Was ist die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (EIA)?
Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (Equine Infektiöse Anämie, kurz EIA) ist eine unheilbare Viruserkrankung, die ausschließlich Tiere aus der Familie der Einhufer befällt. Dazu zählen Pferde, Esel, Maultiere und Maulesel. Das auslösende Lentivirus aus der Familie der Retroviren vermehrt sich gezielt im Blut der infizierten Equiden und zerstört die roten Blutkörperchen. Eine Heilung oder Impfung existiert nicht. Für Menschen ist der Erreger völlig ungefährlich.
Einmal infizierte Pferde bleiben lebenslang Träger des Virus und scheiden den Erreger dauerhaft aus. Selbst beschwerdefreie Tiere bleiben damit eine kontinuierliche Infektionsquelle für andere Bestände. In Deutschland und Europa tritt die Seuche zwar selten oder nur sporadisch auf, in Ländern wie Rumänien ist sie jedoch endemisch. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und des tödlichen Potenzials überwachen die Veterinärämter jeden Verdachtsfall streng.
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Wie wird das EIA-Virus zwischen Pferden übertragen?
Große blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen und Stechfliegen übertragen das Virus mechanisch über ihr Mundwerkzeug von Pferd zu Pferd. Der Erreger gelangt direkt über das Blut eines infizierten Tieres in die Blutbahn eines gesunden Einhufers.
Zusätzlich stellt die Verwendung von kontaminierten Kanülen, chirurgischem Besteck oder Verbandszeug ein extremes Infektionsrisiko dar. Das Virus wird außerdem über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Milch, Harn und Kot sowie bei der Paarung oder im Mutterleib übertragen. Ein direkter und enger Kontakt zwischen den Tieren ist notwendig, weshalb Turniere oder Transporte bei mangelnden Hygienemaßnahmen ein Risiko bergen.
Welche Symptome zeigt ein erkranktes Pferd?
Die Symptome der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer (EIA) variieren stark je nach Krankheitsverlauf und reichen von akutem hohem Fieber bis hin zu einem völlig beschwerdefreien Zustand. Betroffene Tiere bilden meist zwei bis drei Wochen nach der Infektion spezifische Antikörper im Blut aus. In einzelnen Fällen dauert dieser Prozess bis zu drei Monate.
Der Verlauf der Infektion unterteilt sich in drei Formen: den akuten, den chronischen und den inapparenten (stummen) Verlauf. Das größte Risiko im Stallalltag geht von inapparent erkrankten Einhufern aus. Diese Tiere zeigen keine äußeren Anzeichen einer Erkrankung. Sie tragen den Erreger jedoch lebenslang im Blut und stecken andere Pferde genauso an wie akut kranke Tiere.
Bei der chronischen Form schwächt das Virus den Körper über einen langen Zeitraum schubweise. Halter bemerken meist schleichende Veränderungen im Allgemeinbefinden des Pferdes.
Die Verlaufsformen und Symptome der Ansteckenden Blutarmut im Überblick:
Akuter Verlauf:
Plötzlicher und starker Fieberanstieg
Ausgeprägte Apathie, Fressunlust und schwere Mattigkeit
Deutliche Punktblutungen (Petechien) unter der Zunge sowie an den Lidbindehäuten
Chronischer Verlauf:
Wiederkehrende Fieberschübe in unregelmäßigen Abständen
Anhaltender Gewichtsverlust trotz Futteraufnahme
Zunehmende Leistungsschwäche und Konditionsverlust
Ödembildung (schmerzlose Wasseransammlungen) an Bauch, Brust und Beinen
Inapparenter (stummer) Verlauf:
Keinerlei sichtbare Krankheitsanzeichen oder Leistungseinbußen
Dauerhafte Vermehrung des Erregers im Blut
Lebenslange Infektionsquelle für den gesamten Pferdbestand
Welche rechtlichen Vorschriften und Maßnahmen gelten bei EIA?
Die Equine Infektiöse Anämie ist eine streng meldepflichtige Tierseuche nach dem EU-Tiergesundheitsrecht (Kategorie D+E). Sobald ein Fall amtlich festgestellt wird, leitet das zuständige Veterinäramt Umkreisuntersuchungen (mindestens 1 km Radius) und Rückverfolgungen ein. Impfungen sowie jegliche Heilversuche an infizierten oder verdächtigen Tieren sind gesetzlich strikt verboten. Nachgewiesen infizierte Pferde müssen laut Einhufer-Blutarmut-Verordnung eingeschläfert werden, um eine Ausbreitung auf den gesamten Bestand zu verhindern.
Gegen EIA gibt es keinen Impfstoff, das macht die Erkrankung für jeden Pferdebetrieb so tückisch. Umso wichtiger ist es mir, dass wir in der Reiter-Community ein Bewusstsein für konsequente Stallhygiene und Insektenschutz schaffen. Mit dem richtigen Wissen schützen wir nicht nur das eigene Pferd, sondern die gesamte Herde.
Michelle
Redakteurin bei ehorses
Wie wird die Ansteckende Blutarmut diagnostiziert?
Die Verlässlichkeit der Diagnose basiert auf einer gezielten Blutuntersuchung im Labor auf spezifische Antikörper gegen das EIA-Virus. Das Labor verwendet dafür Nativblut, also Vollblut ohne Gerinnungshemmer, aus dem das Serum für den Nachweis (beispielsweise mittels Coggins-Test oder ELISA-Verfahren) gewonnen wird. Da infizierte Einhufer erst zwei bis drei Wochen, in manchen Fällen bis zu drei Monate nach der Infektion nachweisbare Antikörper bilden, ist der Zeitpunkt der Probennahme wichtig. Amtliche Proben werten spezialisierte Landeslaboratorien aus. Das Ergebnis liegt in der Regel nach ein bis drei Werktagen vor.
Pferdehalter sichern den Infektionsstatus ihres Bestandes durch regelmäßige Antikörper-Tests ab. Der Haustierarzt entnimmt die Blutprobe direkt im Stall und schickt sie an das zuständige Diagnostiklabor. Routineuntersuchungen empfehlen sich besonders vor dem Eindecken bei Zuchtstuten, vor Besitzerwechseln oder vor Turnierteilnahmen im Ausland. Eine frühzeitige Diagnose schafft Klarheit, unterbricht symptomlose Infektionsketten im Pferdestall und schützt die gesamte regionale Pferdepopulation vor dem unkontrollierten Ausbruch der Tierseuche.
Wie schützt du dein Pferd vor einer EIA-Infektion?
Da es keine Impfung gibt, basiert die Prävention vollständig auf wirksamer Biosicherheit und Hygiene im Stallalltag. Ein konsequentes Insektenmanagement bildet dabei dein wichtigstes Schild gegen den Erreger. Sichere Schutz- und Hygienemaßnahmen verringern das Risiko im Alltag deutlich.
So schützt du dein Pferd effektiv:
- Insektenschutz optimieren: Nutze Fliegendecken, Fliegenmasken und wirksame Repellents auf der Weide und dem Paddock.
- Weidezeiten anpassen: Vermeide den Koppelgang während der Hauptflugzeiten von Bremsen und Stechfliegen, besonders in der Nähe von Gewässern.
- Stall- & Weidehygiene: Halte Ställe sauber und reduziere Feuchtigkeit auf Paddocks sowie Ausläufen, um Insektenbrutstätten zu minimieren.
- Geräte- und Werkzeughygiene: Verwende Zubehör, Putzzeug oder medizinisches Gerät niemals gemeinsam ohne vorherige gründliche Reinigung und Desinfektion.
- Bestandskontrolle: Fordere bei Neuzugängen oder Unsicherheiten ein aktuelles Blutbild inklusive EIA-Antikörpertest durch deinen Tierarzt an.
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Fragen & Antworten
Ja, die Equine Infektiöse Anämie (EIA) ist eine hochansteckende und unheilbare Viruserkrankung, die ausschließlich Pferde und andere Einhufer befällt.
Das Virus wird in erster Linie mechanisch durch blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen und Stechfliegen sowie durch mit infiziertem Blut kontaminierte Nadeln oder Instrumente übertragen.
Je nach Krankheitsverlauf zeigen betroffene Pferde plötzliches hohes Fieber, Apathie und Punktblutungen (akut) oder wiederkehrende Fieberschübe, Gewichtsverlust und Ödeme (chronisch), während manche Tiere symptomlos bleiben (inapparent).















