstung wie Leuchtwesten für sich selbst und Reflexbänder für die Pferdebeine, um die Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten. Gesetzliche Vorschriften fordern zudem bei Dunkelheit eine nach vorne weiß und nach hinten rot leuchtende Laterne an der linken Seite des Reiters.

Die Routenwahl hängt maßgeblich von den verbleibenden Lichtverhältnissen ab:

  • Bei ausreichender Sicht: Wählen Sie bekannte Wald- und Feldwege, um Stolpergefahren durch tiefe Löcher oder Wurzeln zu vermeiden.
  • Bei einbrechender Dunkelheit: Reiten Sie ausschließlich auf gut einsehbaren Strecken. Nutzen Sie reflektierende Ausrüstung wie Leuchtwesten und Reflexbänder für die Pferdebeine, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Takeaway für die Praxis: Mach dich und dein Pferd sichtbar!

Sobald die Dämmerung einsetzt, verschmelzen Reiter und Pferd optisch mit der Umgebung. Nutze zwingend eine Leuchtweste für dich. Befestige zusätzlich Reflexbänder an den Pferdebeinen, damit Autofahrer und Radfahrer die Bewegung des Pferdes frühzeitig erkennen. Eine Stirnlampe am Reithelm leuchtet dir den Weg aus und verhindert Fehltritte deines Pferdes im Halbdunkel.

Tipp 2:

Das Fotoshooting in der „Golden Hour“

Die sogenannte „Golden Hour“ kurz vor Sonnenuntergang liefert durch ihr warmes, weiches Licht die perfekten Bedingungen für kontrastreiche Pferdefotos ohne harte Schatten. Das tiefstehende Licht der Abendsonne verleiht dem Fell des Pferdes einen intensiven, natürlichen Glanz und hebt die Konturen des Pferdekörpers plastisch hervor. Im Gegensatz zum grellen Mittagslicht entstehen in den späten Abendstunden keine unschönen Augenschatten oder überbelichteten Fellpartien. Das sorgt für professionelle Bildergebnisse, die Reiter als bleibende Erinnerung oder für den erfolgreichen Pferdeverkauf nutzen.

Für hochwertige Aufnahmen reicht ein modernes Smartphone im Porträtmodus vollständig aus. Die Kamera erzeugt dabei eine künstliche Tiefenunschärfe, die das Pferd scharf abbildet und den Hintergrund harmonisch verschwimmen lässt. Fotografen positionieren das Pferd für den besten Effekt so, dass das Sonnenlicht schräg von hinten oder von der Seite auf das Tier fällt, um eine goldene Lichtkante an Mähne und Schweif zu erzeugen. Bei Gegenlichtaufnahmen ist darauf zu achten, dass die Linse sauber ist, da Staub auf dem Objektiv zu störenden Lichtflecken (Lens Flares) führt.

Ein eingespieltes Team vor Ort erleichtert den Ablauf des Fotoshootings am Abend erheblich. Ein Helfer stellt sich direkt hinter die Kamera und sorgt mit einer Rascheltüte, einer Wieher-App oder einer Futterdose für die nötige Aufmerksamkeit des Pferdes. Das animiert das Tier dazu, den Hals stolz aufzurichten und die Ohren aufgeweckt nach vorne zu spitzen. Die Hilfsperson sollte die Reize jedoch dosiert einsetzen, damit das Pferd ruhig stehen bleibt und nicht in Stress gerät.

Ein braunes Pferd steht im warmen, goldenen Licht des Sonnenuntergangs auf einer grünen Koppel. Im Vordergrund hält eine Hand ein leicht unscharfes Smartphone, das das Pferd im Porträtmodus fokussiert. Das tiefstehende Sonnenlicht erzeugt eine weiche Atmosphäre, lässt das Fell des Pferdes glänzen und hebt seine Konturen plastisch hervor.

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Tipp 3:

Die regenerierende Wellness-Routine

Die Wassertemperatur und die richtige Technik beim Abspritzen entscheiden über den gesundheitlichen Nutzen für den Sehnenapparat und die Muskulatur des Pferdes. Das gründliche Kühlen der Beine und das Ausspülen von Schweißsalzen am Abend fördert die Muskelregeneration und verhindert schmerzhafte Hautirritationen unter dem Sattelzeug. Eingetrockneter Schweiß bildet in Kombination mit Staub eine raue Schicht, die bei sommerlichen Temperaturen schnell zu Scheuerstellen und starkem Juckreiz führt. Ein strukturierter Waschvorgang nach dem Training entfernt diese Nährböden für Bakterien zuverlässig und kühlt den strapazierten Pferdekörper kreislaufeffizient herunter.

An den Pferdebeinen erzielt wohltemperiertes Wasser aus dem Schlauch im Sprühstoß den besten Effekt, da es die Blutgefäße verengt, Schwellungen reduziert und die Sehnen nach der Belastung behutsam schützt. Reiter beginnen mit dem Wasserstrahl immer am Huf hinten rechts und arbeiten sich langsam an der Außenseite des Beines nach oben vor. Diese herzferne Methode schont den Kreislauf des Tieres und verhindert einen gefährlichen Kälteschock durch einen zu abrupten Blutdruckabfall.

Für die großen Muskelpartien an Rücken und Kruppe nutzen Reiter dagegen ausschließlich lauwarmes Wasser oder einen feuchten Schwamm. Eiskaltes Wasser verursacht in diesen empfindlichen Bereichen ein schlagartiges Zusammenziehen der Gefäße, was zu schmerzhaften Muskelverspannungen führt. Ein anschließendes Abziehen des Wassers mit dem Schweißmesser ist sehr wichtig, damit die verbleibende Feuchtigkeit im Fell nicht wie ein Brennglas wirkt und zu einem Wärmestau führt.

Die Wassertemperatur entscheidet über den gesundheitlichen Nutzen:

  • Pferdebeine: Kühles, moderates Wasser aus dem Schlauch im Sprühstoß verengt die Gefäße und schützt die Sehnen nach der Belastung. Arbeite dich von den Hufen langsam nach oben vor, um den Kreislauf zu schonen.
  • Rücken und Kruppe: Nutze für große Muskelpartien ausschließlich lauwarmes Wasser oder einen feuchten Schwamm. Eiskaltes Wasser in diesem Bereich verursacht schmerzhafte Muskelverspannungen.
Tipp 4:

Das gemeinsame Koppel-Picknick

Ein Picknick am Koppelrand stärkt das gegenseitige Vertrauen, indem Mensch und Pferd entspannte Qualitätszeit auf Augenhöhe und abseits des alltäglichen Trainingsdrucks verbringen. In dieser stressfreien Umgebung nimmt das Pferd seinen Besitzer außerhalb der Reiter-Rolle wahr, was die Bindung nachhaltig festigt. Während das Pferd an der Hand oder in einem sicher abgesteckten Bereich in Ruhe grasen darf, entspannt der Reiter auf einer Picknickdecke in unmittelbarer Nähe. Diese passive Präsenz signalisiert dem Fluchttier Pferd Sicherheit und Gelassenheit, wodurch sich das allgemeine Stresslevel bei Mensch und Tier gleichermaßen senkt. Zudem schult diese gemeinsame Auszeit die Aufmerksamkeit des Reiters für die feinen Signale und das natürliche Ausdrucksverhalten seines Pferdes in der Entspannung.

Eine strikte Trennung der Nahrungsmittel schützt das Tier vor schweren gesundheitlichen Schäden wie Koliken oder Vergiftungen. Mitgebrachte Snacks für den Reiter wie Schokolade, gesalzenes Gebäck, Avocado oder Steinobst sind für Pferde hochgradig giftig und dürfen niemals in Reichweite des Pferdemauls gelangen. Auch das Bettelverhalten fordert Konsequenz: Der Reiter setzt von Beginn an klare Grenzen, damit das Pferd die Picknickdecke nicht bedrängt oder Futter einfordert. Ein gut geplanter Ablauf sichert die entspannte Atmosphäre für beide Seiten.

Für ein sicheres und harmonisches Picknick am Koppelrand sind folgende Punkte entscheidend:

  • Sicheren Abstand wählen: Platziere die Picknickdecke außerhalb der direkten Reichweite des Pferdes, um ein versehentliches Umtreten oder Knabbern an der Ausrüstung zu verhindern.

  • Menschliche Snacks isolieren: Bewahre Schokolade, Steinobst und salzige Knabbereien in fest verschlossenen Boxen auf, damit keine Gerüche das Pferd anlocken.

  • Pferdegerechte Belohnungen nutzen: Füttere als Belohnung für das Pferd ausschließlich frische Karotten, Apfelstücke oder spezielle, getreidefreie Pferdeleckerlies in Maßen.

  • Auf Insektenschutz achten: Nutze für das Pferd effektives Fliegenspray oder eine Fliegenmaske, damit es beim Grasen nicht von Bremsen gestört wird. Auch für dich als Mensch lohnt sich ein guter Zecken- und Insektenschutz!

  • Den Bereich absichern: Wenn du das Pferd während des Picknicks nicht an der Hand halten möchtest, stecke vorab einen kleinen Bereich der Weide mit einem stabilen Zaun ab.

Takeaway für die Praxis: Sicherheit geht vor Genuss!

Verwende für dein eigenes Essen eine feste, luftdicht verschließbare Picknickbox statt offener Tüten. Das verhindert, dass dein Pferd durch Rascheln angelockt wird oder unerlaubt nach Menschenfutter schnappt. Platziere deine Picknickdecke zudem außerhalb der Reichweite der Pferdehufen, falls das Pferd beim Grasen unerwartet einen Schritt zur Seite macht. Wichtig: Sammle im Anschluss deinen Müll wieder ein, damit keine Gefahren für dein Pferd zurück bleiben.

Tipp 4:

Gelassenheitstraining auf dem Reitplatz

Mentale Bodenarbeit und Gelassenheitsübungen nutzen die hohe Konzentrationsfähigkeit des Pferdes in den kühlen Abendstunden ohne körperliche Überlastung. Wenn die Tagestemperaturen sinken, steigt die mentale Lernbereitschaft des Tieres wieder an.

Ein kleiner Parcours aus Pylonen, Stangen oder einer blauen Plastikplane eignet sich ideal für dieses Abendtraining. Der Reiter führt das Pferd im Schritt über die Hindernisse oder gymnastiziert es mit sanfter Dehnungsarbeit an der Hand. Dies festigt die feine Kommunikation und sorgt für einen harmonischen Tagesabschluss.

Für mich gibt es im Sommer nichts Schöneres, als den heißen Tag spätabends gemeinsam mit meinem Reitbeteiligungspferd Coquett ausklingen zu lassen. Ob ein entspannter Ritt in die goldene Dämmerung oder eine ausgiebige Wellness-Routine am Waschplatz – diese kühlen Stunden festigen die Bindung abseits des Trainingsdrucks und schenken uns beiden die perfekte Erholung vom Alltag.

Michelle
Redakteurin bei ehorses

Fragen & Antworten

Mit Pferden kann man im Sommer entspannte Ausritte in der kühlen Abenddämmerung unternehmen, erfrischende Wellness-Routinen am Waschplatz gestalten oder ein gemeinsames Picknick am Koppelrand genießen.

Bei extremer Sommerhitze kannst du dein Pferd durch eine kühle Beindusche am Waschplatz erfrischen, entspannte Graspausen an einem schattigen Ort einlegen oder das Training komplett in die kühleren Abendstunden verschieben.

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