Darf mein Pferd Löwenzahn fressen?
Ja, Pferde dürfen Löwenzahn (Taraxacum officinale) fressen, da die gesamte Pflanze für sie ungiftig ist und als wertvolle Ergänzung zum täglichen Raufutter dient. Blätter, Blüten und sogar die Wurzeln enthalten eine hohe Dichte an Bitterstoffen (Taraxacin), Mineralstoffen wie Kalium sowie die Vitamine A, C und D. Viele Pferde selektieren den Löwenzahn auf der Weide instinktiv, um von seinen natürlichen Wirkstoffen zu profitieren.
Die Fütterung von Löwenzahn unterstützt gezielt die Vitalität, indem sie den Stoffwechsel ankurbelt und die Verdauung reguliert. Während die Blätter durch ihren hohen Kaliumgehalt die Nierenfunktion fördern, wirken die Bitterstoffe in der Wurzel positiv auf die Leber und den Gallenfluss. Besonders im Frühjahr während des Fellwechsels oder zur Unterstützung nach einer medikamentösen Behandlung bietet die Pflanze eine natürliche Möglichkeit, den Organismus des Pferdes zu reinigen und das Immunsystem zu stärken.
Welche Wirkung hat Löwenzahn auf das Pferd?
Löwenzahn wirkt primär stoffwechselanregend sowie harntreibend und fungiert als natürlicher Unterstützer für die zentralen Entgiftungsorgane Leber und Niere. Die enthaltenen Bitterstoffe stimulieren die Produktion von Verdauungssäften und Galle, was die Nährstoffaufnahme optimiert und den gesamten Magen-Darm-Trakt reguliert. Durch die Anregung der Nierentätigkeit hilft die Pflanze zudem dabei, Stoffwechselendprodukte effizienter aus dem Körper auszuschwemmen.
Darüber hinaus entfaltet der Löwenzahn eine reinigende Wirkung, die besonders bei entzündlichen Prozessen oder nach Belastungsphasen des Immunsystems zum Tragen kommt. Tierärzte und Heilpraktiker empfehlen die Pflanze häufig begleitend bei rheumatischen Beschwerden oder zur Regeneration nach einer Wurmkur, um den Organismus zu entlasten. Die Kombination aus Vitaminen und Mineralstoffen stärkt zudem das allgemeine Wohlbefinden und unterstützt ein glänzendes Fell sowie gesundes Hufwachstum.
Die wichtigsten Wirkungsweisen im Überblick:
Entgiftung: Fördert aktiv die Funktion von Leber und Galle.
Stoffwechsel-Push: Regt den gesamten Organismus an und unterstützt den Fellwechsel.
Harntreibend: Hilft den Nieren bei der Ausleitung von Schlackenstoffen.
Verdauungsfördernd: Bitterstoffe optimieren die Speichel- und Magensaftproduktion.
Entzündungshemmend: Kann lindernd bei Gelenkproblemen und Rheuma wirken.
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Löwenzahn als natürliches Superfood
In der Naturheilkunde wird der Löwenzahn (Taraxacum officinale) seit Jahrhunderten als wahres Multitalent geschätzt. Für gesunde Pferde ist er eine wertvolle Bereicherung des Speiseplans, da er wichtige Nährstoffe liefert, die in herkömmlichem Weidegras oft zu kurz kommen.
Stoffwechsel-Boost: Die enthaltenen Bitterstoffe (Taraxacin) regen die Lebertätigkeit und den Gallenfluss an, was die Entgiftung des Körpers unterstützt.
Nierenfunktion: Er wirkt sanft harntreibend und hilft dabei, Stoffwechselendprodukte effizient auszuscheiden.
Mineralstoffquelle: Die Pflanze ist reich an Vitamin C, Vitamin A, Kalium, Calcium und Magnesium.
Appetitanreger: Besonders bei Pferden, die nach einer Krankheit schwer wieder „ans Futter“ kommen, wirkt Löwenzahn oft Wunder.
Wann Vorsicht geboten ist: Die Fruktan-Falle
Löwenzahn stellt für stoffwechselkranke Pferde ein ernstzunehmendes Risiko dar, da er Energie in Form von Inulin, einer spezifischen Fruktan-Variante, speichert. Besonders für Pferde, die unter dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS), Cushing (PPID) oder einer akuten Hufrehe-Gefahr leiden, kann der hohe Zuckergehalt der Pflanze gefährlich werden. Da Löwenzahn aufgrund seines süßlich-herben Geschmacks äußerst schmackhaft ist, fressen viele Pferde ihn auf der Weide bevorzugt und nehmen so innerhalb kürzester Zeit kritische Mengen an leicht verdaulichen Kohlenhydraten auf.
Die Gefahr durch Fruktane im Löwenzahn schwankt extrem stark in Abhängigkeit von der Witterung und der Sonneneinstrahlung. An sonnigen Tagen, denen frostige oder sehr kalte Nächte vorausgingen, schießt der Fruktangehalt massiv in die Höhe, da die Pflanze den produzierten Zucker aufgrund der Kälte nicht in Wachstum umsetzen kann. In diesen Phasen sollten Besitzer von Rehe-Patienten oder Pferden mit Stoffwechselstörungen den Zugang zu löwenzahnreichen Weiden strikt begrenzen oder ganz unterbinden, um einen stoffwechselbedingten Reheschub zu verhindern.
Wann du bei Löwenzahn vorsichtig sein musst:
EMS & Cushing: Hoher Inulingehalt kann den Insulinspiegel gefährlich ansteigen lassen.
Hufrehe-Gefahr: Besonders bei vorbelasteten Pferden ist das Risiko für Schübe durch Fruktan erhöht.
Frost-Sonne-Kombination: Erhöhte Zuckerkonzentration in der Pflanze bei Kältestress.
Übermäßiger Verzehr: Die hohe Akzeptanz führt dazu, dass Pferde die Pflanze gezielt und in großen Mengen selektieren.
Ist der “Milchsaft” im Stängel giftig für Pferde?
Nein, der weiße Milchsaft im Stängel des Löwenzahns ist für Pferde ungiftig und stellt bei normalem Verzehr keine Gefahr dar. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die klebrige Flüssigkeit giftig sei – vermutlich, weil sie auf der menschlichen Haut Flecken hinterlässt oder bei Kindern zu Irritationen führen kann. Bei Pferden hingegen lösen die im Saft enthaltenen Bitterstoffe und Terpene keine Vergiftungserscheinungen aus; sie sind vielmehr Teil des natürlichen Abwehrmechanismus der Pflanze gegen Insekten und tragen zur heilenden Wirkung bei.
Obwohl der Milchsaft harmlos ist, kann eine extreme Überdosierung in seltenen Fällen zu leichten Schleimhautreizungen führen. Dies würde jedoch voraussetzen, dass ein Pferd untypisch große Mengen an isolierten Stängeln in kürzester Zeit frisst. Da Pferde auf der Weide den Löwenzahn als gesamte Pflanze zusammen mit Gräsern und anderen Kräutern aufnehmen, findet eine natürliche Verdünnung statt. Du kannst also unbesorgt sein, wenn dein Pferd auf der Koppel gezielt nach den gelben Blüten und ihren Stängeln sucht, der Saft ist für den Pferdemagen unbedenklich.
Achtung Verwechslungsgefahr: Der giftige Doppelgänger
Ein häufiger Grund, warum Löwenzahn einen schlechten Ruf hat, ist die Verwechslung mit dem Gewöhnlichen Ferkelkraut. Dieses sieht dem Löwenzahn auf den ersten Blick sehr ähnlich, ist jedoch für Pferde giftig und kann den sogenannten „Hahnentritt“ (eine neurologische Gangstörung) auslösen.
So unterscheidest du sie sicher:
Der Stängel: Löwenzahn hat einen hohlen Stängel, aus dem beim Abbrechen weißer Milchsaft austritt. Der Stängel des Ferkelkrauts ist massiv, verzweigt und oft behaart.
Die Blätter: Löwenzahnblätter sind glatt und tief gezackt („Löwenzähne“). Ferkelkrautblätter sind eher abgerundet und fühlen sich borstig-behaart an.
Die Blüte: Während beim Löwenzahn nur eine Blüte pro Stängel wächst, verzweigt sich der Stängel des Ferkelkrauts meist in mehrere kleine Blütenköpfe.

Außerdem sollten Pferde mit chronischen Nierenproblemen oder Verschluss der Gallenwege keinen Löwenzahn erhalten. Da die Pflanze stark harntreibend wirkt und die Galle anregt, kann dies bei Vorerkrankungen zu Komplikationen führen. Auch bei Pferden mit Neigung zu Hufrehe ist Vorsicht geboten, da Löwenzahn, wie alle Weidepflanzen, abhängig von der Witterung hohe Mengen an Fruktan enthalten kann.
Löwenzahn füttern: Frisch oder getrocknet?
| Form | Vorteil | Anwendung |
| Frisch | Höchster Vitamingehalt | Direkt beim Weidegang oder als Belohnung. |
| Getrocknet | Gut portionierbar | Ideal als Kur im Winter oder zur Unterstützung des Fellwechsels. |
| Wurzel | Höchste Bitterstoffkonzentration | Besonders effektiv zur gezielten Leberunterstützung. |
Wie viel Löwenzahn darf ein Pferd täglich fressen?
Ein ausgewachsenes Pferd (ca. 600 kg) verträgt täglich etwa 30 bis 50 Gramm getrockneten Löwenzahn oder eine vergleichbare Menge frischer Pflanzen. Wie bei jedem Futtermittel gilt: Die Dosis macht das Gift. Eine übermäßige Aufnahme von reinem Löwenzahn kann den Magen reizen oder zu Durchfall führen, weshalb er als Ergänzung und nicht als Hauptfutter dienen sollte.
Wenn ich mit Coquett im Frühjahr die ersten Runden im Gelände drehe, beobachte ich oft, wie gezielt sie sich die jungen Löwenzahnköpfe vom Wegrand pflückt. Für mich ist die Pflanze weit mehr als nur ein gelber Farbtupfer auf der Weide, sie ist ein genialer, natürlicher Stoffwechsel-Booster, den uns die Natur quasi kostenlos zur Verfügung stellt, um unsere Pferde nach dem Winter wieder in Schwung zu bringen.
Michelle
Redakteurin bei ehorses
Fragen & Antworten
Nein, Löwenzahn ist für gesunde Pferde ungiftig und gilt aufgrund seiner Vitamine und Bitterstoffe sogar als gesundes „Superfood“, das Leber und Nieren unterstützt.
Löwenzahn speichert Energie in Form von Inulin (einem Fruktan). Da dieser Zuckergehalt besonders bei Stresswetterlagen (Sonne nach Frost) stark ansteigen kann, stellt er ein Risiko für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie EMS, Cushing oder Hufrehe dar.
Achte auf den Stängel: Der Stängel des Löwenzahns ist hohl und führt weißen Milchsaft. Das für Pferde giftige Ferkelkraut hat hingegen einen massiven, oft verzweigten und behaarten Stängel.
Ein massives Vorkommen von Löwenzahn ist oft ein Zeiger für Nährstoffüberschuss (Überdüngung) oder eine lückige Grasnarbe durch Überweidung. Hier sollte das Weidemanagement überprüft werden.
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