Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, freuen wir Reiter uns auf lange Ausritte und unbeschwerte Stunden im Stall. Für Pferde mit chronischem Asthma bricht mit der heißen Jahreszeit jedoch oft die anstrengendste Phase des Jahres an. Trockene Luft, aufgewirbelter Staub und starker Pollenflug belasten die ohnehin empfindlichen Atemwege massiv. In diesem Artikel erfährst du, wie du die typischen Symptome erkennst und das Haltungs- sowie Fütterungsmanagement im Sommer perfekt anpasst, um Deinem Pferd das Atmen spürbar zu erleichtern.
Warum leiden Pferde mit Asthma im Sommer besonders?
Pferde kühlen ihren Organismus bei hohen Außentemperaturen über eine beschleunigte Atemfrequenz ab, was die chronisch verengten Atemwege von Asthmatikern überlastet und akute Atemnot auslöst. Die hitzebedingte Mehrarbeit der Lunge führt bei betroffenen Tieren schnell zum typischen, kraftlosen „Pumpen“ der Flanken.
Zusätzlich transportiert die trockene Sommerluft eine extrem hohe Konzentration an Allergenen. Staub von ausgetrockneten Böden, Erntearbeiten auf benachbarten Feldern und der saisonale Pollenflug reizen die entzündeten Schleimhäute permanent. Dieser ständige Reiz triggert neue Entzündungsprozesse und verengt die Bronchien nachhaltig.

Weide oder Stall: Was ist bei Pferdeasthma im Sommer besser?
Die optimale Haltungsform im Sommer hängt strikt vom individuellen Auslöser des Asthmas ab, sodass Du zwischen Staub- und Pollenallergikern unterscheiden musst. Während staubempfindliche Pferde von dauerhaftem Koppelgang profitieren, benötigen pollenallergische Pferde während der Hitzeperioden gezielten Schutz im kühlen Stall.
Wann profitiert ein asthmatisches Pferd von Stallhaltung?
Ein Aufenthalt im kühlen, gut belüfteten Stall schützt Pferde, die unter dem sogenannten Sommerweide-assoziierten Asthma (SPAOPD) leiden. Diese spezifische Form der Atemwegserkrankung wird primär durch Blütenpollen und im Freien fliegende Schimmelpilzsporen ausgelöst.
- Weidezeiten anpassen: Bring Dein Pferd während der Peak-Pollenzeiten tagsüber in den Stall.
- Nachtweide nutzen: Verlege den Koppelgang auf die kühlen Nachtstunden oder den frühen Morgen, da die Allergenbelastung am Boden dann am geringsten ist.
- Stallklima optimieren: Halte die Boxen und Stallgassen absolut staubarm und sorge für eine permanente Luftzirkulation ohne Zugluft.
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Wann ist der Koppelgang im Sommer die bessere Wahl?
Der dauerhafte Koppelgang an der frischen Luft ist die beste Wahl für Pferde, deren Asthma durch klassischen Stallstaub, Ammoniakgase oder Schimmelpilze im Heu getriggert wird. Die permanente Luftbewegung im Freien verhindert, dass lungengängige Feinstaubpartikel tief in die Atemwege eindringen.
Achte bei der Weidehaltung auf ausreichend große Schattenplätze durch Bäume oder luftige Unterstände. Vermeide stark abgefressene, sandige Steppenvorplätze. Aufgewirbelter Sandstaub reizt die Lunge bei Wind mechanisch und verschlimmert den Husten.
Wie füttert man Pferde mit Asthma im Sommer richtig?
Asthmatische Pferde dürfen im Sommer kein trockenes Heu fressen, da der enthaltene Feinstaub die Atemwege sofort blockiert. Du musst das Raufutter vor dem Fressen konsequent behandeln oder durch staubfreie Alternativen ersetzen.
Das bloße Überbrausen des Heuballens mit dem Wasserschlauch reicht nicht aus, da es den Feinstaub im Inneren nicht bindet. Tauche das Heu für mindestens 30 Minuten komplett unter Wasser oder nutze einen professionellen Heubedampfer. Der heiße Wasserdampf tötet Pilzsporen und Bakterien bei über 90 °C zuverlässig ab. Füttere das Raufutter ausschließlich vom Boden, um den natürlichen Sekretabfluss aus den Atemwegen beim Fressen zu unterstützen.
Darf ein asthmatisches Pferd im Sommer bewegt werden?
Ja, leichte Bewegung in den kühlen Morgenstunden ist unverzichtbar, um die Durchblutung der Lunge zu fördern und festsitzenden Schleim effektiv zu lösen. Das Training darf jedoch nur unter strengen Bedingungen bezüglich Uhrzeit und Staubbelastung stattfinden.
- Die richtige Uhrzeit: Trainiere Dein Pferd in den frühen Morgenstunden vor 7:00 Uhr, da die Luft dann kühl und die Pollenkonzentration am niedrigsten ist.
- Die Bodenverhältnisse: Nutze niemals staubende Reitplätze oder Hallenböden. Weiche bei Trockenheit auf grasbewachsene Wege oder schattige Waldpfade aus.
- Die Intensität: Passe das Training täglich an die Atemfrequenz und das aktuelle Wohlbefinden Deines Pferdes an und vermeide jegliche Überanstrengung.
Welche Sofortmaßnahmen helfen bei akuter Atemnot durch Hitze?
Bei akutem Pumpen und Atemnot im Ruhezustand musst du das Pferd sofort an einen schattigen Ort führen, den Kreislauf schonend kühlen und umgehend eine Tierarztpraxis kontaktieren. Schnelles Handeln verhindert hier eine lebensbedrohliche Überhitzung des Organismus.
Bringe das Tier in einen kühlen, gut durchlüfteten Stalltrakt. Spritze die Beine und die Brust des Pferdes vorsichtig mit lauwarmem Wasser ab, um die Thermoregulation zu unterstützen. Verwende niemals eiskaltes Wasser, da dies einen Kreislaufkollaps provozieren kann. Halte vom Tierarzt verordnete Notfallmedikamente wie Bronchienerweiterer oder Inhalationsmasken für den sofortigen Einsatz bereit.
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