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Gallen beim Pferd – Darauf solltest Du achten

von Jil Wiedemann
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Gallen beim Pferd sind in vielen Fällen harmlos. Dennoch ist eine Galle nicht zu unterschätzen. Pferdefreunde sollten sie stets im Auge behalten und auf sich äußernde Symptome achten. Galle beim Pferd kann als kosmetisches Problem beginnen und sich dann aber in ein Krankheitsbild wandeln, das der Behandlung bedarf. Alles über Galle bei Pferden erfährst Du in diesem Artikel.

Gallen beim Pferd – Was heißt das?

Zu den vielen Krankheitsbildern, die Pferde haben können, zählt auch das Auftreten einer Galle, auch Hygrom oder Hydrops genannt. Dabei besteht kein Zusammenhang zur Gallenblase, die ein Pferd übrigens nicht hat. Vielmehr handelt es sich um Verdickungen an verschiedenen Stellen am Bein. Sie können unabhängig von Alter und Rasse auftreten. Sichtbar als kleine Beulen sind die unschönen Erscheinungen in der Regel nicht gefährlich, sodass Galle beim Pferd oftmals wie ein Schönheitsfehler behandelt wird. Zeigen sich langfristig weder Schmerzen noch Lahmheit, spricht man auch von Windgallen, da sie dem Pferd keine Probleme bereiten. 

Die meisten Beulen fühlen sich weich und beweglich an. Das ist beispielsweise bei Gallen von Hautschleimbeuteln der Fall. Das kosmetische Problem führt aber dann zu merklichen Auswirkungen, wenn die Anschwellungen anderer Stellen am Bein hart werden und unter Umständen auch bakteriell infiziert sind. Solche Synovia-Schwellungen können zu schmerzhafter Lahmheit führen. 

Normalerweise schmiert die Synovia (zähflüssige Körperflüssigkeit) die Gelenke. Mit der Ernährung der Gelenkknorpel und dem Transport von Stoffwechselprodukten ist die Flüssigkeit für das reibungslose Funktionieren der Gelenke verantwortlich. Jedoch steigt die Flüssigkeitsproduktion bei stetiger Reizung mit der Folge einer überfüllten Gelenkkapsel. Der Abtransport der Flüssigkeit gelingt nicht mehr im ausreichenden Maße – eine Galle entsteht. Dabei variiert die Größe der beulenartigen Ausformungen an den Gelenken. Sie können groß oder klein sein. Ignorieren sollten Pferdehalter ein Auftreten auf keinen Fall, denn bei dem Krankheitsbild Galle handelt es sich um chronische Entzündungen, die man im Auge behalten sollte.

Wie entsteht eine Galle beim Pferd?

Eine Galle entsteht durch die Vermehrung der Synovialflüssigkeit, die die Gelenkkapsel überfüllt. Dabei kann sie an unterschiedlichen Stellen, wie beispielsweise am Fersenbein oder Sprunggelenk, entstehen.

Wo sind die Gallen beim Pferd?

Gallen treten an unterschiedlichen Stellen am Bein des Pferdes auf: Bei einer Anschwellung des Hautschleimbeutels am Fersenbein beziehungsweise im Bereich der Fersenhöcker handelt es sich um eine Piephacke. Sind sie mit Schleimbeutelflüssigkeit oder Blut gefüllt und fühlen sich weich an. Bestehen sie dagegen überwiegend aus Bindegewebe, können sie auch hart sein. Sie haben entweder eine runde oder eine ovale, längliche Form. Die Ausbuchtung seitlich neben dem Fersenbeinhöcker beziehungsweise am Sprunggelenk nennt man Eiergalle. Die Schwellung kann sich bis zur darüberliegenden Achillessehne ausdehnen und auch darüber hinaus. 

Eine Stollbeule, oder auch Liegebeule genannt, zeichnet sich durch eine Vermehrung des Umfangs am Ellenbogenhöcker durch Anschwellung des Hautschleimbeutels aus. Dabei kann die Beule so groß wie ein Tennisball sein. Im Falle eines Knieschwamms ist der Hautschleimbeutel im vorderen Bereich der Vorderfußwurzel angeschwollen.

Verdickte Schleimbeutel im Genick nennt man Genickbeule. Tiermediziner sprechen auch fachlich von Bursitis nuchalis. Dabei liegen die Schleimbeutel auf dem ersten und zweiten Halswirbel auf. Über sie verläuft der Nackenstrang. Er verspannt die Wirbel von Rücken und Nacken miteinander. Im anfänglichen Stadium einer Genickbeule fühlt sich die entzündete Ausformung, die für das Pferd schmerzhaft ist, warm an. In fortgeschrittenen Stadien können sich auch Abszesse bilden. Um den Schmerz zu vermeiden, halten Pferde den Kopf bei gesenkt.

Bei einer Kurbengalle befinden sich seitlich am Sprunggelenk des Vierbeiners Vorwölbungen. Ebenso ist das Sprunggelenk geschwollen bei einer Kreuzgalle oder Sprungelenksbeule. Bei der sogannten Windgalle ist der Bereich an der Fesselbeugensehenenscheide betroffen.

Gallen Pferd: Benennung der Gallen

Gallen beim Pferd – Ursache

Die Ursachen einer Galle beim Pferd sind unterschiedlicher Natur. An erster Stelle steht oft die Überlastung insbesondere noch junger Pferde. Permanente Überanstrengungen führen zu chronischen Entzündungen, wenn Jungtiere solchen Belastungen noch nicht gewachsen sind. Aber auch ältere Pferde sind betroffen. Gallen bilden sich dann, wenn Pferde dauerhaft auf zu hartem oder zu weichem Boden arbeiten müssen oder die Gelenke unregelmäßig starken Belastungen ausgesetzt sind. Auch zu wenig Bewegung kann eine Galle beim Pferd auslösen. 

Bandagen und Gamaschen können ebenso ursächlich sein. Da sie einen mechanischen Druck auf das Gelenk ausüben, sollte man sie nicht vergessen abzunehmen. Besonders bei Schulpferden sollte man darauf achten. Schon frühzeitig ist Schülern beizubringen, dass Bandagen nicht zu eng sitzen dürfen und richtig anliegen müssen. Auch mechanische Chips können Auslöser für Entzündungen der Schleimbeutel sein. Gallen entstehen darüber hinaus auch haltungsbedingt zum Beispiel bei Pferden, die auf hartem Boden liegen oder gegen die Boxenwände treten.

Galle beim Pferd hängt zudem oftmals mit einer falschen Ernährung in Verbindung mit Nährstoffdefiziten zusammen. Ein Fehler besteht beispielsweise in der Fütterung mit zu viel Eiweiß. Vor allem bei älteren Pferden sollten Pferdehalter in dieser Hinsicht Acht geben, da sie dazu tendieren Gallen an den Sehnenscheiden beziehungsweise Fesselbeugesehnenscheide zu bilden. Ist bei einigen Pferden eine Überfütterung die Ursache, kann bei Jungpferden eine mangelhafte Futterversorgung und zu wenig Bewegung der Grund für Gallen an Sehnen oder anderen Stellen sein.

Zu den weiteren Ursachen zählen:

  • Fehlstellungen
  • Muskelverspannungen
  • schwaches Bindegewebe
  • Stoffwechselstörungen
  • Infektionen
  • zu frühes Einreiten von noch jungen Pferden
  • nach einer Operation unzureichender Abtransport von Stoffwechselprodukten
  • Tritt eines anderen Pferdes

Sind Gallen beim Pferd schlimm?

In der Regel sind Gallen beim Pferd nicht schlimm, sofern keine Schmerzen, beschränkte Bewegungsabläufe oder schmerzhafte bakterielle Infektionen damit verbunden sind.

Symptome – So erkennst Du Gallen beim Pferd

Wenn Gallen Sehnen und Knochen verdecken, sehen die Beine schwammig aus. Das Leitsymptom, das sich an der jeder der unterschiedlichen betroffenen Körperstelle zeigt, ist dabei die Schwellung. Knochen, Bänder und Sehnen der Vorder- und Hinterbeine zeichnen sich durch die beulenartigen Verformungen nicht mehr mit Klarheit ab.

Machen sich keine Entzündungszeichen bemerkbar wie beispielsweise eine vermehrte Wärme, sollte die Berührung der Beule beim Pferd keinen Schmerz auslösen. In der Regel gibt es auch keine Anzeichen von Lahmheit. Allerdings können sie je nach Größe beim Bewegungsablauf zu einem mechanischen Hindernis werden. Allein bei der Beurteilung eines Schönheitsfehlers sollte es nicht bleiben. 

Bestehen Gallen schon recht lange, können sie sich verhärten. Betroffene Stellen können dabei eine Druckempfindlichkeit entwickeln. In schwerwiegenden Fällen können Gallen die Größe einer Faust erreichen. Erste Anzeichen bedeuten bereits, dass mit dem Gelenk des Pferdes etwas nicht stimmt. Das Pferd sollte, wenn möglich, von einem Tierarzt untersucht werden.

Schmerzhaft wird es dann, wenn sich die Galle beim Pferd mit Bakterien infiziert. Das kommt oftmals bei der Piephacke oder Stollbeule vor. Eine bakterielle Infektion des Schleimbeutels kann es aber auch an den anderen Stellen geben. Neben den Schmerzen äußert sich die Infektion durch Wärme und letztlich auch durch auftretende Lahmheit.

Gallen Pferd: Sprunggelenk bandagiert

Ist eine Galle erkannt gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Diese sollte im Vorfeld mit einem Tierarzt abgeklärt werden.

Diagnose – Die Untersuchung beim Tierarzt

Bereits mit bloßem Auge erkennen Pferdebesitzer Gallen beim Pferd. Dennoch ist ein regelmäßiges Abtasten der Beine empfehlenswert, da sich Gallen auch an den Fesseln verbergen können. Für eine genaue Diagnose sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden. Röntgenbilder und Blutuntersuchung geben Aufschluss über Knorpel- und Knochensplitter und die Nährstoffversorgung des Vierbeiners. Die jeweilige Behandlung hängt dabei von den Untersuchungsergebnissen des Tierarztes ab. Daran orientiert sich die Therapie und die Wahl der Medikamente. Lahmt das Tier bereits, sollte man unverzüglich den Tierarzt kommen lassen.

Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten – Was kann ich tun?

Was tun bei Gallen beim Pferd? Je nach Diagnose wird das Krankheitsbild Galle beim Pferd unterschiedlich behandelt. Dabei sollte man so früh wie möglich mit heilenden Methoden anfangen. In Absprache mit dem Tierarzt kann eine entzündungshemmende medikamentöse Behandlung helfen. Zum Einsatz kommen auch Kompressionsstrümpfe oder Wärmebandagen. Ebenso darf das Halfter nicht zu eng sitzen, um ein Scheuern am Genick zu verhindern.

Neben dem Kühlen oder Wärmen können Hausmittel helfen wie essigsaure Tonerde, Angussverbände mit Arnika, Kräuter in Salben oder Beifutter sowie Quark-Beinwell-Umschläge. Die Durchblutung regen auch Brennsessel und Schwarzkümmel an. In Ergänzung ziehen manche Pferdefreunde eine homöopathische einer medikamentösen Behandlung vor. Die Homöopathie stellt dabei eine recht beliebte Behandlungsmethode dar. Alternativ werden auch Blutegel eingesetzt. Durchaus lässt sich die Homöopathie mit der Schulmedizin ergänzen.

Viele Pferdehalter arbeiten neben dem Tierarzt auch mit Tierheilpraktikern zusammen. In schwerwiegenden Fällen hilft nur noch eine Operation. Sie kann zum Beispiel bei einer Fesselringbandsyndrom notwendig werden. 

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Was tun gegen Gallen beim Pferd?

Die Behandlungsmethoden reichen von Hausmitteln über Homöopathie und medikamentöser Behandlung bis hin zur Operation.

Kann ich Gallen beim Pferd vorbeugen?

Gesunde Gelenke, Bänder und Sehnen sind die besten Voraussetzungen, um Gallen zu entgehen. Vor allem sollten die Haltungsbedingungen und die Fütterung stimmen. Ein weicher Boden, eine dicke Einstreu verhindern Liegebeulen. Ständig gegen die Boxenwand tretende Pferde sollten entweder in einen Offenstall oder in eine andere Box ziehen. Zudem sollte das Pferd mit verträglichen Artgenossen auf der Weide ausreichend Bewegung bekommen. Darüber hinaus kann der Hufschmied eventuelle Fehlstellungen korrigieren und damit für eine Entlastung der Gelenke und Sehnen sorgen.

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