Hunter

Eine Mischung aus Galoppierfreudigkeit, Mut und Springveranlagung – Hunter Pferde sollten sich mit bestimmten Eigenschaften präsentieren.

Traditionelle Jagdrennen und moderne Hunting-Turniere

Die Ursprünge des Huntings reichen weit in die Geschichte zurück. Bereits in prähistorischer Zeit wurde zum Zweck der Nahrungsbeschaffung, aber auch als sportliche Betätigung gejagt. Jagdritte mit Hunden in freiem Gelände haben europaweit in Frankreich ihre längste Tradition. Oftmals werden die Jagdritte jedoch mit der englischen Jagdtradition in Verbindung gebracht. War es zunächst die Rotwild- und Hasenjagd, so erfreute sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Fuchsjagd zunehmender Beliebtheit. Dieses klassische Jagdreiten in England sollte später auch als Vorbild für das Hunterreiten als Disziplin dienen.

Die Hunterklasse

Hunting

Heute werden neben den traditionellen, eher selten veranstalteten Jagdrennen Hunter-Prüfungen im Rahmen des Turniersports durchgeführt. Dabei werden acht bis zehn Hindernisse in konstantem Sprungablauf überwunden. Charakteristisch ist hierbei das besonders stilvolle und gepflegte Auftreten von Pferd und Reiter im typischen britischen Jägerstil. Die sogenannte Hunterklasse zeichnet sich weniger durch sportlichen Ehrgeiz als durch das Vergnügen am Reiten aus und eignet sich auch ideal für Wiedereinsteiger oder spät berufene Reiter. Wer Spaß daran hat, sein Pferd harmonisch über kleinere Sprünge zu führen und sich stattlich zu präsentieren, wird Freude an der Disziplin finden. Vor allem da keine Zeitmessung erfolgt und es sich nur um niedrige Hindernisse handelt. Hunterprüfungen werden als Springen weltweit durchgeführt, darunter in Deutschland seit 2005, und stehen in der Regel Reitern jeden Alters offen.

Exterieur der Hunter Pferde

Pferde dieser Disziplin können grundsätzlich jeder Rasse entstammen, da sich prinzipiell jedes gesunde und robuste Pferd oder Pony für Jagdritte und Hunterprüfungen eignet. Dennoch sollten sie nach Möglichkeit einen bestimmten Pferdetyp verkörpern, um den Anforderungen der Disziplin gerecht werden zu können. Vorteilhaft sind ein stabiler Knochenbau, eine starke Hinterhand, saubere Gelenke und kräftige Röhrbeine mit großen Sprunggelenken. Welcher Typ von Hunter zum Einsatz kommt, ist jedoch auch immer von den landschaftlichen Verhältnissen und dem Gelände abhängig, in denen die Jagdritte unternommen werden. Wenn feste Hindernisse auf der Strecke zu überwinden sind, wie etwa in den britischen Shires, bietet sich ein galoppierfreudiges, großes Pferd mit hohem Vollblutanteil an. Bei Ackerland mit Hügeln und Zäunen trifft die Wahl eher kurzbeinige, starke Hunter Pferde mit kompakterem Körper. Runde Rippenbogen, eine gute Gurtentiefe sowie ein ausgeprägter Widerrist und lange, schräge Schultern sind dann gefragt.

Die Grundgangarten der Hunter Pferde

Hunter Pferde beherrschen die drei Grundgangarten einwandfrei und sollten sich vor allem sehr galoppierfreudig zeigen. Erwünscht ist zudem ein gutes Springvermögen mit ausreichend Kraft.

Interieur

Hinsichtlich des Charakters der Hunter Pferde sind vor allem Mut und Ausgeglichenheit, aber auch Gelassenheit sowie Springfreude und Ausdauer entscheidend. Gleichgültig, ob es sich um einen Vollblüter, ein Warmblut oder Pony handelt, Rittigkeit und eine gute Veranlagung zum Springen sind unerlässlich. Darüber hinaus sollten Hunter Pferde ein gutes Maß an Intelligenz mitbringen und sich gegebenenfalls gut mit Hunden verstehen.

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