Das gemeinsame Schwimmen mit dem Pferd ist an heißen Sommertagen ein absolutes Highlight, an den meisten deutschen Binnengewässern jedoch streng verboten. Wir zeigen dir in dieser Übersicht, an welchen Seen in den verschiedenen Regionen Deutschlands das Baden mit Pferden offiziell erlaubt ist.
Warum ist das Pferdeschwimmen an den meisten deutschen Seen verboten?
Das Reiten und Baden mit Pferden an öffentlichen Seen scheitert in der Praxis meist an lokalen Gemeindesatzungen, Naturschutzauflagen und den strengen Hygienevorschriften für EU-Badegewässer.
Gemeinden sperren Uferbereiche primär, um Konflikte zwischen Badegästen und den großen Tieren zu vermeiden. Zudem dürfen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner die biologische Wasserqualität nicht beeinträchtigen. Wer ohne ausdrückliche behördliche Freigabe in ein Gewässer reitet, riskiert empfindliche Bußgelder wegen einer Ordnungswidrigkeit.
Welche legalen Badeseen für Pferde gibt es in den deutschen Regionen?
In fast jeder Region Deutschlands existieren ausgewiesene Gewässer mit speziellen Pferdestränden oder offiziell freigegebenen Reitabschnitten im Wasser.
Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über verlässliche Anlaufstellen, sortiert nach Regionen:
| Region | See | Bundesland | Besonderheit / Zugang |
|---|---|---|---|
| Nord | Arendsee | Sachsen-Anhalt | Offizielle Pferdeschwemme mit festem Sandboden |
| Nord | Gartower See | Niedersachsen | Ausgewiesene, flache Pferdebadestelle im Wendland |
| Ost | Rudower See | Brandenburg | Flaches Ufer bei Leuengarten, direkt über Reitwege erreichbar |
| Ost | Partwitzer See | Sachsen | Pferdestrand direkt unterhalb des örtlichen Reiterhofs |
| West | Brucher Talsperre | Nordrhein-Westfalen | Reiten und Tränken an speziell markierten Uferzonen erlaubt |
| West | Diemelsee | Hessen / NRW | Ausgewiesener Pferdestrand im Bereich Stormbruch |
| Süd | Forggensee | Bayern | Baden an unbewirtschafteten Uferstreifen außerhalb der Strandbäder gestattet |
| Süd | Altmühlsee | Bayern | Sonderbereiche außerhalb der Hauptsaison / ausgewiesene Abschnitte |
Welche saisonalen und regionalen Sonderregeln musst du beachten?
Ob das Hineinreiten in einen See legal ist, hängt stark von der aktuellen Jahreszeit, der Uhrzeit und dem rechtlichen Status des jeweiligen Gewässers ab.
Hier gilt das Prinzip des differenzierten Nutzungsrechts:
- Die Sommer-Sperrzeit: An den meisten Mischgewässern gilt ein striktes Sommerverbot während der offiziellen Badesaison (meist Mai bis September).
- Das Nebensaison-Privileg: Ab dem Herbst öffnen viele Gemeinden ihre Strände und Uferpromenaden hochoffiziell für Reiter und Hundebesitzer.
- Das Landeswald- und Naturschutzgesetz: Liegt ein See in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet, ist das Verlassen der offiziellen Reitwege selbst im Winter strikt untersagt. Ein fehlendes Verbotsschild bedeutet im deutschen Recht zudem keine automatische Erlaubnis.
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Welche Ausrüstung ist beim Schwimmen mit Pferd Pflicht?
Beim Schwimmen im tiefen Wasser musst du zwingend auf den Sattel verzichten, eine Reitkappe tragen und dem Pferd absolute Kopffreiheit ohne blockierende Zügel gewähren. Sobald das Pferd den Bodenkontakt verliert, wechselt es instinktiv in eine kraftvolle Schwimmbewegung. Ein Sattel würde sich hierbei mit Wasser vollsaugen, das Leder dauerhaft zerstören und die Steigbügel zur gefährlichen Fangschlinge für deine Beine machen. Nutze stattdessen ein stabiles Halfter mit einem langen Strick oder eine wasserfeste Biothane-Trense ohne Sperriemen. Halte dich im tiefen Wasser seitlich am Mähnenkamm oder einem Halsring fest, um niemals in die Reichweite der schlagenden Hufe zu geraten.
Die Wahl des richtigen Zaumzeugs entscheidet im Wasser über die Sicherheit deines Pferdes. Klassische Ledertrensen verziehen sich bei Nässe, während Hilfszügel, Martingale oder geschlossene Reitgamaschen ein extrem hohes Unfallrisiko bergen. Gamaschen saugen sich voll, werden schwer und beeinträchtigen die Beinfreiheit des Pferdes massiv. Reite dein Pferd daher an tiefen Gewässern immer ohne Beinschutz und schnalle alle Hilfszügel ab, damit sich das Tier nicht mit den eigenen Beinen darin verheddert.
Für dich als Reiter gilt eine strikte Sicherheitsausrüstung, die dich im Ernstfall vor schweren Verletzungen schützt. Neben einem gutsitzenden Reithelm solltest du im Wasser auf festes Schuhwerk verzichten, da schwere Lederstiefel dich im Falle eines Sturzes nach unten ziehen. Trage stattdessen leichte Badeschuhe oder reite barfuß. Wenn du unsicher bist oder ein junges Pferd reitest, erhöht eine spezielle Schwimmweste für Reiter deine persönliche Sicherheit im tiefen Wasser maßgeblich.
Checkliste: Die sichere Ausrüstung im Überblick
Für das Pferd: Wasserfestes Halfter (z. B. aus Biothane) oder eine knotenlose Trense ohne Sperriemen
Für die Führung: Ein langer Strick oder offene Zügel für maximale Kopffreiheit
Zum Festhalten: Ein stabiler Halsring oder ein rutschfester Riemen um den Hals
Für den Reiter: Ein passender Reithelm sowie leichte Badeschuhe oder Barfußbetrieb
Optionaler Schutz: Eine ohnmachtssichere Schwimmweste für den Reiter
Strikt verboten: Sättel, Beinschutz (Gamaschen/Bandagen) und jegliche Hilfszügel

Wie bereitest du den ersten Strandausflug mit deinem Pferd optimal vor?
Vor dem ersten echten Wasserkontakt musst du den Untergrund der Einstiegsstelle immer zuerst selbst zu Fuß auf Untiefen, Schlammlöcher und scharfe Gegenstände überprüfen. Pferde reagieren hochsensibel auf einen unsicheren oder nachgebenden Boden unter den Hufen. Plötzliche Schlammlöcher oder im Sand verborgene Äste können Panik auslösen und zu schweren Sehnenverletzungen führen. Gewöhne deinen Vierbeiner deshalb immer zuerst in flachen, ruhigen Uferzonen an das spritzende Element, bevor du den Vorwärtsdrang in tiefere Gewässerschichten lenkst.
Ein erfolgreicher Strandausflug steht und fällt zudem mit der Wahl des passenden Gewässers und der richtigen Uhrzeit. Wähle für die Premiere einen bewährten Pferdestrand mit festem Sandboden und flach abfallendem Ufer ohne starke Strömung oder hohen Wellengang. Meide Stoßzeiten an heißen Sommertagen, da unruhige Badegäste, flatternde Handtücher und spielende Hunde junge oder unerfahrene Pferde schnell ablenken und in Stress versetzen. Die frühen Morgenstunden oder der späte Abend bieten die beste Kulisse für ein entspanntes Training.
Wie reagierst du, wenn das Pferd Angst vor dem Wasser zeigt?
Wenn dein Pferd am Ufer zögert, entscheidet deine Geduld über den Trainingserfolg. Zwinge das Tier niemals mit Gewalt in die Fluten, da dies die Angst dauerhaft verstärkt und gefährliches Steigen oder Umdrehen provoziert. Nutze stattdessen die Herdeninstinkte aus und nimm ein erfahrenes, wasserliebendes Begleitpferd mit. Läuft das souveräne Vorbild voraus in das flache Wasser, verliert das ängstliche Pferd seine Skepsis meist von allein und folgt den Schritten des Artgenossen.
Das Verhalten des Pferdes bestimmt dabei deinen genauen Entscheidungspfad:
Das Pferd schnaubt ab und tastet mit dem Huf: Bleibe ruhig sitzen, lobe jeden Ansatz nach vorne und gib dem Tier Zeit, den Boden zu untersuchen.
Das Pferd weicht vehement rückwärts aus: Reite eine Volte, führe es erneut an die Stelle heran und steige im Zweifel ab, um es vom Boden aus vertrauensvoll hineinzuführen.
Das Pferd fängt an zu prusten und zittert: Brich das Training im Wasser für diesen Tag ab und belohne das Pferd bereits für das bloße Stehen in Ufernähe.
Experten-Tipp von der ehorses Redaktion
Nimm für den ersten Ausflug zum See immer ein erfahrenes, wasserbegeistertes Begleitpferd mit. Pferde lernen durch Nachahmung – verliert das Führpferd die Scheu vor den Wellen, folgt der Youngster meist völlig problemlos und ohne Stress ins kühle Nass.
Fragen & Antworten
Du kannst mit deinem Pferd an offiziell ausgewiesenen Pferdestränden an Nord- und Ostsee, an speziellen Pferdesee-Einstiegen sowie in freigegebenen Flüssen und privaten Baggerseen schwimmen gehen.
Der Waginger See in Oberbayern gilt mit Wassertemperaturen von bis zu 27 Grad Celsius im Hochsommer als der wärmste Badesee in Deutschland.
Allerdings herrscht an den offiziellen Strandbädern und öffentlichen Liegewiesen des Waginger Sees ein striktes Betretungsverbot für Pferde.











